Ziele nach der Wahl

Sottrums FDP-Chef: „Wir können als Moderatoren wirken“

Porträtfoto von Andreas Zack
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Andreas Zack ist Vorsitzender der FDP in Sottrum.

Ohne Ambition auf der Bürgermeisteramt, aber trotzdem mit Zielen. Welche Rolle möchte die Sottrumer FDP nach der Wahl spielen? Wir haben nachgefragt.

Sottrum – Der Kampf um die Gemeinderatswahl in Sottrum und um den Posten des Bürgermeisters geht in die heiße Phase. Zumindest was die Spitzenposition angeht, kann sich die FDP in der Wieste-Gemeinde zurücklehnen. Denn als einzige der bisherigen Fraktionen hat sie niemanden, der Ambitionen auf dieses Ehrenamt hat. Auch Andreas Zack nicht, der bei den Freien Demokraten in Sottrum auf Listenplatz eins steht. Worum es seiner Partei in Sottrum geht, darüber sprechen wir im Interview.

Von den Gemeinderatsfraktionen sind Sie der einzige Spitzenkandidat ohne Ambition auf das Bürgermeisteramt. Sind Sie also zufrieden mit der Auswahl?

Ja, Hans-Jürgen Krahn und Lühr Klee kenne ich schon aus der letzten Wahlperiode, und auch von Andreas Rosebrock habe ich eigentlich einen sehr guten Eindruck. Ich würde mich im Rat auf alle drei freuen.

Ist die FDP in Sottrum eine klassische Oppositionspartei?

Ich tue mich mit dem Begriff Opposition – das hat dann auch immer was von Koalition – eher schwer. In der nun zu Ende gehenden Wahlperiode haben wir ja ohne eine sogenannte Regierungskoalition durchgeführt, was ich persönlich als angenehm empfand. Wir haben Anträge einbringen können und haben Anträge von anderen immer konstruktiv begleitet. Das ist für mich Kommunalpolitik, wie sie sein sollte.

Dennoch, ganz ohne Zank ging es in den vergangenen Jahren auch nicht im Gemeinderat. Mit wem hat die FDP die größte Schnittmenge?

Ich habe gemerkt, dass ich gerade in den Ausschüssen gedanklich der CDU sehr nahe war: Wir als FDP haben auch viel gemeinsam mit den Grünen bewegt. Mit der SPD haben wir jetzt nicht furchtbar viel gemeinsam gemacht. Aber da weiß ich nicht, woran das liegt.

Ohne jemanden mit Ambition auf das Gemeinde-Bürgermeisteramt fehlt ein bisschen das Zugpferd. Ist das ein Nachteil?

Wir haben einen Samtgemeinde-Bürgermeisterkandidaten. Ist das kein schönes Zugpferd?

Ja, aber Robert Abel kandidiert nicht in der Gemeinde Sottrum.

Das mag sein. Aber ich glaube, dass wir als kleine Fraktion nicht unbedingt einen Kandidaten nach vorne stellen müssen.

Was sind denn stattdessen die Ziele der Sottrumer FDP bei der Wahl?

Unser Ziel ist es, mit einer Fraktion vertreten zu sein, damit wir weiterhin mitdiskutieren. Ich hatte das Gefühl, dass wir auch mal als Moderatoren wirken können bei manchen Themen. Auf der anderen Seite sind wir diejenigen, die das Ganze vom Ende her denken und die Themen, die wir bewegen, sind die, die einen ganz klaren Fokus auf die Umsetzung haben und lösungsorientiert sind. Das würden wir gerne so weiterführen.

Welche Themen stehen bei Ihnen den als Erstes auf dem Zettel?

Formuliert haben wir allgemeinere Ziele, aber wir haben auch konkrete. Wir haben am 25. März 2019 beschlossen, die Straßenausbaussatzung zum 1. Januar 2020 abzuschaffen. Das ist bis heute noch nicht umgesetzt, und ich finde, das ist ein Punkt, den wir jetzt einfach mal durchführen müssen. Die Straßenausbaussatzung ist ungerecht, auch landesweit ist das in der Diskussion. Wir haben etliche Anträge beschlossen, die nicht umgesetzt wurden. Es gibt für alles nachvollziehbare Gründe, aber es passiert nichts gesteuert. Ich möchte gerne eine Prioritätenliste haben, ich möchte wissen, welche Anträge laufen, damit wir da einen klareren Blick haben. Und wenn es Themen gibt, die wir nicht umgesetzt bekommen, dann kommen die halt runter von der Liste. Aber ich möchte lieber zehn Sachen vernünftig abschließen als 20 Sachen im laufenden Prozess zu haben und zuzugucken, wie es einfach nicht passiert.

Aber die Ansprüche sind doch sicher höher, als die Beschlüsse aus der vorherigen Wahlperiode umzusetzen. Was kann man Neues von der FDP erwarten?

Ich glaube so ziemlich jeder hat auf dem Zettel stehen, die „Sottrum 2030“-Maßnahmen umzusetzen. Und gerade da geht es darum, die Themen auch vernünftig umzusetzen. Wir möchten die Verkehrssituation im Ort aufgreifen: Da sind Konzepte in Arbeit, aber wie sie jetzt ist, kann sie ja nicht bleiben. Es sind Baugebiete dazugekommen, und die Infrastruktur verträgt das in einigen Stellen nicht. Wir haben zum Beispiel zu wenig Kinderbetreuungsplätze. Die Schulklassen werden auch größer. Und so gilt es jetzt, die „Sottrum 2030“-Themen auf die Agenda zu heben und umzusetzen.

Dann kann man ja fünf Jahre Ratsarbeit erwarten, die von Einigkeit unter den Fraktionen geprägt sein wird.

Ob man sich immer einig sein muss, weiß ich nicht. Wenn da Unsinn bei ist, werden wir das auch sehr deutlich sagen.

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