Thomas Lehmann ist als „Asylbetreuer“ für die Samtgemeinde im Einsatz

Der Problemlöser

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Thomas Lehmann kümmert sich um die Flüchtlinge in Sottrum und muss sie dabei auch schon mal mit dem Dienstwagen vom Bahnhof abholen, wenn sie dort ankommen.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Immer noch strömen Flüchtlinge nach Deutschland. Auch in der Samtgemeinde Sottrum sind mittlerweile mehr als 200 Asylsuchende untergekommen – 100 seien noch bis Ende März zu erwarten. Bei deren Unterbringung bekommen Matthias Röhrs und Heidrun Intemann von der Verwaltung seit 17. Dezember Unterstützung von Thomas Lehmann. Der 37-Jährige ist als „Asylbetreuer“ tätig. Schon auf dem Flur des Rathauses prasseln Fragen der Flüchtlinge auf ihn ein, die Anliegen sind vielfältig.

Das Aufgabenfeld von Lehmann ist umfangreich. Das fällt bereits zu Anfang auf. Wenn die Kollegen eine Wohnung für eine Familie – überwiegend sind in der Samtgemeinde momentan Familienverbände untergebracht – finden, geht es für Lehmann richtig los. Betten, Tische, Stühle und Schränke, meist aus Spenden – das alles will aufgebaut werden, damit die Asylsuchenden dort unterkommen können. Unterstützung bekommt er dabei auch immer mal wieder vom Asylkreis sowie den Kollegen des Bauhofs und des Klärwerks, die vor allem bei handwerklichen Dingen helfen.

Vor Ort ist Lehmann dann auch Ansprechpartner für die Flüchtlinge – der Problemlöser quasi. Angestrebt sei, in regelmäßigen Abständen bei den Familien nach dem Rechten zu schauen – momentan sei das zeitlich aber noch nicht zu schaffen.

Wichtig bei seiner Arbeit ist, die andere Seite zu verstehen. Das sei von Bedeutung, um die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, erzählt er. „Die Sprache ist dabei ein Problem“, gibt Lehmann zu. Doch er und seine Kollegen bekämen das gut hin. „Bisher bin ich noch bei keinem an meine Grenze gestoßen“, so der gelernte Bürokaufmann.

Und das, obwohl jede Woche wieder neue Flüchtlinge untergebracht werden wollen. „Wenn wir eine Wohnung haben, ist die auch gleich wieder belegt“, macht Heidrun Intemann deutlich. Deswegen seien sie und Matthias Röhrs auch immer auf der Suche nach geeigneten Immobilien – die es dann zu besichtigen gilt. Das sei besonders wichtig, um zu wissen, wie die Wohnungen geschnitten sind und wie viele Menschen dort untergebracht werden könnten. „Wir sind also für jeden Hinweis dankbar“, so Intemann. Wenn die beiden sich eine geeignete Wohnung angeschaut hätten – teilweise sind auch welche dabei, die gar nicht infrage kommen, wie Intemann zugibt – geht es an den Mietvertrag. Über diesen entscheidet schlussendlich der Landkreis Rotenburg.

Bei den Vermietungen spielt auch die Kommunikation eine große Rolle. „In ihren Herkunftsländern wird vieles anders gemacht. Da muss ich den Flüchtlingen erst einmal einige Dinge erklären. Das fängt zum Beispiel bei der Mülltrennung an“, so der Sottrumer.

Dafür hat sich Lehmann schon mit Handzetteln beholfen, auf denen er in verschiedenen Sprachen Dinge festhält. Auch an vermeintlich simple Themen – die Heizung auszuschalten, wenn man lüftet – müssten die Asylsuchenden herangeführt werden. Das übernimmt Lehmann ebenfalls. „Es ist mir wichtig, die Harmonie zwischen Vermieter und Mieter zu erhalten. Die Vermieter sind unser höchstes Gut“, betont der Sottrumer. Es gehe um die Schaffung, Suche und Erhaltung des Wohnraums. Die Hoffnung im Rathaus: „Wenn sich herumspricht, dass sich die Familien gut machen, melden sich vielleicht weitere Vermieter bei uns.“

Und das wäre auch dringend nötig. Die nächste Quote für die Zuweisung bekommt die Samtgemeinde Sottrum am 1. April, der Wohnraum ist jedoch schon jetzt knapp. Thomas Lehmann bleibt als Stütze für die Kollegen und die Asylsuchenden aber dabei und betont: „Die Arbeit macht Spaß, und ich gehe gerne hin, auch wenn es manchmal anstrengend ist.“ Da klopft bereits die nächste Familie an der Tür des Büros – Thomas Lehmann und seine Kollegen sind wieder gefordert.

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