Tennet will im Winter Hassendorfer Trassen-Teil beantragen

Tendenz zur Freileitung

Die Umsetzung des Ersatzneubaus der Stromtrasse Stade-Landesbergen ist umstritten. Foto: Röhrs

Hassendorf – Ende des Jahres will der Netzbetreiber Tennet in das Planfeststellungsverfahren für den vierten Bauabschnitt des Ersatzneubaus der Stromtrasse Stade-Landebergen einsteigen. Das bestätigt das Unternehmen auf Nachfrage. Ein Zeitpunkt, der insbesondere in Hassendorf auf Interesse stoßen wird, schließlich muss sich Tennet dann endgültig dazu äußern, ob man eine Freileitung um das Dorf herum beantragen wird oder ob es doch eine Erdkabel-Variante zwischen Hassendorf und Sottrum geben wird – das fordern Umweltschützer und die Bürgerinitiative „Hassendorf unter Strom“.

Doch die werden möglicherweise enttäuscht. Nach heutigem Stand wird Tennet wohl die Freileitung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – die entscheidende Behörde – beantragen. Eine Momentaufnahme, betont man bei Tennet. Man weiß, wie sensibel das Thema insbesondere in Hassendorf ist. Bis zum Winter könne sich das noch ändern, so der zuständige Teilprojektleiter, Otto van Westrenen. Tennet würden aber noch keine Erkenntnisse vorliegen, etwas Anderes – also das Erdkabel – zu beantragen.

Man drückt sich vorsichtig aus. Van Westrenen spricht von einem Balanceakt, einem Pendel, das derzeit in Richtung Freileitung schlage. Die gilt als unbeliebt. Sie verschandele das Landschaftsbild, so die Erdkabel-Befürworter insbesondere bei „Hassendorf unter Strom“, zu dem gefährde sie im Bereich der Wümmeniederung in Richtung Hellwege viele seltene Vogelarten – etwa den nordischen Schwan, so der Vorsitzende des Rotenburger Nabu, Roland Meyer. Derartige „Vögel der offenen Landschaft“ hätten ein schlechtes räumliches Sehvermögen und seien aufgrund ihrer Größe nur schwer manövrierfähig. Freileitungen seien also eine tödliche Gefahr.

Die Freileitung ist schon lange für den Ersatzneubau geplant, bis auf einige Anpassungen ist die neue Trasse mit der alten zwischen Stade und Landesbergen identisch. Lediglich um Wohngebiete werden nun Bögen geschlagen, so entfällt dadurch auch in Hassendorf-Bahnhof eine der Freileitungen über dem Wohngebiet. Doch im Laufe der Zeit hat Tennet auch einen sogenannten Prüfauftrag der Erdkabel-Variante bei Hassendorf von den Behörden bekommen. Der soll die Frage klären, ob ein Erdkabel nicht doch die bessere Alternative ist. Ganz gleich, ob die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr es am Ende genauso sieht. „Es geht um Transparenz“, so Tennet-Sprecherin Renate Gaus. Oder: auch wenn Tennet eine Freileitung beantragt, kann die Behörde immer noch ein Erdkabel verlangen.

Und das ist wohl auch das, auf das sich die Gegner der Freileitung fokussieren können. Denn mit dem Planfeststellungsverfahren beginnt Ende des Jahres ebenfalls die vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung. Dann kann jeder zu den Plänen offiziell Stellung nehmen. Zudem plant Tennet für diesen Zeitpunkt auch eine weitere Infoveranstaltung zum dann beantragten Projekt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wahlkrimi in Polen: Das Rennen zwischen Duda und Trzaskowski

Wahlkrimi in Polen: Das Rennen zwischen Duda und Trzaskowski

Totalschaden für Vettel und Ferrari bei 85. Hamilton-Sieg

Totalschaden für Vettel und Ferrari bei 85. Hamilton-Sieg

Das Motorrad fit für die Saison machen

Das Motorrad fit für die Saison machen

Diese Autos werden 2020 zu Oldtimern - Ist Ihres dabei?

Diese Autos werden 2020 zu Oldtimern - Ist Ihres dabei?

Meistgelesene Artikel

Unter erschwerten Bedingungen

Unter erschwerten Bedingungen

Krisenmanagement inklusive

Krisenmanagement inklusive

Ein neuer Versuch

Ein neuer Versuch

Brandstiftungs-Verdacht: 20-Jähriger soll Carport entzündet und Strohballen-Brand gelegt haben

Brandstiftungs-Verdacht: 20-Jähriger soll Carport entzündet und Strohballen-Brand gelegt haben

Kommentare