Dreimal anders

Trotz Corona: Sottrumer Gemeinden planen Erntefeste

2019 hat die Samtgemeinde in Sottrum gemeinsam Erntefest gefeiert. Es war vorerst das letzte Mal, danach kam Corona. Für dieses Jahr plant man wieder. Archivfoto: Röhrs
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2019 hat die Samtgemeinde in Sottrum gemeinsam Erntefest gefeiert. Es war vorerst das letzte Mal, danach kam Corona. Für dieses Jahr plant man wieder. Archivfoto: Röhrs

Hassendorf/Sottrum/Bötersen – Ist es legitim, sich angesichts relativ moderater Fallzahlen und einem steten Impffortschritt mit den Planungen für ein Erntefest zu befassen? Die Gemeinden Hassendorf, Sottrum und Bötersen sagen: Ja. Aber immer unter Vorbehalt. Dabei mutet es ein bisschen paradox an, wenn bei der Fußball-EM mehr als 60 000 Leute in ein Stadion gelassen wurden und man sich auf der anderen Seite in den Gemeinden viele Gedanken darüber macht, wie man in kleinen, vorsichtigen Schritten und mit tragfähigen Konzepten die Kultur und das Gemeinsame wieder aufleben lassen kann.

Ein Anliegen, das Hassendorfs Bürgermeister Klaus Dreyer (SPD) vor wenigen Wochen auf einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Jugend und Kultur in seinen abschließenden Anmerkungen vortrug. Man möge sich aktiv damit beschäftigen, unter welchen Voraussetzungen die Durchführung eines Erntefests machbar sein könne, so seine Idee. In erster Linie richtet sich seine Anfrage an den Schützenverein der Gemeinde, der als Veranstalter des Festes fungiert. Eines war dabei von vornherein klar, der Wunsch nach ein bisschen Normalität ist groß und der Spagat zwischen diesem Wunsch und dem Machbaren ist nicht eben leicht.

Doch nun steht das Konzept, und im Unterschied zu einem normalen Erntefest wird es keinen Umzug geben. Als Alternative ist ein geselliges Beisammensein auf der Rasenfläche beim Dorfgemeinschaftshaus geplant. Beginnend am Samstag, 11. September, um 14.30 Uhr soll es ein gemeinsames Kaffee- und Kuchenbüfett geben. Es geht in erster Linie darum, wieder einmal etwas Zeit gemeinsam zu verbringen. Der Tag wird dann ab 18 Uhr mit Wurst vom Grill ausklingen. „Das ist jetzt nur eine Planung unter Vorbehalt. Sollten es die Fallzahlen und gesetzlichen Vorgaben erfordern, würden wir auch kurzfristig absagen“, erläutert Timo Finke, erster Vorsitzender der Hassendorfer Schützen.

Einen ähnlichen Weg beschreitet man in Sottrum. Dort war Hans-Jürgen Krahn der Vater des Gedankens. Die Initiative des ersten Vorsitzenden des Heimatvereins hatte dafür gesorgt, dass eine Arbeitsgruppe Erntefest einberufen wurde, die sich aktiv mit den Planungen befasste. „Nun entsteht hoffentlich ein schönes Erntefest, auch wenn auf einen Umzug verzichtet werden muss“, sagt Gemeindedirektor Holger Bahrenburg. Startschuss wird am Samstag, 18. September, um 18 Uhr mit einem kleinen Auffwärmen im Außenbereich des Heimathausgeländes sein, das Fest soll bis etwa 22 Uhr dauern. Am Sonntag, 19. September, wird ab 11 Uhr dann das Hauptprogramm mit Essens- und Getränkeständen und einigen Programmpunkten stattfinden. Einige Trecker der Freunde alter Landmaschinen werden geschmückt durch die Gemeinde fahren und die Erntekrone wird an einem Frontlader befestigt und verbleibt dort auf dem Festgelände. Eine Hüpfburg und ein Karussell sowie andere Anlaufpunkte sind ebenso in der Planung. Aber auch hier gilt der Vorbehalt, dass alles nur dann stattfinden kann, wenn die rechtlichen Grundlagen es ermöglichen.

In Bötersen ist ebenfalls der Schützenverein der Veranstalter des Erntefestes. Und auch hier möchte man nach der langen Zeit der Abstinenz einen Weg finden, wie man ein Maximum an Sicherheit schaffen und trotzdem ein gemeinsames Fest auf die Beine stellen kann. Der Lösungsansatz ist hier anders als in Sottrum oder Hassendorf, denn die Bötersener werden am Samstag, 18. September, einen Umzug veranstalten. Die Wagen müssen dafür angemeldet werden. Details dazu, wie man dies machen kann, möchte der Verein noch rechtzeitig bekanntgeben. Der große Unterschied zu einem normalen Erntefest wird der sein, dass man auf den Festakt im Anschluss an den Umzug komplett verzichtet. Eine kurzfristige Absage des Umzugs, sofern erforderlich, ist natürlich auch hier ein Bestandteil der Planungen.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass durchaus Erntefeste möglich sind, nur eben in einer anderen Form als man es gewohnt ist. Und es ist letzten Endes noch nicht abzusehen, ob das auch alles umsetzbar bleibt und ab wann wieder eine Normalität Einzug halten wird, bei der man ohne Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen zusammen feiern kann, ohne dass es ein Risiko darstellt. Beim Fußball ist man da im Übrigen schon ein gutes Stück weiter und plant für die neue Bundesligasaison mit bis zu 25 000 Zuschauern.

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