„Unser Dorf hat Zukunft“: Stapel stellt sich der Bewertungskommission

Geheimtipp im Speckgürtel

+
Michael Schröck und Claudia Koppert begrüßen die Kommission an der Ortstafel.

Stapel - Von Inken Quebe. Nein, tiefgestapelt haben die Dorfbewohner am Dienstag nun wirklich nicht. Das war aber auch gar nicht notwendig. Für die Präsentation im Rahmen des Landeswettbewerbs von „Unser Dorf hat Zukunft“ vor der Bewertungskommission haben die unterschiedlichen Arbeitsgruppen den Ort Witz und Charme vorgestellt.

„Wir sind ein lustiges, kleines Völkchen mit 250 Seelen“, erklärte Architekt Michael Schröck nicht ohne Stolz. Im Vorfeld des Wettbewerbs habe sich der Sieger des Wettbewerbs auf Kreisebene aus dem Jahr 2013 viele Gedanken gemacht. Die Ergebnisse galt es nun der neunköpfigen Kommission zu präsentieren. Startpunkt war die Tafel im Ortskern. „Die Einwohnerzahlen steigen bei uns“, berichtete Schriftstellerin Claudia Koppert der Jury. Sie nannte viele Beispiele für umgenutzte Hofstellen und Neubauten mit jungen Familien – ein Beleg dafür, dass das Dorf den Blick positiv in die Zukunft richten kann. Nach einem kurzen Spaziergang ging es mit dem Bus weiter – eine Rundfahrt im Schnelldurchlauf, denn die elf Dörfer, die sich im Landeswettbewerb vorstellen, haben jeweils nur 90 Minuten Zeit.

Einen Zwischenstopp legte die „Reisegruppe“ am Spielplatz am Kinderheim ein. Auch die jüngsten Dorfbewohner wollten sich zeigen und gaben das Lied „Die Gedanken sind frei“ zum Besten.

Die Rundreise endete am Feuerwehrhaus mit der Präsentation der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen. Kein Leerstand, einige Selbstständige, viel Natur, gutes Zusammenleben, Offenheit und Konfliktlösung im gemeinsamen Gespräch – die Vorzüge kamen deutlich zum Vorschein. Und auch wenn das Dorf zwar im sogenannten Speckgürtel, aber etwas abseits gelegen ist, seien die Einwohner durch den Bürgerbus und den Metronom in der Nähe mobil.

Stapel hat Zukunft

Und: „Eigentlich will hier sowieso keiner wegfahren“, versicherte Dieter Szczesny. Stapel gelte in der Region als Geheimtipp. „Wenn Ökos und Konservative überall so zusammen leben, mache ich mir um die Zukunft keine Sorgen“, so Ulrich Thiart mit Blick auf das Motto: „Leben und leben lassen“. Der Aufwand hat sich für die Stapeler offenbar gelohnt. Heike Reßmeier von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bescheinigte dem Dorf eine Zukunft: „Wir sind sehr beeindruckt.“ Sie habe zunächst Bedenken wegen des Mottos gehabt, aber das „ist wirklich überall im Dorf zu sehen“.

Am 26. Juni wird bekannt gegeben, welche vier Dörfer weiterkommen. Reßmeier: „Die Chancen für Stapel sind groß.“

Mehr zum Thema:

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Ostermarkt in Brunsbrock

Ostermarkt in Brunsbrock

Meistgelesene Artikel

Familie aus dem Kosovo wird in Heimatland zurückgeschickt

Familie aus dem Kosovo wird in Heimatland zurückgeschickt

Schunkeln in der St.-Lucas-Kirche

Schunkeln in der St.-Lucas-Kirche

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Kommentare