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In den Startlöchern

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Von: Nina Baucke

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Die Elbe-Lippe-Leitung soll keine Erdverkabelung beinhalten, sondern ausschließlich über Freileitungen laufen.
Die aktuellen Pläne sehen vor, dass die Elbe-Lippe-Leitung keine Erdverkabelung beinhaltet, sondern ausschließlich über Freileitungen läuft. © Schultz

Entlang der von Tennet geplanten Trasse soll das neue Projekt des Netzbetreibers entstehen – die Elbe-Lippe-Leitung, die auf ihrem Weg von Nord nach Süd auch die Samtgemeinde Sottrum durchquert.

Sottrum – Auf den schematischen Karten, auf denen das niederländische Unternehmen Tennet den Verlauf aktueller und geplanter Stromtrassen darstellt, ist sie bislang erst als Bestandsleitung eingezeichnet: eine dünne, rote durchgängige Linie, die die Umspannwerke Dollern bei Stade und Ovenstädt bei Minden miteinander verbindet. Entlang dieser Trasse soll das neue Projekt des Netzbetreibers entstehen – die Elbe-Lippe-Leitung, die auf ihrem Weg von Nord nach Süd auch die Samtgemeinde Sottrum durchquert.

Wie bereits die im Bau befindliche Leitung Stade – Landesbergen, die die bestehende 220-kV-Leitung ersetzen soll, ist auch die Elbe-Lippe-Leitung Nord (ElLi) dazu gedacht, eine bestehende 380-kV-Leitung zu verstärken und zu ersetzen. „Den Bedarf dazu hatte die Bundesregierung zu Beginn der Planung für Stade – Landesbergen 2013 noch nicht bestätigt“, erklärt Renate Gaus, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet. „Das war erst im vergangenen Winter klar, und seitdem läuft auch erst die Planung.“ Dabei stelle gerade diese Verbindung zwischen Dollern und Ovenstädt eine der „zentralen Stromleitungen zwischen Nord und Süd“ dar, wie Tennet informiert. Dazu kommt: Die Elbe-Lippe-Leitung ist zusätzlich mit einer Eilbedürftigkeit gekennzeichnet: „Die Erzeugnis-Infrakstruktur hat sich verändert“, heißt es seitens Tennet.

Wir sind dazu angehalten, den Bestand zu prüfen, aber wo das sein wird, ist noch Glaskugelguckerei.

Philipp Rumohr, Leiter des EILi-Projekts

Inwieweit sind für die Ersatzleitung der bestehenden 380-kV-Verbindung die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen lässt, ist noch nicht klar. „Wir sind dazu angehalten, den Bestand zu prüfen, aber wo das sein wird, ist noch Glaskugelguckerei“, erklärt Philipp Rumohr, Leiter des ElLi-Projektes. „Natürlich, was am Ende nicht benötigt wird, wird dann auch zurückgebaut. Das ist jetzt schon für die Leitung Stade – Landesbergen klar, dass das bei der alten 220-kV-Leitung der Fall sein wird“, so Gaus. „Wir müssen zunächst die entsprechenden Daten erheben und Planungsbüros beauftragen, die dann innerhalb der nächsten zwei Jahre die Informationen aufbereiten werden“, sagt Rumohr.

Aktuell befindet sich das Team für dieses Projekt im Aufbau. „Das ist in dieser Größenordnung immer ein aufwendiges Unterfangen, zumal ja auch viele EU-Vorgaben und -Fristen eingehalten werden müssen“, so Rumohr weiter. „Damit werden wir bis Sommer beschäftigt sein, und erst ab dann geht es wirklich in die Planungen. Bis dahin sind alles lediglich Vorplanungen.“

Was allerdings schon feststeht: „Der Gesetzgeber hat sich schon in soweit positioniert, dass es Freileitungen sein müssen, Erdverkabelung ist ausgeschlossen“, sagt Gaus. „Aber was dann wirklich im Laufe eines solchen Projektes noch passiert, kann man noch nicht sagen.“

Auch, wenn die geplante Trasse, die sich eng an der Bestandsleitung orientiert, die Samtgemeinde Sottrum durchquert – das bestehende Umspannwerk Sottrum tangiert die Elbe-Lippe-Leitung nicht. „Von daher werden dort für dieses Projekt keine Veränderungen nötig sein“, betont Gaus. „Die derzeit laufenden Arbeiten im Umspannwerk Sottrum stehen in Zusammenhang mit dem Ersatzneubau für die Leitung Stade – Landesbergen.“ Allerdings: Als ein davon unabhängiges Projekt stehen auch bereits die Planungen für ein weiteres Umspannwerk in Sottrum schon in den Startlöchern, dort sollen dann die Elbe-Lippe-Leitung sowie die Leitung Conneforde – Sottrum mit mehreren 110-kV-Leitungen aus der Umgebung verknüpft werden.

Bislang geht Tennet von einer Inbetriebnahme der Elbe-Lippe-Leitung 2032/33 aus. „Im Idealfall beginnen wir frühestens 2027 mit den ersten Abschnitten und arbeiten von Nord nach Süd. Manche Abschnitte werden schneller gehen, in anderen brauchen wir etwas länger. In welche Abschnitte wir die Strecke einteilen, wird sich erst in den nächsten Jahren klären“, erläutert Rumohr.

Auf der Karte ist die geplante Leitung in Rot verzeichnet.
Auf der Karte ist die geplante Leitung in Rot verzeichnet. © Tennet

Alles, was ansonsten in den vergangenen Jahren zu den verschiedenen Tennet-Projekten an Informationsveranstaltungen gelaufen ist, muss das Unternehmen derzeit aufgrund der aktuellen Lage ins Internet verlagern. „Wir haben die technischen Möglichkeit, dass in den Onlinekonferenzen viele Teilnehmer dabei sein können“, so Gaus. „Und auch damit haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht. Wir können auch auf diesem Weg Karten zeigen und das Projekt erläutern.“

Zwei Termine für die Online-Veranstaltungen Ende Januar stehen bereits fest: Mittwoch, 26. Januar von 17.30 bis 19.30 Uhr sowie Freitag, 28. Januar, 10 bis 12 Uhr. Aber aktuell hofft Gaus auch auf einen öffentlichen Infomarkt vor Ort in Sottrum – „vielleicht im April oder Mai, wenn Corona es zulässt“. Terminunabhängig hat Tennet auch auf seiner Website unter www.infomarkttennet.eu Informationen zu einem digitalen Infomarkt zusammengestellt.

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