Etwa 80.000 Euro Schaden

Die „Sattel-Mafia“ schlägt zu: Einbruch geht an die Substanz

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Die Einbrecher entwendeten lediglich Sättel. Anderes Equipment wie Gurte ließen sie am Tatort zurück.

Höperhöfen - Von Matthias Röhrs. In der Nacht zu Donnerstag haben Unbekannte aus der Reitsportanlage Höperhöfen 27 Sättel gestohlen. Die Polizei beziffert den durch Beute und Einbruch entstandenen Schaden auf etwa 80.000 Euro insgesamt. Sie hat die Ermittlungen aufgenommen, doch Hofbesitzerin Nicola Dimde hat wenig Hoffnung, dass sie die Sättel je wiedersehen wird. Sie fühlt sich hilflos. Die Einbrecher gingen offenbar professionell vor.

Es war wohl gegen 6.15 Uhr, als eine Einstellerin des Hofes den Einbruch bemerkte, berichtet Dimde, hörbar immer noch geschockt. Sie beschreibt das Chaos, das sie daraufhin in den Ställen vorfinden musste: Die Türen der Einsteller-Schränke seien aufgebrochen worden, überall hätten Schondecken und Gurte herumgelegen, die Fenster seien zugehängt gewesen. Im Lagerraum von Dimde und ihrem Freund Bernd Rubarth das gleiche Bild. Die Täter hatten es lediglich auf die Sättel abgesehen; anderes hochwertiges Equipment, sagt Dimde, sei nicht gestohlen worden.

Dimde geht der Einbruch an die Substanz – und nicht nur psychisch. Für sie und Rubarth sei die Anlage Lebensgrundlage. Sie reiten professionell auf Turnieren, trainieren Pferde, vermieten Stallungen. Nun sei nichts mehr zum Reiten da, auf dem ganzen Hof gebe es noch zwei Sättel, die man nutzen könne. Auch ihre Kunden sind betroffen, zwölf Einsteller hätten alle ihre Sättel verloren, manche hätten mehrere auf dem Hof gelagert. „Ein Sattel kostet zwischen 1200 und 5000 Euro“, sagt Dimde, unter den gestohlenen hätten sich auch einige maßgeschneiderte befunden.

Maßgeschneiderte Beute auf Schwarzmarkt wenig wert

Diese sind für den Besitzer sehr teuer, auf dem Schwarzmarkt bringen sie aber wenig ein. „Schließlich sind maßgeschneiderte Sättel exakt auf Pferd und Reiter zugeschnitten“, sagt Lutz Körner, der Vorsitzende der Rotenburger Kreisreiterverbands. Generell komme es oft vor, dass Einbrecher gezielt auf Reiterhöfen einbrechen und Sättel stehlen. Im Landkreis passiere es ein bis zwei Mal im Jahr, schätzt er. Angeboten würde das Diebesgut dann auf einschlägigen Internetseiten oder auch in Osteuropa. Körner sagt: „Teilweise gehen sie professionell vor.“ Dimde spricht von einer „Sattel-Mafia“.

Sie könne noch gar nicht begreifen, dass es passiert ist, sagte sie am Donnerstag. Sie brauche so schnell es geht Ersatz, müsse sich aber noch überlegen, wie sie in dieser Sache am besten vorgeht. Sie will sich nun von der Polizei beraten lassen, um sich besser schützen zu können, falls die „Sattel-Mafia“ irgendwann nochmal zuschlage. Obwohl sie weiß: „Richtig schützen wird man sich vor Einbrechern nie können.“

Die Polizei sucht im Zuge ihrer Ermittlungen nach möglichen Zeugen des Einbruchs. Wer etwas Verdächtiges gesehen hat, wird gebeten sich bei der Sottrumer Wache unter der Telefonnummer 04264 / 370190 zu melden.

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