Theater AG II des Sottrumer Gymnasiums präsentiert „Der eingebildete Kranke

Molière im neuen Gewand

Argan (Phillipp Urbas, M.) mit dem falschen Schwiegersohn (Julie Krahl, l.) und dessen Mutter (Lea Dettmers).   - Foto: Stahl

Sottrum - Von Heidi Stahl. Mehr als zwanzig junge spielfreudige, quirlige und hochmotivierte Akteure der Jahrgangsstufen fünf bis neun hatte Lehrerin Anja Niebuhr bei der Theater AG II des Sottrumer Gymnasiums unter ihre Fittiche genommen, mit ihnen eine klassische Molière Komödie umgeschrieben und in die heutige Zeit und nach Sottrum versetzt.

„Der eingebildete Kranke“, Lektüre im Deutschunterricht der 8. Klasse, bildete die Grundlage, an der sich die Schüler mit eigenen Ideen und humoristischen Gags einbringen konnten. Der hypochondrische, eingebildete Kranke Argan (Philipp Urban), der Medikamente gleich in Großpackungen für die diversen eingebildeten Zipperlein kauft und mit Scheckkarte bezahlt, die geldgierige, verlogene Ehefrau Béline (Johanna von Truchseß), die mit Hilfe einer falschen Notarin (Beeke Röhrs) dem Ehemann ein Testament zu ihren Gunsten abschmeicheln will, die liebevolle Tochter Angelique (Gesa Grüning), die einen anderen liebt und heiraten will, als den von ihrem Vater ausgewählten eingebildeten, angehenden Arzt (Julie Krahl) und die Zwillingszimmermädchen (Selina Marschhausen und Renée Branderhorst), die dann auf raffinierte und respektlose Art alles wieder in Ordnung bringen. Das ist der Stoff, aus dem diese turbulente Komödie zusammen gemixt wurde.

Philipp Urban, der schon als Elfjähriger vor drei Jahren als Herzkönig in „Alice im Wunderland“ seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis stellte, konnte in der Rolle des eingebildeten Kranken im leopardgemusterten Schlafrock alle Register ziehen und die turbulent aufeinanderfolgenden Szenen als ruhender Pol zusammenfügen.

Ein paar mehr Apotheker und Ärzte als im Original wurden eingebaut, um die geschäftstüchtigen Machenschaften dieser Berufsgruppen zu demonstrieren und die Vermarktung von obskuren Medikamenten, die die Schüler aus eigenem Alltag kennen, kritisch zu beleuchten.

Mit erstaunlich offenen Augen beobachten die Schüler im Alter von 11 bis 16 Jahren ihre Umwelt und zeigten, dass sie durchaus differenziert mit den Verführungen der Werbung in den Medien umgehen können. All das verpackt in Wortwitz und Spielfreude machen eine erfolgreiche Komödie aus, wie sie die Theater AG II zeigte.

Anja Niebuhr fügte diese quirligen und so unterschiedlichen Darsteller souverän zu einem harmonischen Ensemble zusammen, fand in ihrer Besetzung für jeden die passende Rolle, und man merkte den Schülern an, dass sie sich von der Begeisterung ihrer Lehrerin für die Schauspielerei anstecken ließen und sie ausnahmslos für ihr Engagement bewunderten. Wer die Premiere am Montag verpasst hat, kann sich am Mittwoch, 15. Juni, noch einmal ab 19 Uhr an der turbulenten Komödie erfreuen.

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