A-Capella-Formation gibt Auftaktkonzert für Sing Sottrum Sing

„Sub5“ sorgt für einen Spitzenabend

Mit viel Gefühl statt einer aufwendigen Bühnenshow begeisterten „Sub5“ das Publikum. Fotos: Pröhl

Sottrum - Von Henrik Pröhl. „Danke für einen Spitzenabend“, hat jemand am 12. August ins Gästebuch von „Sub5“ geschrieben. So viel also zu den Vorschusslorbeeren. Sottrum macht an diesem Wochenende musikalisch mobil und haut den Slogan „Sing Sottrum Sing“ heraus. Was in den Workshops und Konzerten des folgenden Tages passiert, ist an diesem Freitagabend nur dem ausgelegten Flyer zu entnehmen. Den Auftakt zu diesem Musik-Event liefert das A-Capella-Quintett „Sub5“.

Die fünf jungen Leute haben sich in der schicken Aula des Gymnasiums eingerichtet. Am Eingang ein mit Lichterkette dekorierter Tisch voller Fan-Artikel und CDs und eben dieses Gästebuch, das handgeschriebene Lobeshymnen enthält. Veranstalter Edwin Bohlmann, der neben Tatjana Schuba die Veranstaltung auf die Beine gestellt hat, will seine Ernüchterung nicht verhehlen. Er bedauert, dass sich die Wümme-Wieste-Chorvereinigung unter Johannes Kaußler nicht am Wochenende beteiligt, wo die doch, so Bohlmann „198 von 200 Bachkantaten beherrscht.“ Es hätten übrigens auch ein paar mehr Besucher sein können, die gleich einen Abend des besonderen Gesangs erleben dürfen.

Damit ist noch nicht Bürgermeister Klaus Dreyer gemeint, der sein Grußwort anfänglich singt. Gemeint ist „Sub5“, das junge Quintett aus Hannover, das jetzt die Bühne in Beschlag nimmt und von Anbeginn zwei Stunden lang sein Publikum in Atem hält. Nach musikalisch-afrikanischem Mango-Auftakt kommen Nettigkeiten: „Weiß nicht, ob wir schon mal in so einer schönen Aula gesungen haben“, heißt es gleich zu Beginn. Das gefällt den Sottrumern, ist aber kein Anbiedern. Die Gäste sind wirklich so nett. Und sie können verdammt gut singen. Intonation, Stimme, Klang, Artikulation, alles sitzt und scheint den jungen Kehlen mühelos zu entgleiten.

Schönste Arrangements wechseln einander ab und schmeicheln dem anspruchsvollen Ohr. Und das Repertoire ist beachtlich, reicht vom frisch getunten Volkslied, über Jazz bis Pop, da bleiben keine Wünsche offen. Und ab und an darf auch das Publikum mitmischen: „Jetzt brauchen wir Waldgeräusche“, heißt es von der Bühne, und brav pfeift und zwitschert es aus den Reihen. Dazu singen die fünf Bühnenhelden „Wenn ich ein Vögeln wär“ und meinen es nicht ironisch.

Wenn bei „I got rhythm“ ein Schlagzeug zu hören ist, dann ist das selbstverständlich mundgemacht. Das ist Gesang, der aufhorchen lässt. „Sub5“ kann aber auch anders, liefert „You never walk alone“ und hat damit in Liverpool Menschen zu Tränen gerührt, wie die Gruppe berichtet. Mit „Penny Lane“ sorgt die Gruppe wieder für wippende Freude. „Völlig Spitze“, entfährt es einem begeisterten Zuhörer in der Pause. Und die CDs mit Autogramm gehen weg wie warme Semmeln. Ein anderer Mensch aus dem Publikum: „Seid ihr denn von allen guten Geistern verlassen, so schön zu singen?“

Warum ist denn nun vor fünf Jahren ausgerechnet ein Quintett gegründet worden? „Vier sind zu wenig, sechs sind zu viel“, sagt die Altistin ohne Umschweife. „Es ist echt schön, hier zu sein und mit so netten Leuten zu sprechen“, sagt der Mann mit dem weichen Bass. „Sub5“ bringt besten Gesang in allen Stilrichtungen und reißt sein Publikum mit. Das Quintett kriegt es sogar hin, Schnulzen wie „Kein schöner Land“ zu entstauben und frisch aufzupolieren. „Bevor wir zu den eventuellen Zugaben kommen“ ist nur eine Andeutung dessen, was längst klar ist. Ohne die kommt hier niemand raus. „Wir hatten einen ganz tollen Abend“, heißt es jetzt wieder nett auf der Bühne. Applaus und Jubelrufe aus dem Saal bestätigen die Aussage.

„Tank you for the music“ von Abba könnte da ein sinniger Schluss sein. Das Quintett aber überrascht, legt die Mikros aus der Hand und singt unplugged „The Lord ist my Shepherd“. Und spätestens jetzt hat jeder gemerkt, dass dies ein Spitzenabend war und könnte das ins Gästebuch von „Sub5“ schreiben, wenn es nicht schon längst drin stünde.

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