Luftkampf um Brutplatz an der Wümme

Störche besetzen Hellweger Horst

Storchenberater Wilfried Glauch (l.) und Wolfgang Kaiser am Horst, wo es Ärger gab. Fotos: Woelki
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Storchenberater Wilfried Glauch (l.) und Wolfgang Kaiser am Horst, wo es Ärger gab.

Hellwege – Der Angriff aus der Luft kam unerwartet. Der Kampf dauerte zwei Stunden. Danach flüchteten sie. Zwei Störche haben das Storchenpärchen auf dem Horst an der Wümme auf dem Anwesen der Familie Kaiser in Hellwege attackiert. Mit Erfolg. Die beiden Altstörche nahmen Reißaus, und die anderen beiden Adebare besetzten den Horst. Seitdem haben sich die beiden Fremdvögel dort einquartiert.

Das Naturschauspiel beobachtete Wolfgang Kaiser vom Küchenfenster aus. Er ist sauer: „Die beiden jungen Fremdstörche griffen die Alttiere auf dem Horst immer wieder an und zerstörten zuerst die bereits gelegten Eier. Beharrlich, immer wieder nach kurzer Pause, kämpfen die Tiere um den Horst.“ Tatenlos wollte er aber nicht zusehen. „Ich mischte mich in den Luftkampf ein und schmiss Gegenstände hoch. Doch davon nahmen die tierischen Angreifer kaum Notiz“, schildert Kaiser enttäuscht, wie er versucht hatte, vom Boden aus den Alttieren zur Seite zu stehen. Doch es half nichts. Und er resümiert: „In diesem Jahr gibt es keinen Nachwuchs. Denn das neue Pärchen ist nicht geschlechtsreif.“ Kaiser: „Im vergangenen Jahr brütete das jetzt verjagte Paar vier Eier aus. Seit Mitte März waren sie auf dem Horst bis zum 20. April. Dann tauchten am Hellweger Himmel die Angreifer auf.“

Solche Kampfszenen im Rotenburger Luftraum sind allerdings nicht selten. „Das kommt immer wieder mal vor“, berichtet Wilfried Glauch, der seit Jahren beim Nabu sich um die Störche im Altkreis Rotenburg kümmert und Jungstörche beringt. „Im Altkreis existieren 55 Horste. Davon sind zwölf belegt. Immer wieder gibt es Kämpfe um Horste, obwohl so viele leer sind. Der Horst hier an der Wümme im Eingangsbereich von Hellwege ist immer wieder umkämpft. Dabei existieren in der Nähe drei, vier unbesetzte Horste“, weiß Glauch. „Bis Anfang Mai sind manche Horste immer wieder Ziel von Angriffen anderer Störche. Danach herrscht oft Ruhe, weil bis Mai das Weibchen die Eier ausgebrütet haben muss, um die Jungen aufzuziehen, bevor einige Monate später die Tiere in den Süden ziehen. Die meisten Störche fliegen nach Spanien, ein kleiner Teil in Richtung Afrika“, so Glauch.

Die zerstörten Eier unter dem Nest samt einer Feder.

Den Hellweger Horst am Ortseingang hatte Kaiser vor zehn Jahren mit Bekannten aufgestellt, er ist seitdem immer wieder ein begehrter „Wohnort“ für die großen Vögel. „Das liegt wahrscheinlich daran, weil der Horst an den Wümmewiesen steht und für Störche somit das Büfett vor der Haustür liegt“, meint Kaiser.

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