Neun Dörfer ausgestochen

„Unser Dorf hat Zukunft“: Bötersen zieht in Landesentscheid ein

Strahlende Gewinner: Die Bötersener Susanne Cordes (2.v.l.) und Cord Trefke mit der Vorsitzenden der Bewertungskommission Heike Reßmeyer und Rotenburgs Landrat Hermann Luttmann (l.).

Rotenburg/Bötersen - Von Matthias Röhrs. Jetzt haben sie es zumindest schon mal schriftlich. Die Gemeinde Bötersen gehört zu den schönsten Dörfern in Niedersachsen. Als eine von vier Kommunen im ehemaligen Bezirk Lüneburg hat sich die Gemeinde am Freitagnachmittag für den Landesentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ qualifiziert. Ein Grund zum Feiern, aber nicht lange: Schon in wenigen Wochen müssen sich die Bötersener der nächsten Bewertungskommission stellen.

Das Eis hat zumindest die Nerven beruhigt. Die Bötersener Delegation, die am Freitag zur Bekanntgabe der Sieger aus zehn teilnehmenden Dörfern ins Rotenburger Kreishaus gekommen ist, war etwas zu früh. Also auf in die Innenstadt zur nächsten Eisdiele. Die Laune ist gut. Bei der Präsentation des Dorfes am 5. Juni hatte man sein Bestes gegeben, zusammen mit ihren Nachbarn hatten sie nicht nur einzelne Punkte in den Ortschaften, sondern mit Bötersen selbst, Jeerhof und Höperhöfen gleich drei Dörfer insgesamt zum Aushängeschild gemacht. 

„Man misst sich hier mit den Besten“, sagt Susanne Cordes etwa eine Stunde bevor die Kommissionsvorsitzende des Wettbewerbs, Heike Reßmeyer, die gute Nachricht im großen Sitzungssaal verkündete. Die Anerkennung der Leistung der anderen neun Dörfer war bei den Bötersenern schon vorab spürbar. Cord Trefke zum Beispiel hatte die Gelegenheit, sich einige der Konkurrenten vor Ort anzusehen. „Beim Durchfahren“, wie er sagt. Doch auch die Presse hatten die Bötersener immer im Blick. Die Neugierde war eben groß.

So oder so: Als Verlierer konnte sich nach der Bekanntgabe wohl keines der Dörfer fühlen. Auch die Bötersener hätten es vermutlich nicht zu tragisch empfunden, wenn dieser Bezirksentscheid die letzte Station für sie gewesen wäre. „Der Wettbewerb hat die Dorfgemeinschaft regelrecht zusammengeschweißt, erklärt Trefke noch, ehe Landrand Hermann Luttmann (CDU) das Podium zur Begrüßung betrat. Und der Zusammenhalt, ist das nicht schon ein Gewinn für sich?

Platz für drei Kandidaten beim Bundesentscheid

Jubel ist selten in den Rotenburger Sitzungssälen. Aber Trefke kann sich ein lautes „Ja!“ nicht verkneifen. Reßmeyer hat gerade nach einem längeren Vortrag die Gemeinde Bötersen für ihre Leistungen in der „vielen unter Denkmalschutz stehender Gebäude“, der Initiative für einen von der Dorfgemeinschaft betriebenen Laden ausgezeichnet und mit der Qualifikation für den Landesentscheid belohnt. Außerdem sind Brochdorf im Heidekreis, Lüder im Landkreis Uelzen und Sehlingen bei Kirchlinteln weitergekommen. Diese drei und Bötersen messen sich im August mit 14 anderen Dörfern aus Niedersachsen. Drei davon ziehen in den Bundesentscheid ein.

In einem Bildervortrag hatte Vorsitzende Reßmeyer zuvor erläutert, worauf die Bewertungskommission bei den zehn Bereisungen geachtet hatte: Siedlungs- und Infrastruktur, Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Ortsbild, Grünanlagen, Landschaft sowie Soziales und Kulturelles. Häufig stellte sie dabei Beispiele aus Bötersen vor. Etwa das Kunstwerk „Zusammenhalt“, das Blühstreifen-Projekt „Bötersen blüht auf“, die schattige Durchfahrtsstraße mit den großen Bäumen oder die Spazierwege. Es muss nicht immer alles besonders hübsch aussehen, sagt sie. Viel mehr war der Tenor, sich für die Zukunft zu rüsten, ohne dabei die Wurzeln der Dorfbewohner und die Geschichte ihrer Gemeinde in den Hintergrund zu drängen. „Wo jung und alt sich treffen, wird Gegenwart auch Zukunft sein.“

„Wissen jetzt um unsere Stärken“

Viel Input, auch für Cord Trefke und Susanne Cordes, die zusammen mit Nils Blödorn, Anne de Vries, Bürgermeister Hermann Holsten und Samtgemeindebürgermeister Peter Freytag in Rotenburg dabei waren. Immer wieder macht Trefke sich Notizen – neue Ideen für den Landesentscheid?

„Nicht direkt“, sagt er strahlend nach der Siegerehrung. Viel mehr seien es die Lehren, die er für den Landesentscheid im August hat ziehen können. „Wir wissen jetzt um unsere Stärken und wie wir sie noch besser hervorheben können.“ Zunächst aber wird gefeiert – mit Bier statt mit Eis. Danach geht es mit Konzentration in die Vorbereitungen der Bereisung im August. Denn wie Susanne Cordes schon sagte: „Man misst sich mit den Besten.“

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