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Zu unauffällig?

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Von: Matthias Röhrs

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Die Tennisanlage liegt etwas versteckt. Vielleicht ist das eine Problemursache. Foto: Röhrs
Die Tennisanlage liegt etwas versteckt. Vielleicht ist das eine Problemursache. Foto: Röhrs

Sottrum - Von Matthias Röhrs. Die Netze fehlen noch, aber sonst ist alles soweit hergerichtet kurz vor dem Saisonstart des Sottrumer Tennisclubs. Auch in diesem Jahr hofft man auf möglichst viel Erfolg, der Fokus liegt allerdings auf etwas anderem: die Mitgliederwerbung. Denn der Verein fristet fast schon ein Schattendasein. Viele Sottrumer wissen vielleicht gar nicht, dass es uns überhaupt gibt, meint Stefan Tietjen, der Pressewart des Tennisclubs. Woran macht er das fest? Das Ereignis liegt einige Jahre zurück, es war beim Markt an der Wieste. Auf einer Tafel konnten die Sottrumer vermerken, was ihnen im Ort fehlt. Tennisplätze haben sich zwei gewünscht. Für Tietjen war das schon fast ein Schlag ins Kontor. Denn tatsächlich gibt es sieben davon – gleich hinter den Fußballplätzen, auf der Rückseite der ehemaligen Tennis- beziehungsweise Fußballhalle an der Edisonstraße. Für einen Ort von der Größe Sottrums sind das viele. Auch, wenn ein Platz mittlerweile abgedeckt bleibt.

115 Mitglieder hat der Club. Was nach viel klingt weiß Tietjen zu relativieren: „Das sind sehr viele Passive dabei, nicht einmal die Hälfte ist aktiv.“ Darunter leidet auch die Vereinsarbeit. Somit helfen immer weniger Mitglieder mit, wenn es zum Beispiel darum geht, die Plätze nach dem Winter wieder spielbar zu machen. Erstmals musste der Verein in diesem Jahr auf die Hilfe einer Fachfirma zurückgreifen, die die Tennisspieler dabei unterstützt haben. Das hat die Gemeinde bezahlt, im Winter ist man dafür im Rat vorstellig geworden und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Eine einmalige Sache, 2020 will der Club das wieder alleine stemmen.

Dabei tut der Verein einige Dinge, um auf sich aufmerksam zu machen. In Zukunft möchte man montags ein spezielles Angebot für Jugendliche schaffen, damit sie in den Sport reinschnuppern können. Am Kinderferienprogramm beteiligt man sich schon seit Jahren. „Das wird auch immer gut besucht. Da sind auch immer einige Talente dabei, aber die kommen halt nicht wieder“, sagt Tietjen. Für Erwachsene bietet der Tennisclub mittlerweile eine Schnuppermitgliedschaft an. Für fünf Euro dürfen Interessierte dann sechs Wochen mitmischen. Wenn es gefällt, hofft Tietjen, folgt dann die richtige Mitgliedschaft für 13 Euro monatlich.

Der Verein zeigt viele Ansätze, um aus der Misere herauszukommen, möchte präsenter sein. Auch eine Eingliederung in den TV Sottrum stand bereits intern zur Debatte, man möchte aber seine Eigenständigkeit waren. Tietjens Blick fällt auf die alte Tennishalle. „Vielleicht denken auch alle, wir hätten mit ihr zusammen zugemacht“, sagt er. Eventuell ein gutes Omen für die Tennisfreunde: Totgesagte leben ja länger.

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