Ein Verein rappelt sich auf

„Theater am Flett“-Nachfolger „Spielart“ kommt nach Sottrum

Das Stück „Trüch na’t Happy End“ ist das erste, mit dem „Spielart“ auftritt.

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Man hört es Thomas Willberger an, dass er sich immer noch ein wenig ärgert. Einige Monate nachdem dem Theater auf dem Flett die Fördermittel gestrichen wurden, scheint er dessen Ende nach 25 Jahren immer noch nicht ganz verwunden zu haben. Ans Aufhören haben er und andere aus dem ehemaligen Ensemble aber nicht gedacht und mit dem Theaterverein „Spielart“ ein neues Projekt aus der Taufe gehoben. Mit wesentlich geringeren finanziellen Mitteln, dafür aber wieder mit zwei Auftritten in Sottrum.

Willberger wählt harte Worte. „Man hat uns auf die Straße gesetzt“, sagt er. Nachdem unter anderem der Landschaftsverband seine Fördermittel für das Theater am Flett im Wesentlichen eingestellt hatte, war Schluss für das Tournee-Ensemble. Man wollte aber weitermachen, „Spielart“ funktioniert aber nur über das Ehrenamt. Das neue Theater, so Willberger, werde sicherlich nicht – wie früher – Profis gewinnen können, die Seminare für die Schauspieler geben könnten. „Die wollen ja bezahlt werden“, so der künstlerische Leiter. Das Ensemble lebt weiterhin von Fördermitteln, nur mit einer ganzen Ecke weniger: 2500 Euro vom Land Niedersachsen und vom Landschaftsverband sind nicht viel, wenn man bedenkt, das die Produktion – die Stücke „Shakespeare un de Leevde“ und „Le Malentendu“ – aus dem letzten Jahr vom Theater am Flett laut Willberger 50.000 Euro gekostet hat. Auch im Rotenburger Kreistag befasst man sich derzeit mit einer Förderung. Willberger spricht dennoch von einem „radikalen Schnitt zum Flett“. Man wolle etwas aufbauen.

Keine Zeit für eine Pause

Das Ensemble versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Und hatte dabei keine Zeit, sich neu zu sortieren: „Hätten wir ein Jahr Pause gemacht, wäre das Publikum weg gewesen“, sagt Willberger. „Spielart“ ist daher auch personell drastisch reduziert. Lediglich drei Schauspieler sind beim neuen Stück „Trüch na’t Happy End“ involviert, dazu Willberger als Regisseur, ein paar andere kümmern sich um die Technik. „Acht Leute insgesamt“, sagt Willberger. In vier Heimathäusern werden sie auftreten. In der nächsten Spielzeit sollen es mehr werden – unter anderem ist Scheeßel im Gespräch.

Mit „Trüch na’t Happy End“ zeigt „Spielart“ nach der eher schweren Kost aus 2016 in diesem Jahr – 20. und 21. Oktober ab 20 Uhr im Sottrumer Heimathaus – eine Komödie. Die Kurzfassung: Das Paar Tina und Manfred steht kurz vor seiner Trauung. Während sie auf dem Standesamt warten, erzählen die Beiden dem Publikum ihre schönsten gemeinsamen Augenblicke. Da sie verschiedene Sichtweisen auf diese haben, erwächst aus immer stärker werdenden Irritationen die Gewissheit: Nein, sie passen unmöglich zusammen. Da muss Marianne, Manfreds rigorose, aber auch sehr lebenskluge Mutter eingreifen. Auf drei Ebenen, so Willberger, findet das Stück statt: Interaktion mit dem Publikum, die Gegenwart im Stück, und die Vergangenheit.

Zeigen, was im Niederdeutschen möglich ist

Das zeigt: Was sich nicht geändert hat bei „Spielart“ ist der Anspruch an sich selbst und an das Publikum. „Unser Auftrag ist es zu zeigen, was im Niederdeutschen möglich ist“, sagt Willberger – wie schon bei der Shakespeare-Übersetzung im vergangenen Jahr. Dabei komme es dem Ensemble nicht darauf an, den gastgebenden Heimatvereinen das Haus zu füllen. „Wir duplizieren nicht, was die Vereine sowieso schon machen.

In Sottrum möchte man dem neuen Theater unter die Arme greifen. Daher setzt der Heimatverein die Zusammenarbeit mit Willberger und Co. fort. „Theater auf Plattdeutsch spiegelt genau das wieder, was wir vom Heimatverein wollen“, begründet Vorsitzender Hans-Jürgen Krahn.

Karten für das Stück gibt es übrigens ab sofort bei der Volksbank Wümme-Wieste, sie kosten zehn Euro, ermäßigt acht Euro.

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