„Unabhängigkeit bleibt garantiert“

Bötersener gründen am Dienstagabend ihren geplanten Dorfladen

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Der alte Dorfladen steht seit Ende Oktober 2017 leer. Nun gründen die Bötersener einen Neuen.

Bötersen - Von Matthias Daus. Am Dienstabnnd wird es ernst für die Arbeitsgruppe, die in Bötersen einen Dorfladen realisieren möchte. Denn in der großen Festscheune vom Gashaus Hoops beginnt um 19 Uhr die Gründungsversammlung und die erste Gesellschaftersitzung der Unternehmensgesellschaft „Dorfladen Bötersen“. Um die Bedeutung davon genauer erklären zu können, gibt Arne Brunckhorst als Sprecher der Arbeitsgruppe im Folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Herr Brunckhorst, was wird genau gegründet und welche Rechtsform wird dabei gewählt?

Arne Brunckhorst: Es wird eine Unternehmergesellschaft für den Dorfladen gegründet. Genaugenommen handelt es sich um eine sogenannte UG-haftungsbeschränkt & still.

Was heißt das konkret und worin bestehen die Vorteile?

Brunckhorst: Sie besteht aus mindestens einem aktiven Gesellschafter und zudem aus möglichen stillen Gesellschaftern, die passiv unterstützend wirken. Sie ist unkompliziert zu gründen, die Mitglieder haften nur in der Höhe ihrer Kapitaleinlage und jeder hat das gleiche Stimmrecht, unabhängig von der Beteiligungshöhe.

Warum ist es notwendig, diese Gesellschaft schon jetzt zu gründen?

Brunckhorst: Für den Dorfladen können Fördergelder beantragt werden. Dies geht in Niedersachsen allerdings nur bis zum 15. September eines jeden Jahres. Danach muss man ein Jahr warten, um wieder Fördermittel beantragen zu können. Wir waren daher sozusagen in der Pflicht, jetzt tätig zu werden, denn eine grundlegende Bedingung für diesen Antrag ist die Gründung einer Gesellschaft mit einer anerkannten Rechtsform.

Wie hoch ist der mögliche Anteil an Fördergeldern und wann kann man sie bekommen?

Brunckhorst: Für Projekte dieser Art sind Fördermittel von bis zu 45 Prozent des Investitionsbedarfs möglich. Es gibt dabei eine Wertung nach Punkten und mit einem Dorfladen ist man in der Regel gut im Rennen um die Mittel, aber es gibt natürlich keine hundertprozentigen Garantien. Wenn unser Antrag Erfolg haben sollte, würde es in etwa gegen März nächsten Jahres zu einer Zuteilung kommen.

Wenn man mitmachen möchte: Wie hoch ist der Mindestbetrag für eine Beteiligung, also die Anteilszeichnung?

Brunckhorst: Der Mindestanteil liegt bei 250 Euro. Es ist aber möglich, mehr Geld zu investieren. Dies erfolgt in Schritten von 50 Euro und nach oben sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Aber ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass sich die Höhe der Beteiligung nicht auf das Stimmrecht auswirkt. Jeder Gesellschafter hat eine Stimme. So bleibt eine Unabhängigkeit auf jeden Fall garantiert.

Wie viele Anteile müssen für eine Gründung mindestens gezeichnet werden?

Brunckhorst: Es gibt eigentlich beinahe kein Minimum. Sobald ein Anteil gezeichnet wurde, kann der Stein ins Rollen gebracht werden. Aber für eine gewisse Planungssicherheit wäre es von unschätzbarem Vorteil, schon bei der Gründungsversammlung die positive Tendenz aus unserer Bürgerbefragung auch in konkrete Zahlen umsetzen zu können. Wir hoffen daher, am Dienstagabend schon möglichst viele Zusagen zu bekommen.

Ist die Zusage für einen Anteil bindend? Wann wird das Geld fällig?

Brunckhorst: Eine Zusage zum Anteilserwerb ist ab diesem Zeitpunkt gültig. Wobei es natürlich ein Widerrufsrecht gibt. Aber es ist natürlich auch möglich, sich nach der Gründerversammlung jederzeit an diesem Projekt zu beteiligen. Zunächst handelt es sich ja um eine verbindliche Zusage, die dann eingelöst werden muss, wenn die Planungen so weit vorangeschritten sind, dass der Aufbau des Ladens beginnen kann und die ersten finanziellen Mittel benötigt werden. Im Prinzip wäre das parallel zum Erhalt der Fördermittel.

Gibt es Neuigkeiten in der Standortfrage?

Brunckhorst: Es zeichnet sich eine favorisierte Lösung ab, aber zu diesem Zeitpunkt wollen wir noch nicht vorgreifen.

Was geschieht nach einer erfolgreichen Gründung in den nächsten Monaten?

Brunckhorst: Nach der Gründung müssen wir uns aktiv mit den Formalitäten zur Beantragung der Fördergelder befassen. Da drängt die Zeit schon ein wenig und es gibt dabei eine Menge zu tun. Danach ist der erste große Druck raus und wir können uns daher mit konkreten Planungen, wie Markt- und Wirtschaftsanalysen befassen. Dann ist die endgültige Standortbestimmung zu klären, und wir müssen uns mit der Planung für die Ausrüstung des Ladens und den Investitionsbedarf beschäftigen, damit wir im kommenden Jahr konkrete Zahlen haben.

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