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Speiseöl aus Höperhöfen: Ein Landwirt probiert Neues aus

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Von: Matthias Daus

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Cord Meyer hofft auf bis zu 1000 Liter Speiseöl von seinem Feld.
Cord Meyer hofft auf bis zu 1000 Liter Speiseöl von seinem Feld. © Daus

Die Idee, Sonnenblumen zur Gewinnung von Speiseöl großflächig anzubauen, war für Cord Meyer aus Höperhöfen schon vor längerer Zeit gereift. Sie nun umzusetzen, hängt auch zu einem gewissen Teil mit der aktuellen Knappheit in den Supermärkten für dieses Produkt zusammen.

Höperhöfen - Noch sind sie klein und unscheinbar, die vielen Tausend Pflanzen, die auf einem zwei Hektar großen Feld am Rand von Bötersen stehen. Nur mit viel Phantasie kann der Laie sich vorstellen, dass daraus noch in diesem Sommer Sonnenblumen werden sollen. Cord Meyer, ein Landwirt aus Höperhöfen, hat sich dazu entschlossen diese Blumen im großen Stil anzubauen. „Man kennt Sonnenblumen in unserer Region vielleicht aus dem eigenen Garten, oder als Blumen zum Selbstpflücken. In dieser Menge hat man sie hier wohl noch nicht gesehen“, sagt er. Aber seine Sonnenblumen sind nicht zur Dekoration gedacht, sondern als Grundprodukt für die Herstellung von Speiseöl.

Die Idee dazu, diesen Anbau durchzuführen, kam Meyer, als er im vergangenen Jahr mit seiner Frau Dorina im Osten der Republik Urlaub gemacht hatte. Unterwegs haben sie einen Betrieb besichtigt, der aus eigenem Anbau verschiedene Speiseöle aus Leinsamen, Raps und Sonnenblumen herstellt. Meyer, der bereits in der Vergangenheit offen für innovative Ideen in seinem Arbeitsfeld war, dachte, dass es eine gute Idee sein könne, den Markt für Speiseöl auch für sich zu erschließen.

Für Speiseöl-Produktion muss Landwirt Geräte umbauen

Die aktuelle weltpolitische Lage und die daraus resultierende Knappheit gerade von Sonnenblumenöl, bestärkten ihn in seinem Entschluss. Aber bevor er richtig loslegen konnte, gab es auch schon das erste Problem zu überwinden: „Für die Aussaat benötigt man spezielle Geräte, die wir in dieser Form nicht besitzen“, so Meyer, „deshalb war ein bisschen Kreativität gefragt.“ Mit einem sogenannten Maisleger, den man ein bisschen umfunktionierte, klappte es dann aber doch. Die nächste Herausforderung wird der Pflanzenschutz werden, denn es gibt keine geeigneten Mittel, mit denen man das Unkraut vernichten könne. „Das werden wir dann wohl mechanisch machen müssen“, erläutert der Höperhöfener.

Circa 150 bis 155 Tage benötigen die Pflanzen, um bis zur Erntereife zu wachsen. Dabei benötigen sie zwar Wasser, wie alle Pflanzen auch, aber keine Düngung. In dieser Hinsicht sei die Sonnenblume eine unkomplizierte Pflanze, die sich mit den Stoffen, die der Boden hergibt, zufrieden ist. Rund fünf sogenannte Sonnenblumenkörbe erwartet Cord Meyer für die Ernte pro Quadratmeter. Auch bei dieser käme wieder ein abgewandeltes Gerät zur Maisernte zum Einsatz.

Bis zu 500 Liter Speiseöl auf den Hektar

Nach der Ernte müssen die Körner noch auf eine Restfeuchte von acht bis zehn Prozent trocknen, bevor sie gepresst werden können. Für diese Pressung hat Meyer bereits Kontakt zu verschiedenen Mühlen in der Region aufgenommen. Dort wird dann in einem Kaltpressverfahren das Endprodukt hergestellt. Pro Hektar wird ein Ertrag von 400 bis 500 Liter Speiseöl erwartet. „Also werden wir aus unseren zwei Hektar mit etwas Glück 1 000 Liter erhalten, die wir dann auch direkt vermarkten“, beschreibt Cord Meyer seine Erwartungen.

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Geerntet wird im August oder September und rund zwei Monate später wird das Öl dann verkaufsfertig sein. „Wir stellen natives Öl her, weswegen wir eine geringere Ausbeute haben, als bei einer industriellen Produktion“, sagt Meyer. Über die bereits vorhandenen Verkaufsmöglichkeiten seines Betriebes wird der Verkauf dann vonstatten gehen. Spannend bleibt die Frage, wie sich der Absatz gestalten wird. Wenn der Verkauf gut anlaufe, dann könne er sich durchaus vorstellen, dieses Produkt für sich zu etablieren und eventuell auch die Anbaumenge zu vergrößern, betont Meyer abschließend.

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