„Unser Dorf hat Zukunft“: Dorfbewohner versuchen, Jury zu überzeugen

Die Stapeler Besonderheit

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Am Kräuterfeld in Stapel macht sich die Jury genaue Notizen.

Stapel - Von Jessica Tisemann. Mit Rädern, Kinderwagen und Pferden versammeln sich an diesem Donnerstag die Bürger an der Zentralbank in Stapel. Ja, es ist wieder Zeit für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Diesmal steht der Landesentscheid an – und Stapel will nach Berlin. Dafür haben sich die Organisatoren wieder ein buntes Programm überlegt. Doch das muss in 90 Minuten passen. Mehr Zeit bleibt dem kleinen Dorf nicht, die Jury von sich zu überzeugen.

Die Nervosität steigt – vor allem, als die Bewertungskommission 25 Minuten auf sich warten lässt. Doch die Stapeler halten tapfer durch. Es geht ja schließlich um etwas. Stapel muss sich im Landesentscheid gegen 17 andere Dörfer durchsetzen – und ist als letztes an der Reihe.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Michael Schröck übernimmt Claudia Koppert. Die Autorin zeigt der Jury die besonderen Ecken im Dorfmittelpunkt. Dort gibt es viele Beispiele für ungenutzte Grundstücke, die nun junge Familien mit ihren Einfamilienhäusern besiedelten. Außerdem durfte der Blick auf die Stapeler Besonderheit nicht fehlen – die „Stapelpost“. Da schaut sich auch die Bewertungskommission ganz genau hin.

Nach den einleitenden Worten und einem kurzen Spaziergang vorbei an dem Kräuterfeld geht es mit dem Bus weiter – eine kleine Rundfahrt durch den Ort. Vorbei an einigen der 29 Betriebe und durch die Natur, die Stapel umgibt, geht es zur Feuerwehrhalle. Dort berichten die Arbeitsgruppen noch einmal über die Fortschritte, die der Ort während der Teilnahme am Wettbewerb schon gemacht hat. Was Stapel ausmacht und was den Ort von anderen unterscheidet. Dafür lässt sich auch UIrich Thiart noch einmal in seiner alten Heimat blicken und betont: „Wenn Ökos und Konservative so gut zusammenleben, mache ich mir um die Zukunft von Stapel keine Gedanken.“

Dass das Dorf Zukunft hat bescheinigt auch Ralf Gebken, der die Jury in Stapel anführt. „Stapel hat etwas, das sie bewegt. Alleine deswegen hat das Dorf schon Zukunft.“ Doch auch für den Fall, dass Stapel heute nicht unter den drei Dörfern sein sollte, die beim Bundesentscheid antreten, hat Gebken tröstende Worte: „Sehen Sie das nicht als Niederlage an. Sie tun das nicht für uns als Jury sondern für sich selbst und damit haben sie schon gewonnen.“

Während der ganzen Bereisung lässt sich die Jury nicht in die Karten gucken. Gefällt ihnen, was ihnen die Stapeler bieten? Zumindest gelingt den Pinguin-Figuren, die an der Haltestelle auf den Bürgerbus warten, die Jury zu amüsieren. Genauso wie das Video von der 777 Jahrfeier von 2007. Doch ob das fürs Weiterkommen reicht, entscheidet sich erst Freitag.

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