„Sottrum 2030“: Jetzt äußern sich die Parteien

Tendenz zum Mittelweg

Die anfangs gesammelten Ideen sollen in ein Konzept einfließen. Der nächste Schritt ist, dass sich die Gemeinde für eine Entwicklungstendenz entscheidet.  
Foto: faw
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Die anfangs gesammelten Ideen sollen in ein Konzept einfließen. Der nächste Schritt ist, dass sich die Gemeinde für eine Entwicklungstendenz entscheidet. Foto: faw

Sottrum – Die heiße Phase hat begonnen. Seit Montag läuft die Bürgerbeteiligung zum Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“. Online gibt es die Möglichkeit, zu den vom hannoverschen Planungsbüro „plan zwei“ entwickelten Szenarien Stellung zu nehmen. Und am Freitag steht von 15 bis 19 Uhr eine Informationsveranstaltung am Heimathaus in Sottrum an.

Ein Szenario ist demnach, dass Sottrum sich in seiner jetzigen Form qualitativ in seiner dörflichen Struktur weiterentwickelt. Das Zweite hingegen setzt auf Wachstum, dass die Gemeinde in den kommenden zehn Jahren immer mehr städtische Strukturen einnimmt. Im Internet und am Freitag am Heimathaus können sich die Bürger selbst Gedanken dazu machen, Präferenzen ausloten und Optionen diskutieren, ehe irgendwann die Politik diesem Leitfaden für zukünftige Entscheidungen einen festen Rahmen gibt. Die Parteien im Gemeinderat sind ebenfalls auf der Suche nach ihren Standpunkten.

Denn nachdem die beiden Szenarien bekannt sind, gibt es auch fraktionsintern natürlich konkrete Debatten um die Zukunft Sottrums. Trotzdem geben die ersten Politiker auf Nachfrage erste „Wasserstandsmeldungen“ ab, in welche Richtung – Stadt oder Dorf? – sie tendieren. Die beiden großen Parteien scheinen demnach einen goldenen Mittelweg finden zu wollen. „Es wird vermutlich eine Mischung geben“, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU). Er verweist auf das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP), das Sottrum als Grundzentrum schon in eine Rolle zwinge, die einem Dorf nicht entspricht. Auch das sich mittlerweile gut entwickelnde Gewerbegebiet an der Autobahn werde für eine Nachfrage an Wohnungen, also für Wachstum sorgen. Nahverdichtung sei hier ein Stichwort. „Wir dürfen der Landwirtschaft nicht die Flächen entziehen“, sagt Krahn.

Mit diesen Positionen stehen die Christdemokraten nicht alleine da. „Wir sind keine Stadt“, wägt etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Brandt ab, „Wir dürfen aber den dörflichen Charakter nicht zu sehr hochhalten. Das bringt uns nicht weiter.“ Entwicklungen dürfe man nicht aufhalten, man müsse aber aufpassen, keine Fehler zu machen, zum Beispiel die Infrastruktur bei zu großem Wachstum nicht zu überlasten. Dies sei in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel passiert, als man das Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit dem A1-Gewerbegebiet unterschätzte. Es dürfe kein Wachstum um jeden Preis geben. Zudem wünsche er sich im zukünftig fertigen Konzept „Sottrum 2030“ konkretere Handlungsvorschläge von „plan zwei“.

„Es gibt sicher einige Positionen, die man aus dem anderen Szenario übernehmen kann“, sagt Marlis Musfeldt von den Grünen. Ihre Fraktion hält das Dorf-Szenario für naheliegender – und für die Partei auch passender. Darin seien mehr grüne Themen enthalten. Darüber hinaus lebe der Ort Sottrum von seiner Überschaubarkeit, auch wenn er bereits ein Zwitter zwischen Dorf und Stadt sei.

Andreas Zack, der für die FDP den Entwicklungsprozess begleitet hat, tendiert zusammen mit seiner Fraktion ebenfalls zum Dorf-Szenario, wobei „natürlich beide ihre Vorzüge haben“, wenn man sie für sich betrachte. Die Szenarien seien bewusst so kontrastiert geworden. „Nun bin ich gespannt, inwieweit sie polarisieren.“ Die FDP weiter in einer Stellungnahme von Mittwochabend: „Aus unserer Sicht brauchen wir moderne Antworten auf geänderte Lebensbedingungen. In den einzelnen Maßnahmen wird es sicher noch Detaildiskussionen geben, das Leitbild von Szenario 1 trifft es jedoch ziemlich klar: ,Der dörfliche Charakter Sottrums soll erhalten und gestärkt werden. Der Ort soll an die Anforderungen des demografischen Wandels angepasst und nachhaltig entwickelt werden. Die Lebensqualität Sottrums liegt im großzügigen, naturnahen Wohnumfeld und einer guten Nahversorgung hinsichtlich Handel sowie öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Nachbarschaft und Vereinswesen sind Ausdruck der lebendigen Dorfgemeinschaft.’“  mro

Beteiligung

Am Freitag gibt es von 15 bis 19 Uhr eine Informationsveranstaltung zu „Sottrum 2030“ am Heimathaus – Maske nicht vergessen. Noch bis zum 21. Juni können Sottrumer Bürger zudem online ihre Meinung zu den Szenarien kundtun. Mehr Informationen gibt es auf der Website www.sottrum2030.de.

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