Verein „Crazy Run“ organisiert Fahrt beim Freimarktumzug

Im Gespann durch Bremen

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Einige Mitglieder von „Crazy Run“ mit den beiden Strohpuppen, die beim Freimarktumzug zum Einsatz kamen.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. Jedes Jahr lockt der Freimarktumzug durch die Bremer Innenstadt rund 200000 Schaulustige an. Unter den knapp 150 Wagen und Laufgruppen war in diesem Jahr das erste Mal „Crazy Run“ dabei, ein Verein, der ungewöhnliche Projekte mit geistig behinderten und nichtbehinderten Menschen initiiert und durchführt.

Den Einfall dazu hatte Bernd Klenke schon im Januar beim Stammtisch, der jeweils am letzten Freitag im Monat im Sottrumer Clubhaus stattfindet. „Wir waren gleich interessiert und hatten viele gute Ideen“, erinnert sich die Vorsitzende Silke Rotermund. Bevor jedoch alles in die Tat umgesetzt werden konnte, musste eine Bewerbung abgegeben werden. Anders als bei Ernteumzügen kann nämlich nicht einfach mitgefahren werden, sondern die Startplätze sind limitiert und begehrt.

Als im August die Zusage kam, ging es mit Hochdruck an die Arbeit. Zunächst musste ein großer Anhänger her, der nicht zu viel kosten durfte, denn er sollte aus dem privaten Portemonnaie einiger Mitglieder bezahlt werden.

Udo und Bernd Klenke fanden dann einen geeigneten Anhänger in Buxtehude. Zusammen mit Fredi Hollmann folgten aufwendige Schweißarbeiten, um das mehr als 20 Quadratmeter große Gefährt durch den Tüv zu bringen. Für den Aufbau fertigte Heiko Schröder von der Tischlerei Grimm eine Zeichnung an, die mit einer Stahl- und Holzkonstruktion umgesetzt wurde. „Hilfe kam dabei von vielen Mitgliedern“, berichtet Rotermund erfreut, die ihr MZ-Gespann beisteuerte. Dies durfte nicht fehlen, denn neben vielen anderen Aktivitäten mit Behinderten veranstaltet „Crazy Run“ jedes Jahr eine gemeinsame Motorradreise.

Auf dem Gespann fanden für den Umzug zwei in Lederkombi eingekleidete Strohpuppen, für die Melanie Klenke Köpfe organisiert hatte, einen Platz. Ganz nach dem Vereinsmotto „Nicht schnaken, sondern machen“ arbeitete das Team jedes Wochenende und viele Abende in der Woche am Aufbau, bis zwei Tage vor dem großen Einsatz alles fertig war. Für Udo Klenke begann der Freimarktsumzug bereits um sechs Uhr morgens, denn er zog mit seinem Fendt den Anhänger von Sottrum in die Hansestadt.

Für den Umzug dekorierten die Verantwortlichen den Wagen nicht nur mit 500 Luftballons, sondern hatten schon im Vorfeld 1600 „Crazy Run“-Buttons in Handarbeit hergestellt, die verteilt werden konnten. Nicht fehlen durften die Süßigkeiten. „Unsere 6000 Bonbons waren schon in der Obernstraße an die Zuschauer verteilt“, sagt Silke Rotermund schmunzelnd. Dabei hatten die 20 Teilnehmer, von denen mehr als die Hälfte ein Handicap haben, großen Spaß.

Nach dem großen Erfolg soll es im kommenden Jahr wieder eine Teilnahme beim Freimarktumzug geben. Die soll dann in Zusammenarbeit mit der „Küche 13“, mit der „Crazy Run“ vier Mal im Jahr unter dem Motto „Ver_rückt kocht!“ einlädt, erfolgen. „Außerdem wollen wir damit bei mehreren Erntefesten mitfahren“, verspricht Silke Rotermund.

Der nächste Termin von „Crazy Run“ ist das große Jahresabschlussfest, das am Freitag, 20. November, ab 16 Uhr im Bürgerhaus Oslebshausen steigen soll. Erwartet werden mehr als 100 Gäste, die Fotos und Videos der diesjährigen Veranstaltungen zu sehen bekommen.

Im Sottrumer Clubhaus geht es erst am 29. Januar 2016 weiter. In der Wiestegemeinde wollen die Mitglieder aber schon vorher aktiv werden, denn das Clubhaus soll in Eigenleistung um behindertengerechte Toiletten erweitert werden. „Dafür können wir noch Material gebrauchten“, betont die Vorsitzende. Wer „Crazy Run“ helfen möchte, erreicht den Club unter der Telefonnummer 0421/4374699 oder über die Internetseite.

„Crazy Run“ ist ein gemeinnützig anerkannter Verein. Der 2005 gegründete Zusammenschluss versucht, Wünsche von Menschen mit Behinderung zu realisieren. Das Clubhaus liegt bei in der Nähe des Sottrumer Bahnhofs. Melanie und Udo Klenke haben das Haus zur Verfügung gestellt.

www.crazyrun.de

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