In Stuckenborstel findet sich kein Hinweisschild nach Reeßum / Bürger beschweren sich

Durchfahrt unerwünscht

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Thomas Brüns (v.l.), Ingelore Seeger und Reiner Windeler fordern einen Hinweis in Stuckenborstel auf Reeßum.

Reessum - Von Antje Holsten-Körner. Wo bitte geht es nach Reeßum? Entweder sind Ortskenntnisse oder ein Navigationsgerät gefragt, wenn man die Gemeinde von der Autobahn oder aus den Richtungen Ottersberg und Rotenburg finden möchte. Und das, obwohl der Ort von der Bundesstraße aus gerade mal drei Kilometer entfernt liegt. Das war nicht immer so, denn bis zum vorletzten Jahr gab es zumindest in Stuckenborstel einen gelben Pfeilwegweiser.

Dieser soll jedoch nicht mehr standfest gewesen sein. „Das Schild war abgängig und wurde daher entfernt“, erklärt Sottrums Gemeindedirektor André Bischoff. Grund für Ersatz sah man im Rathaus der Wiestegemeinde nicht.

Das sehen viele Reeßumer anders. „Wir hatten es in letzter Zeit häufiger, dass uns Gäste nicht gefunden haben“, bedauert Gastwirtin Ingelore Seeger. Auch Autohausbesitzer Reiner Windeler kann von Autofahrern berichten, denen nach einer Panne von der Ford-Hotline die Adresse in Reeßum mitgeteilt wurde, diese aber lange danach suchen mussten.

Richtig sauer ist Schmied Thomas Brüns. Seine Nachfrage bei der Sottrumer Verwaltung ergab, „dass kein Geld in die Hand genommen werden solle“. Daher bot der Schmied an, das Schild auf eigene Kosten wieder aufzustellen. „Da wurde mir aber mitgeteilt, dass die Anwohner den Verkehr nicht wollen und daher kein Hinweis auf Reeßum erfolgen soll“, berichtet Brüns. Damit geben er und die beiden anderen Selbstständigen sich aber nicht zufrieden. Sie haben Verständnis für die Anwohner in Stuckenborstel, die viel Geld als Anliegerbeitrag für die im vergangenen Jahr sanierte Straße bezahlen müssen. „Ich kann verstehen, dass sie böse sind, wenn Autos die Straße kaputt fahren“, sagt Ingelore Seeger. 18000 Euro habe der Anliegerbeitrag betragen, berichtet sie.

Die Reeßumerin ist verwundert, dass beim Bau eine teure Ausführung gewählt wurde, statt einer einfachen Sanierung mit einer neuen Asphaltschicht. „Das liegt an der Dorferneuerung, denn sonst hätte es keine Zuschüsse gegeben“, weiß Brüns, „aber auch ohne Hinweisschild fahren die Landwirte mit ihren großen Silierwagen über das neue Pflaster.“

Sie appellieren an die Gemeinde Sottrum, das Schild in Stuckenborstel am Gemeindeverbindungsweg wieder aufzustellen. „Außerdem ist ein Hinweis auf Reeßum an der großen Kreuzung in Sottrum sinnvoll“, betont Seeger. Während Gemeindedirektor Bischoff den Nutzen in Stuckenborstel nicht sieht, steht er einer Beschriftung an der Kreuzung Bremer Straße/Am Eichkamp offen gegenüber.

Ursprünglich hatte dies bereits auf der Tagesordnung der Herbst-Wegebereisung gestanden. Diese kam jedoch mangels weiterer Themen nicht zustande. Die nächste Bereisung steht aber erst wieder im Herbst an. Ob doch schon vorher Bewegung in die Angelegenheit kommt, kann Bischoff nicht versprechen. „Ohne die Straßenbaubehörde können wir keine Entscheidung treffen, denn die verkehrsbehördliche Anordnung muss mit dem Landkreis abgestimmt werden“, erklärt er.

Für den von Reeßumer Seite gewünschten Pfeilwegweiser in Stuckenborstel stehen die Chancen dagegen schlecht. „Überörtlicher Verkehr soll nicht gezielt durch diese Wohnstraße gelenkt werden“, teilt der Landkreis Rotenburg mit.

Und weiter: „Da die Straße keine Verbindungsfunktion hat, wurde entschieden, den Wegweiser, der ohnehin ‚abgängig’, also nicht mehr gut zu lesen und nicht mehr reflektierend war, zu entfernen.“ Daher habe die Gemeinde Sottrum, nach Aussage des Landkreises, den Pfeilwegweiser nicht eigenmächtig entfernt, sondern von der Verkehrsbehörde des Landkreises die Anordnung erhalten. Aber: Ortskundige Reeßumer dürften natürlich diese öffentliche Straße auch weiterhin nutzen.

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