Tobias und Lennard Bertzbach sorgen für gelungenes Ende beim Ahauser Herbst

Markant mit bittersüßer Note

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Tobias Bertzbach (l.) und Sohn Lennard begeistern das Publikum zum Abschluss des Ahauser Herbstes.

Ahausen - Von Bettina Diercks. Wenn der Vater mit dem Sohne in die St.-Marien-Kirche zu Ahausen kommt, wird es stimmungsvoll. Das Fischerhuder Duo (Tobias) Bertzbach & (Lennard) Bertzbach begeisterte am Sonntag mit Schlagern der 1920er bis 1940er Jahre. Mit ihrem Konzert schlossen sie die Kunst- und Kulturtage Ahauser Herbst.

Vater und Sohn kamen stilvoll im Frack. Tobias Bertzbach legte ohne Umschweife los und intonierte die deutsche Fassung von Édith Piaffs „La vie en rose“. Mit dem Chanson „Schau mich bitte nicht so an“ schloss sich Lennard Bertzbach verbal wunderbar betont dem Liebesklischee an.

„Wenn Sie ein Stück erkennen, singen Sie lauthals mit“, forderte das Duo das Publikum auf. Die stimmten gleich beim Refrain des nächsten Stückes „Oh Champs Elyseés“ (Joseph Ira Dassin) begeistert mit ein. Wie oft ist das bei einem Konzert in einer Kirche zu erleben?

„Das nächste ist ein Tango. Das heißt, es kann nicht nur gesungen, sondern auch getanzt werden.“ Doch dazu kam es dann leider nicht. Doch textsicher zeigten sich die Zuhörer auch bei „Oh Donna Clara“ (Jerzy Petersburski/Fritz Löhner-Beda) und beim plattdeutschen Couplet „An de Eck steit’n Jung mit’n Tüdelband“. Faszinierend. Platt im Frack hatte dabei seinen ganz eigenen Charme.

Kein Wunder, dass das Publikum die beiden nicht wirklich gehen lassen wollte, bei so viel witzig Zweideutigem mit markanten Refrains und bittersüßer Note. Den Organisatoren ist mit diesem Arrangement ein unterhaltsamer, stimmungsvoller Ausklang des Ahauser Herbstes gelungen.

Tobias Bertzbach wirkte zwar den ganzen Abend etwas angespannt, überzeugte aber mit manchmal fast spitzbübischem Charme, seiner Stimme und feinsinnigem Humor, der noch einmal so richtig beim Couplet „Nehm'se nen Alten“ (Otto Reuter) aufblitze und die Zuhörer erheiterte. Sohn Lennard stand ihm da in nichts nach, dass offenbarten die kleinen Momente, die der virtuose Pianist außerhalb der Tastatur zu sehen war. Besonders charmant der Moment, als Lennard Bertzbach bei einem neu ins Repertoire aufgenommen Stück erstmal überlegen musste, welche Tonlage zu spielen war.

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