Die Transparenz fehlt

„ausgestrahlt“ informiert über das Verfahren der Endlagersuche

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Viele Bürger haben sich für die Enlager-Standortsuche interessiert und sich das Info-Material der Anti-Atom-Organisation angesehen. 

Reeßum - Von Farina Witte. Besorgt, unsicher oder interessiert: Fast 200 Bürger der Gemeinde Reeßum und der umliegenden Orte hatten am Donnerstagabend Platz genommen im großen Saal des Mehrzweckgebäudes in Reeßum. Sie hörten sich an, was Angela Wolff von der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ zu sagen hatte, und diskutierten das Verfahren der Endlagersuche sowie über den potenziellen Standort Taaken.

Das Verfahren der Endlagersuche ist kritisch zu sehen, gerade wenn es um die Transparenz geht. Darin schienen sich viele Zuhörer und die Referentin am Ende einig zu sein. Denn die Verfahrenskritik war einer der Kernpunkte, die Wolff angesprochen hat. Vor allem an Transparenz fehle es seitens der Verantwortlichen. „ausgestrahlt“ hatte im Oktober 2018 eine Karte mit potenziellen Standorten veröffentlicht. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), die für die Standortsuche zuständig sind, haben etwaige Informationen bislang nicht veröffentlicht. Erst mit einem Zwischenbericht 2020 werde das Geschehen. Das ist zu spät, meinte Wolff. Es sei wichtig, dass die Bürger schon jetzt mehr über die Vorgänge erfahren und sich engagieren. „Wenn wir erst 2020 damit anfangen, ist es zu spät.“ Ihr Eindruck ist, es werde momentan darauf abgezielt, dass die Bevölkerung sich nicht solidarisiert. „Das ist die Erfahrung nach Gorleben“, sagte sie. Denn da habe sich früh massiver Widerstand gebildet.

„Atomkraft? Nein danke“ - „ausgestrahlt“ setzt sich nicht nur mit dem Müll auseinander, sondern möchte auch dafür sorgen, dass kein neuer produziert wird.

Die Karte, die „ausgestrahlt“ veröffentlicht hat, zeige Standorte, von denen die Organisation denkt, dass sie eine Rolle spielen. „Wir möchten keine Panik verbreiten“, betonte Wolff, „aber die Leute sollten frühzeitig informiert werden.“ Es könne auch sein, dass der Salzstock, der unter Taaken liegt, beschädigt ist und früh ausgeschlossen wird. Der Ansicht war auch ein Zuhörer in der anschließenden Diskussion. In der Region gebe es viele Tiefenbohrungen wegen der Gasförderung. Deshalb dürfe der Salzstock, der sich etwa von Breddorf bis Ostervesede hinzieht, durchlöchert sein. Eine andere Zuhörerin schloss sich dem an: Die Region sei ungeeignet. Sie sprach von Panikmache im Hinblick auf das, was in Taaken seit der von „ausgestrahlt“ veröffentlichten Karte passiert ist. Rolf Wedemeyer, der die Informationsveranstaltung mit den umliegenden Gemeindebürgermeistern organisiert hatte, ist überzeugt, dass man sich mit dem Thema beschäftigen müsse - egal welcher Standort ausgewählt wird. Wolff ergänzte, dass die Bohrungen natürlich ein Ausschlusskriterium sein könnten, sie sich aber derzeit nicht darauf verlassen würde.

Nach „ausgestrahlt“ wird bald auch die BGE vor Ort sprechen, kündigte Reeßums Bürgermeister Marco Körner an.

Reeßums Bürgermeister Marco Körner hatte anfangs den Wunsch geäußert, dass sich am Ende der Veranstaltung eine Bürgerinitiative gründet. Der erfüllte sich nicht. Aber während der Diskussion wurde auch klar, dass viele Bürger das Thema bewegt, egal ob Taaken letztendlich als Standort infrage kommt oder nicht. Das Bündnis Energiewende Bülstedt jedenfalls hat an dem Abend für die nächste Veranstaltung eingeladen, mit der sie sich für das Abschalten aller aktiven Atomkraftwerke einsetzen wollen. Es trifft sich zur Mahnwache anlässlich des achten Jahrestages des Unglücks in Fukushima am Montag, 11. März, um 18 Uhr an der Kreuzung Lange Straße/ Dorfstraße in Bülstedt. Auch in Reeßum werde es weitere Veranstaltungen geben. Voraussichtlich im April oder Mai werde dann die BGE vor Ort sprechen, meinte Körner.

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