Teilnehmer am Seminar mit Kenzie Dysli können mit ihren Tieren frei arbeiten

Pferdeflüsterin in Aktion

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Kenzie Dysli zeigt den Teilnehmern, wie sie mit ihrem Tier frei arbeiten – ohne Halfter und Zügel.

Eversen - Von Bettina Diercks. Sie ist die derzeit populärste „Pferdeflüsterin“: Kenzie Dysli, bekannt geworden durch die Kinofilme „Ostwind“, für die sie die Hauptdarstellerin doubelte und die vierbeinigen Darsteller trainierte. Seitdem träumen offenbar viele Reiter davon, ihr Pferd nur mit einem Wink zu lenken und künftig auf Sattel und Zaumzeug zu verzichten. Die Nachfrage nach Seminaren mit Dysli sind groß.

Volker Paetzold, Eigentümer vom „Heidehof Wolfsgrund“ in Eversen, einem Pensionspferdebetrieb, gelang es, die namhafte Pferdetrainerin auf seinen Betrieb zu holen. Dort schulte sie am Wochenende acht Pferdebesitzer mit ihren Tieren.

„Das Wichtigste ist, dass es mir gut geht. Mir geht es gut, wenn wir alle Spaß haben“, sagte Paetzold, der mit seinem Andalusier-Wallach Mentor ebenfalls an der Schulung teilnahm. „Ich würde mich freuen, wenn sich alle mit Kenzie wohlfühlen, dass jeder etwas mitnimmt und zu Hause etwas davon ausprobiert. Macht weiter und lasst euch nicht irritieren, wenn euch jemand anquatscht.“

Paetzold bekannte, eher mit seinem Braunen Quatsch zu machen, denn ernsthafte Absichten zu verfolgen. Er ist Verfechter einer behutsamen, pferdegerechten Reitweise und eines möglichst tiergerechten Umganges. Dem kommt die Arbeit mit Dysli nahe, die viel durch das Beobachten der Pferde – gerade auch in Herden – gelernt hat, wie sie selbst erzählte. „Das ist ein Kurs, der zu mir und dem Heidehof passt“, sagte Paetzold. Der Betrieb ist nicht festgelegt auf bestimmte Reitweisen.

„Flüstern“ klingt natürlich faszinierend. Der Weg dorthin ist allerdings lang. Das wurde in dem zweitägigen Seminar klar. Und: Dysli wispert mehr mit dem Körper. Ihre Stimme setzt sie in unterschiedlicher Dosierung und verschiedenen Variationen ein, um ihre Arbeit zu unterstützen.

Wer jetzt glaubt, die junge Frau schafft es, die Pferde nur mit Schmuserei zu überzeugen, irrt. In der Reithalle des Heidehofes lieferte sie sich so manche vorwiegend nonverbale Diskussion, die durch eine lange Gerte unterstützt wurde. Nicht mit Schlägen, sondern mit winkenden, wippenden, wedelnden aber durchaus auch schnalzenden Peitschenhieben auf den Boden, um die Fronten zu klären und Grenzen abzustecken. Alle Arbeiten fanden vom Boden aus statt, also ohne Reiter.

Erstaunlich und beeindruckend war nicht nur, wie häufig die teilnehmenden Vierbeiner bei ihr auf Anhieb anders reagierten und sich deren Körpersprache veränderte. Buchstäblich waren rauchende Pferdeköpfe zu sehen. Gut zu erkennen war, wie die Tiere nachdachten. Die Zweibeiner trauten sich offenbar nicht, das gerade Gelernte vor Publikum zu üben.

Am zweiten Tag konnten bereits alle acht Teilnehmer mit ihren Pferde frei arbeiten, also ohne Halfter und Strick. „Es gab viele Aha-Effekte. Dysli hat gut erklärt, was aus welchen Gründen funktioniert. Mein Mentor hat sich angestrengt und ich konnte merken, wie interessant es für ihn war und dass er viel gelernt hat. Das Wochenende war richtig, richtig cool“, sagte Paetzold zum Abschluss.

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