Flöten-Flöhe ist neue Musikeinsteigergruppe

Übung macht den Meister

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Ina Ekkert gibt mit der Trommel den Takt vor, und die Flöten-Flöhe müssen in verschiedenen Tempi Schlag für Schlag je einen Schritt machen. Da entsteht schon mal ein fröhliches Getobe.

Eversen - Von Bettina Diercks. Angesagt ist, vorsichtig „düüü-düüt“ zu machen. Einfach trauen. Aber das ist für Kinder meist eh kein Problem. „Düü“ ist die erste Lektion bei den Flöten-Flöhen, der frisch ins Leben gerufenen Musikeinsteigergruppe beim Jungen Orchester Auenland.

Die Idee zu so einer Gruppe gibt es schon seit Gründung des Vereins im August 2010. „Die steht in unserem Konzept“, sagt Sandra Behrens aus Eversen, musikalische Leiterin und Vorsitzende des Vereins. Doch zuerst verzichtet der Verein darauf, eine Flötengruppe zu gründen, da die Kirche genau so eine angeboten hat. 

Erst als die Ahauserin Tanja Allermann-Meyer anfragt, ob nicht eine Flötengruppe im Orchester möglich wäre, erfährt Behrens, dass es die der Kirche schon seit einigen Jahren nicht mehr gibt. Sofort nimmt sie die Arbeit auf und bindet Allermann-Meyer ein. Sie wird außerdem bei der Jahreshauptversammlung im Februar als Vorstandsmitglied „verhaftet“ und wird Jugendwartin.

„Doch, wer kann Unterricht geben?“, fragen sich beide. In den eigenen Reihen fällt der Name Ina Ekkert, die im Orchester Saxofon spielt. „Wieso? Die ist doch Lehrerin und hat Musik studiert“, vertritt ein weiteres Ensemblemitglied sein Wissen. Tatsächlich lehrt Ekkert an der Stadtschule in Rotenburg.

„Sie hat sofort ja gesagt“, sagt Behrens erfreut. Und so fällt bereits Ende April der Startschuss. Zwölf Kinder im Grundschulalter sitzen im Mehrzweckgebäude Eversen. Die erste Übung, die Ekkert vorbereitet hat: Mit dem Strohhalm Wasser ansaugen, das mit Spülmittel versetzt ist und dann Seifenblasen erzeugen.

Vorstellung der Kinder anregen

Dadurch sollen die Kinder eine Vorstellung bekommen, wie doll sie die Luft durch die Flöten fließen lassen sollen. Anschließend nehmen die Kinder das Kopfstück der Blockflöte ab und dürfen dort hinein blasen. „Stellt Euch ein Düüüü vor: Düüüü-Düüüü“, sagt Ekkert. Alle Kinder bekommen einen Ton heraus. Und genau das ist das Schöne an einer Blockflöte: Die Kinder haben schnell Erfolgserlebnisse.

Ekkert bietet ein abwechslungsreiches Programm: Mal gibt sie klatschend den Takt vor, dann dürfen alle aufstehen, sie nimmt eine Trommel, und alle Kinder müssen in verschiedenen Tempi Schlag für Schlag je einen Schritt machen. Da das Tempo wechselt, wird es zwischendurch ein fröhliches Getobe. 

Anschließend setzen sich die Kinder wieder und bauen die Flöten zusammen, um die nächste Übung zu machen. Zum Abschluss bekommt der Orchesternachwuchs eine Malvorlage. Die Flöte darauf soll in den Farben ausgemalt werden, wie die des jeweiligen Kindes. Das ist ihre erste Hausaufgabe.

Behrens: „Die Kinder kommen mit einer Blockflöte schnell voran. Sie lernen bei uns erst anhand von Kinderliedern die unterschiedlichen Tonhöhen und -längen. Dann wie sie notiert und gespielt werden. Nach etwa zwei Jahren kann, je nach Interesse, Körpergröße und Begabung, Einzelunterricht zum Beispiel an Trompete, Posaune oder Saxofon folgen.“

Ihr Traum: Dass – wie bei den Trommel-Trollen – später hundert Prozent in das Orchester wechseln.

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