Grundschule hat neue WCs, doch saniert werden muss an vielen Standorten

Überall Nachholbedarf

Bötersens Schulleiterin Isabel Salmen im neuen Toilettentrakt.
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Bötersens Schulleiterin Isabel Salmen im neuen Toilettentrakt.

Bötersen/Sottrum – Kaltes Wasser, unangenehmer Geruch, alte Fliesen: Die Bötersener Grundschüler haben in den vergangenen Jahren einiges aushalten müssen beim Besuch der Toiletten. Bereits vor einigen Jahren wurde eine Grundsanierung der Anlagen gefordert, die aber erst jetzt in die Tat umgesetzt wurde.

Schulleiterin Isabel Salmen spricht jetzt von einer „ganz anderen Welt“, wenn sie den neuen Toilettentrakt betritt. Rund 220 000 Euro hat sich die Schulträgerin, die Samtgemeinde Sottrum, diese „andere Welt“ kosten lassen, mehr als die Hälfte davon hat sie durch Fördermittel finanzieren können, wie der zuständige Amtsleiter im Rathaus, Holger Bahrenburg, am Rande eines Ortstermins erklärt. Doch die Grundschule in Bötersen ist kein Einzelfall: Die Samtgemeinde muss an den meisten Grundschulstandorten in irgendeiner Weise nachbessern. Langfristig gesehen, besteht überall Baubedarf.

Isabel Salmen hat jedenfalls recht, auch wenn die angesprochene „andere Welt“ im Prinzip nur die Umschreibung einer zeitgemäßen Toilette ist. Immerhin wurde die alte Anlage von Generationen genutzt, sie kommt aus dem Originalbestand des Gebäudes, saniert wurde seit Eröffnung der Grundschule Ende der 1960er-Jahre nichts. Und so hieß es bei einer Bestandsaufnahme vor der Sanierung: Die Fliesen sind stark abgenutzt, sodass man sie nicht mehr richtig säubern könne. Insgesamt sind die Räume „überaltert, verfärbt und unansehnlich“. Nun gibt es mehr Platz, frische Farben, neue Fenster, LED-Beleuchtung, warmes Wasser und erstmals ein Behinderten-WC an der Bötersener Schule. Während der Baumaßnahmen sind die Schüler und Lehrer übrigens auf die sanitären Anlagen der Turnhalle ausgewichen, sodass man keine Container aufbauen musste.

Es fehlt am großen Wurf

Fast überall gibt es Verbesserungsbedarf an den Grundschulen in der Samtgemeinde. Im Haushalt werden immer wieder Mittel eingestellt, um hier und dort Verbesserungen herbeizuführen und gelegentlich mal zu sanieren. Doch fehlt es am großen Wurf. Insbesondere an der Sottrumer Grundschule am Eichkamp besteht großer Bedarf an Sanierungen. Zwar wurden dort nach akuter Geruchsbelästigung bereits vor wenigen Jahren Toiletten saniert, doch befindet sich die Einrichtung in einem eher schlechten Allgemeinzustand. Das scheint auch in der Politik angekommen zu sein. Zumindest Sottrums Gemeindebürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat, Hans-Jürgen Krahn, bezeichnete die Schule in seiner Haushaltsrede Ende Januar als „sehr sanierungsbedürftig“.

Für diese gibt es laut der Ersten Samtgemeinderätin Kerstin Wendt aktuell keine Sanierungspläne. Dafür braucht die Verwaltung einen Auftrag aus der Politik. Sie geht davon aus, dass der Zustand der Grundschule, wie der von allen anderen Schulen auch, von den Parteien als Wahlkampfthema aufgegriffen wird. Wendt räumt ein, dass es vor einiger Zeit einen Sanierungsstau an den Sottrumer Grundschulen gab, da jahrelang eben nichts erneuert wurde. „Jetzt wird aber jedes Jahr etwas gemacht“, so die Erste Samtgemeinderätin.

Thema bei den nächsten Etatberatungen

Die Samtgemeinde müsse sich sowieso mit den Grundschulen beschäftigen, weil bis 2025 ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagsschule besteht, so Wendt weiter. Es müsse dann an allen Standorten gebaut werden. Sie geht davon aus, dass die Verwaltung das Thema in die Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 mit einbringt – es wäre also eine Angelegenheit, mit der sich der dann neue Rat beschäftigen muss. Er wird in diesem Jahr gewählt.

Der jetzige Rat hat immerhin eine Problemlösung in Horstedt auf den Weg gebracht. Er genehmigte einen neuen kleinen Verwaltungstrakt. Aktuell teilen sich nämlich Schulleiterin Annette Römer und die Schulsekretärin ein Büro. Im Lehrerzimmer ist überdies zu wenig Platz. Beides soll mit einem etwa 80 Quadratmeter großen Anbau am Haupteingang ausgeräumt werden. Und auch dort gibt es dann – wie jetzt in Bötersen – erstmals ein Behinderten-WC.

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