Unterbau der Ahauser-Bach-Brücke tragfähig

Hält

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Johannes Jolnerowitsch (l.) und Eduard Apelt haben den Unterbau der Brücke über dem Ahauser Bach auf seine Haltbarkeit getestet. Dort soll nämlich eine neue Konstruktion entstehen – nach Möglichkeit auf der alten Gründung. Nun steht fest: Das geht. 

Ahausen - Von Bettina Diercks. „Hält“ lautet die knappe Zusammenfassung des Untersuchungsergebnisses der Brücke über den Ahauser Bach. Zwei Mitarbeiter des Bremer Ingenieur-Büros André Bartel haben den Unterbau (Gründung) der alten Konstruktion, die eventuell nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden ist, getestet und sind dabei zu einem positiven Ergebnis gekommen. Gut dürfte außerdem die Nachricht vom Landkreis Rotenburg sein, was die Unterquerungshilfe für den Fischotter am geplanten Neubau angeht.

Unter Vorbehalt räumt die Landkreisverwaltung auf Anfrage ein: „Sofern die Brücke nur für nichtmotorisierten Verkehr nutzbar sein wird und in den vorhandenen Maßen bleibt oder schmaler wird, würde eine Prüfung nach derzeitigem Sachstand ergeben, dass für die Genehmigungsfähigkeit des Projektes aus naturschutzfachlicher Sicht keine Otterberme erforderlich ist.“

Der Vorbehalt besteht darin, dass laut Landkreis Anfang Dezember eine Anfrage des Ingenieurbüros bei der Unteren Naturschutzbehörde einging, in der es „erst einmal grundsätzlich und allgemein nach Fragen zur Böschungsbefestigung, Bermenanordnung und eventuell schutzbedürftigen Flächen“ ging. Ein für die Vorplanung normaler Ablauf. Konkrete Angaben zur Nutzung und Größe der geplanten Brücke lagen und liegen dem Kreis nicht vor, sie werden mit dem Bauantrag durch die Gemeinde folgen. Christine Huchzermeier, Pressesprecherin des Landkreises: „Da es explizit lediglich um die Erstellung einer Vorplanung ging, wurden allgemeine Hinweise zu erforderlichen naturschutzfachlichen Unterlagen, zu geschützten Biotopen und die ausdrücklich gewünschten Hinweise zur Planung einer Böschung für die Durchgängigkeit für den Fischotter gegeben. Diese stellen keine konkreten Vorgaben dar, sondern sollen lediglich Anhaltspunkte für die weitere Vorplanung geben.“

Bei einem Brückenneubau muss grundsätzlich geprüft werden, ob eine Unter- oder Überquerung der Brücke für den Fischotter möglich ist, da es sich um eine streng geschützte Art handelt. Huchzermeier: „In der Wümmeniederung ist der Fischotter als Erhaltungsziel des FFH-Gebietes ausdrücklich genannt.“ Eine Verträglichkeitsprüfung nach Paragraf 34 Bundesnaturschutzgesetz erfolgt erst, wenn der Bauantrag dem Kreis vorliegt: „Ob und in welchem Umfang eine Otterberme tatsächlich erforderlich ist, kann erst nach Vorlage weiterer Informationen zu Nutzung und Ausgestaltung der Brücke entschieden werden.“

„Die wussten sich zu helfen“

Derzeit werden die Untersuchungsergebnisse in die Vorplanung eingearbeitet. Die beiden Bachelor of Science, Eduard Apelt und Johannes Jolnerowitsch, haben sich zwei der bisher tragenden Säulen der Brücke vorgenommen. An einer der Brunnenringkonstruktionen in der Mitte wurde mittels Rückprallhammer (Schmidt-Hammer) geprüft, wie es um die Qualität der damals verwendeten Werkstoffe geht. „Die Brunnenringe haben einen Durchmesser von etwa 40 Zentimeter, die mit Füllmörtel ausgegossen wurden“, erklärt Apelt. Das vorgefundene Material hat die „gewünschte Festigkeit“ für das Ahauser Vorhaben. Die neue Brücke soll möglichst auf die vorhandene Unterkonstruktion gelegt werden, so hatte es der Rat der Gemeinde Ahausen in seiner Sitzung in der vergangenen Woche entschieden. Das ist nach den jüngsten Erkenntnissen auch möglich.

Bei einer äußeren Säule entfernten Apelt und Jolnerowitsch einen Teil der Verschalung. Neben Mörtel und einer Eisenstange hielten die Brunnenringe noch eine Überraschung bereit: einen Holzpfahl. „Das haben die damals gar nicht so dumm gemacht, die wussten sich zu helfen: Die Pfähle stehen unterhalb im Wasser, und oberhalb sind sie mit Brunnenringen und Mörtel umfasst“, sagt Apelt, der zum Ergebnis „ist tragfähig“ kam. Jetzt werden seine Ideen und Ergebnisse in den Vorentwurf einarbeitet. Voraussichtlich im Mai wird der Vorschlag der Gemeinde zugehen, die dann einen Bauantrag beim Landkreis stellen kann. Anschließend folgt der landschaftliche Fachbeitrag. In dem soll auch überprüft werden, so waren sich Apelt und Ahausens Bürgermeister Claus Kock einig, was mit den großen Steinblöcken geschieht, die als Uferbefestigung dienen. „Es sollte darüber nachgedacht werden, ob die Blöcke verfüllt werden“, schlug Apelt vor. Kock plädierte dafür, sie von Naturschutzexperten betrachten zu lassen. „Nicht, dass die Spalten für irgendwelche Tiere wichtig sind.“

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