Sozialverband Sottrum lädt Hans-Richard Buthmann zu Vortrag über Könsen

Der Heimatdichter ist präsent

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Hans-Richard Buthmann (l.) und Heinz Lindemann, Vorsitzender des Sozialverbandes, mit einem Foto von Gustav Könsen.

Sottrum - Wer Genaueres über den Stuckenborsteler Heimatdichter Gustav Könsen wissen will, ist in der Region bei Hans-Richard Buthmann an der richtigen Adresse. Der Stuckenborsteler Chronist referierte beim Treffen des Sozialverbandes Sottrum über den Heimatdichter.

Der älteste von fünf Geschwistern wurde am 25. Mai 1889 in Bremen-Arbergen geboren. Kurz darauf eröffneten seine Eltern 1905 das erste Kolonialwarengeschäft in Stuckenborstel. „Das Einkaufen war aufwendig vor 100 Jahren. Alles war unverpackt und musste abgewogen werden. Die Kunden mussten Beutel, Flaschen und Gläser mitbringen“, berichtete Buthmann. Im selben Gebäude unterhielten die Eheleute eine Gastwirtschaft mit Tanzsaal, der im August 1981 abbrannte.

Gustav Könsen lernte Zeichner und Modelleur in der Bremer Silberwarenfabrik Wilkens und besuchte vier Jahre die Kunstgewerbeschule in Berlin. Dann begann der Erste Weltkrieg, den Könsen als Soldat erlebte. Nach seiner Verwundung 1918 kehrte er in sein Dorf zurück, arbeitete als Zeichner und Modelleur und traf sich oft in Worpswede mit Malern wie Fritz Mackensen, Otto Modersohn oder Johann Heinrich Vogeler. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. Wieder erlebte Könsen die Schrecken des Krieges als Soldat. Im Juni 1945 kam er wieder.

„Die große Heimatliebe und Heimatverbundenheit drückten ihm immer wieder Feder und Pinsel in die Hand“, sagte Buthmann. Könsen malte viel, verkaufte aber keines seiner Bilder. Könsen schrieb zahlreiche Theaterstücke und lustige Anekdoten in plattdeutsch. Die kleinen Skizzen in seinen Büchern stammen ebenfalls von ihm.

1930 gründete er den „Stuckenborsteler Spälkring“, der seine beiden Theaterstücke, aber auch Stücke der Autoren Louise Uhlhorn, Hans-Ludorf Flügge oder August Hinrichs auf die Bühne brachte. Die Laienspielgruppe existierte bis Ende der 60er Jahre. Jährlich organisierte Gustav Könsen das Erntefest im Ort mit und war zugleich auch Schiedsmann, der zahlreiche Streitfälle unter Nachbarn schlichtete.

Nach dem Tod der Eltern übernahm Gustav Könsen den Kolonialwarenladen. „Onkel Gustav, wie wir Kinder ihn damals nannten, stand stets hinterm Ladentisch“, erinnerte sich Buthmann. Könsen starb am 29. Dezember 1957. Doch mit seinem literarischem Nachlass bleibt er im Ort noch lebendig. Schließlich erinnert eine nach ihm benannte Straße stets an den berühmten Sohn der Ortschaft. Sein „Elternhaus“ mitsamt Lebensmittelladen und Gastwirtschaft existiert noch heute.

woe

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