Theater AG II des Sottrumer Gymnasiums überzeugt mit Aufführung

Der Traum beginnt

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Dank der Zauberblume verliebt sich Titania in einen Esel.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Vogelgezwitscher lullt die wartenden Zuschauer in der Aula des Sottrumer Gymnasiums ein. Unterbrochen wird die Idylle durch eine singende Wandergruppe: „Ein Fahrradlenker – (im Chor) ein Fahrradlenker – ein Gaspedal – (im Chor) Ein Gaspedal ...“. Was bitte, hat das mit Shakespeares Sommernachtstraum zu tun?

Schon hat die Theater-AG II des Sottrumer Gymnasiums das Publikum in ihren Bann gezogen. Zwei der Wanderer haben keine Lust mehr und finden unter einem Baum ein eingestaubtes Buch von Shakespeares Sommernachtstraum – der Traum beginnt. Und zwar in einem Waldstück zur Sommerzeit im antiken Athen.

In Sottrum nimmt der Traum schon durch die liebevoll gestalteten Kostüme Gestalt an. Die Elfen schweben nur so herein und durch ihre Rollen. Auf den Leib geschnitten sind auch die Kostüme von Oberon (Nikolas Dehnbostel) und Titania (Johanna von Truchseß), dem Elfenkönigspaar. Das Bühnenbild ist schlicht, die volle Konzentration der Zuschauer liegt bei den Darstellern. Die überzeugen nahezu durchweg in ihren Rollen. Flüssig und souverän tragen sie die Dialoge vor, oftmals perfekt mit Mimik und Gestik abgestimmt. Einigen der Protagonisten ist anzumerken, dass sie bereits über Theatererfahrung verfügen; aber auch der Spaß, den es ihnen macht.

Ein schönes Pärchen geben Puck (Francesca Waehneldt) und Gehilfe (Philipp Urbas) ab, die nur Unsinn im Kopf haben. Philipp Urbas fällt bei dieser Aufführung eine stimmlose Rolle zu, die er sehr gut umsetzt und selbst dann beibehält, als die Schauspieler die Schlussverbeugung zum zigsten Mal wiederholen müssen.

Puck tut es seinem Herren Oberon nach, der aus Eifersucht und Rache seine geliebte Titania mit der Zauberblume verhext. Sie soll sich in das nächste sich nahende Wesen verlieben. In dem Fall ein Esel. Puck mischt alle sich bisher Liebenden wild durcheinander und verursacht ein komisches Chaos.

Für herzhafte Lacher sorgt allerdings der erste Auftritt von Herzog Theseus (Julie Krahl). Als sie sich vom Stuhl erhebt, ist unter dem weißen Hemd ein großes Kissen zu entdecken, das dem schmalen Mädchen Fülle verleihen soll.

Nicht nur beeindruckend professionell tot umfallen kann Pyramus (Carlotta Winde) sondern mit einem gewissene eigenen Witz und sauber vorgetragenen Dialogen, mit passender Mimik und Gestik begleitet, die Rolle füllen. Selbst als Esel, in den er von Oberon verzaubert wurde.

Sinnvoll ist es, bereits ein wenig mit dem Stoff vertraut zu sein, sonst mag es verwirrend erscheinen, dass einige modern gekleidete Menschen auf der Bühne auftauchen und ein Theaterstück innerhalb der Inszenierung planen. Sie stellen die sechs Athener Handwerker da, die bei der Hochzeitsfeier von Theseus und Hippolyta die „tief tragische Komödie“ von Pyramus und Thisbe aufführen wollen.

Die vier Tage, die Shakespeares Sommernachtstraum wiedergeben, vergehen in Sottrum wie im Fluge. Besonders die Darbietung der tragischen Komödie sorgt für reichlich Lacher im Publikum. Der Besuch der kurzweiligen Aufführung ist ein wahres Vergnügen.

Weitere Aufführungen des Sommernachttraums gibt es heute und morgen jeweils um 19 Uhr.

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