Nach Rodung im Dezember

Stuckenborstel: Wiederaufforstung beginnt

Zwei Hohlspaten stecken im Boden.
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Die Wiederaufforstung in Stuckenborstel hat begonnen.

In Stuckenborstel hat am Montag die Aufforstung des Waldes inmitten des Dorfes begonnen. Er wurde im Dezember weitgehend aufgrund Borkenkäferbefalls gerodet.

Stuckenborstel – Mehr als 5 000 Setzlinge in anderthalb Tagen. So lautet die Rechnung bei der Wiederaufforstung des Waldes inmitten der Ortschaft Stuckenborstel. Die hat am Montag begonnen und bildet einen Schlusspunkt eines Aufreger-Themas im Dorf. Und so war es wohl wenig überraschend, dass während der Maßnahme immer wieder neugierige Passanten aus dem Dorf zuschauten oder ihre Hälse über die Zäune reckten.

2 075 Rotbuchen, 3 025 Stieleichen dazu einzelne andere Arten für den zukünftigen Baumlehrpfad. Das ist eine große Anzahl Bäume, die auf ersten Blick ein wenig überrascht. Aber die meisten Setzlinge werden sich wohl nicht zu großen, prächtigen Bäumen entwickeln in den nächsten 200 Jahren – in solchen Zeiteinheiten denkt man bei dieser Maßnahme. Jeder neu gepflanzte Baum bekommt 1,2 Quadratmeter Platz, erläutert Bezirksförster Robin Bergmeyer.

Ist der neue Wald aber erst mal ausgewachsen, werde wohl nur alle acht bis zwölf Meter ein Baum stehen. „Wir pflanzen so eng, damit die Bäume auch schön hoch wachsen.“ Man könne auch nicht nur 200 Bäume pflanzen und hoffen, dass alle durchkommen. In den kommenden Jahren werden viele äußerliche Einflussfaktoren wie Trockenheit ihren Tribut einfordern, auch wenn der Boden aktuell eine ausreichende Feuchtigkeit hat. „Wir hatten einen nassen Winter“, so der Förster. Auch der Mulch der alten Bäume trägt dazu bei, dass der Boden so schnell nicht austrocknet, so Björn Becker vom Bauhof der Gemeinde Sottrum.

Anfang Dezember vergangenen Jahres hat die Gemeinde große Teile des Waldes roden lassen, ohne allerdings die Maßnahme anzukündigen. Für viele Stuckenborsteler war der plötzliche Kahlschlag ein Schock. Erst danach rückte die Verwaltung mit der Begründung raus: Borkenkäferbefall. Eine Wiederaufforstung wurde zunächst noch abgelehnt, nach einer erneuten Prüfung dann aber doch angestrebt. „Durch den trockenen Sommer war der gesamte Bestand befallen, der Borkenkäfer ist explodiert“, klärte Bergmeyer im Januar im Gespräch mit der Kreiszeitung auf. Der Wald, der gerne als Naherholungsgebiet genutzt wird, hätte andernfalls komplett abgesperrt werden müssen, „auch der Weg, der hier durchführt, wäre nicht mehr nutzbar gewesen“, berichtete der Förster. Die Verkehrssicherheit wäre nach Darstellung der Gemeinde nicht mehr gegeben gewesen.

Alle paar Fußlängen setzen die Waldarbeiter einen sogenannten Hohlspaten an den Boden an, rammen ihn ins Erdreich um den Setzling einzusetzen. Rund um den dünnen Stamm wird der Boden noch einmal festgetreten. Das sei wichtig, so Bergmeyer, um den Bodenschluss herzustellen. Der Boden sei vorher untersucht worden, um herauszufinden, wo man was am besten anpflanzt. Im östlichen Bereich kommen vornehmlich die Stieleichen hin, im westlichen Bereich setzt man in der Hauptsache die Rotbuchen und eben jene Bäume für den Lehrpfad – „alles heimische Hölzer“, beteuert der Bezirksförster.

Wenn die Arbeiter abgerückt sind, überlässt man den Wald sich selbst. Nur den Baumlehrpfad, den die Gemeinde hier errichten will, muss man noch anlegen. Den zentralen Weg durch den Wald wird der Bauhof wieder auf Vordermann bringen. Eine Umzäunung zum Schutz vor Wild ist nicht vorgesehen. „Wir haben hier keinen Wilddruck“, so Bergmeyer. Durch die umliegenden Häuser verirren sich nur selten Rehe oder ähnliches Wild in das Waldstück. Und falls doch, wolle man sie mit Duftstoffen vergrämen.

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