Sottrums Gemeindebrandmeister Björn Becker zieht Bilanz für das Jahr 2015

1844 Stunden im Einsatz

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Sottrum Gemeindebrandmeister Björn Becker berichtet über die Einsätze im vergangenen Jahr.

Sottrum - Von Antje Holsten-Körner. An 365 Tagen im Jahr sind die Feuerwehren unter dem Leitspruch „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ im Einsatz. 2015 mussten die 15 Ortswehren der Samtgemeinde Sottrum 76 Mal ausrücken. „Genau diese Anzahl hatten wir im Jahr 2014, doch da waren es noch 3158 Einsatzstunden statt jetzt 1844“, berichtet Gemeindebrandmeister Björn Becker.

Größter Einsatz war dieses Mal der Starkregen, der Anfang Juli über Horstedt niederging. „So viel Wasser habe ich auf der Länge einer Straße noch nicht gesehen“, erinnert sich Becker. Mit Horstedt, Stapel, Winkeldorf und Sottrum waren gleich vier Wehren im Einsatz, damit Keller leergepumpt und weitere Schäden beseitigt werden konnten. Die Brandschützer wurden tatkräftig von Landwirten unterstützt, die sofort mit ihren Treckern zu Hilfe geeilt waren. „Dort greift das dörfliche Miteinander“, so der Gemeindebrandmeister erfreut. Als Dankeschön für ihren Einsatz wurden alle Helfer – ob Feuerwehr oder Privatperson – von der Freiwilligen Feuerwehr Horstedt zu einer Party eingeladen.

Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass extreme Wetterverhältnisse den Wehren Arbeit verschafften. So erforderten drei Sturmtage 17 Einsätze und Mitte August überflutete ein Unwetter die Sottrumer Straße Auf der Riege.

Eine groß angelegte Löschaktion war 2015 bei den zwölf Feuereinsätzen im Zusammenhang mit Wohnhäusern und anderen Objekten wie beispielsweise Mülltonnen, acht Fahrzeug- und drei Flächenbränden nicht dabei.

Fünfmal mussten die Brandbekämpfer wegen eines „Notfalls hinter verschlossener Tür“ und sechs Mal zu einem Verkehrsunfall ausrücken. Nur bei vier Alarmierungen spielte die Technik den Wehren einen Streich. „Mir ist es lieber, wenn wir ausrücken und feststellen, dass nichts ist, als wenn es wirklich in einem Objekt brennt, wo eine Brandmeldeanlage installiert ist“, so der 39-Jährige. Meldeanlagen kommen nämlich überwiegend in gefährdeten Objekten wie Altenheimen oder größeren Unternehmen zum Einsatz. Inzwischen verfügt auch das Sottrumer Heimathaus über eine solche Anlage.

Insgesamt können sich die Bürger auf 568 (Vorjahr 577) aktive Feuerwehrleute in der Samtgemeinde verlassen. Von den 63 weiblichen Brandschützern kommen die meisten aus Stuckenborstel und Hassendorf. Im Durchschnitt hat sich als Alter von 39,92 auf 40,45 Jahre erhöht. Dabei kann Bötersen mit 35,43 Jahren den niedrigsten Altersdurchschnitt vorweisen.

Nur noch 64 Mitglieder haben die sechs Jugendwehren – der niedrigste Stand seit Jahren. „Es sind immer weniger, die sich für die Allgemeinheit engagieren“, bedauert Becker. Eine erfreuliche Nachricht hat er trotzdem: Sieben junge Leute wurden in die aktiven Wehren übernommen.

Die höchste Stundenzahl leistete im vergangenen Jahr abermals die Feuerwehr in Sottrum. In den fast 12000 Stunden sind dieses Mal auch die Zeiten enthalten, die für die Vorbereitung des Jubiläums mit Kreisfeuerwehrverbandstag investiert wurden. Besonders stolz ist der Gemeindebrandmeister, dass selbst während des hoch gelobten Kommersabends in Sottrum die Einsatzbereitschaft immer sichergestellt war.

Trotz des Jubiläums konnten Baustellen abgearbeitet werden. Dazu gehörte die Einführung des Digitalfunks. Dazu hieß es nicht nur die Fahrzeuge umzubauen, sondern auch die Feuerwehrleute zu schulen. „Dafür hat Samtgemeindefunkwart André Otterstedt viel Zeit investiert“, lobt Becker, hauptberuflich technischer Angestellter des Landkreises. Auch er brachte viel Freizeit zugunsten der Feuerwehr auf: 2015 summierte sich die Arbeitszeit ohne die Einsätze auf 770 Stunden. Neu geschaffen wurde die Führungsunterstützungsgruppe, die sich aus acht erfahrenen Wehrmitgliedern zusammensetzt.

Für Björn Becker liegt der Fokus im Jahr 2016 derzeit auf den geplanten Anschaffungen. „Ich hoffe, dass der Rat beim Feuerwehrfahrzeug und der Box in Clüversborstel einen positiven Beschluss fasst“, sagt er. Von Interesse ist sicherlich auch die Auslieferung des neuen Tanklöschfahrzeuges in Hellwege.

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