Kreisausschuss für Feuerschutz und Rettungsdienst stimmt für erstes Gutachten

Sottrumer Wache soll bleiben

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Die Sottrumer Wache könnte in Zukunft als dezentraler Fahrzeugstandort der Rettungswache Rotenburg fungieren.

Sottrum/Rotenburg - Von Joris Ujen. Wird die Rotenburger Rettungswache mit der in Sottrum zusammengefasst? Eine klare Antwort darauf gibt es noch nicht. Was laut Alexander Knie, vom Landkreis beauftragter Diplom-Volkswirt der Firma „forplan“ aus Bonn, aber feststehe: Beide Standorte sollen erhalten bleiben. Der Vorteil: Beide Wachen könnten im Notfall Unterstützung des jeweiligen Nachbarn erhalten. Der von Knie präsentierte erste Teil seines Gutachtens zur Überprüfung der Rettungsmittelvorhaltung im Landkreis sei allerdings nur als Zwischenstand zu verstehen. Der Kreisausschuss für Feuerschutz und Rettungsdienst votierte am Donnerstag einstimmig für die Empfehlung.

Was Knie in seiner ersten Bewertung eindeutig feststellen konnte, war, dass „die Abdeckung des Landkreises mit den vorhandenen Rettungswachen sichergestellt ist“. Er betonte an dem Nachmittag aber auch, dass es noch zu Verschiebungen im finalen Gutachten kommen könnte. Um den Erhalt der Sottrumer Rettungswache inklusive eines Rund-um-die-Uhr-Betriebes zu gewährleisten, schlug Marco Prietz (CDU) deshalb vor, diese Absicherung dem Antrag beizufügen – seine Ausschusskollegen hatten nichts entgegenzusetzen.

Das Ziel der Untersuchung der Forschungs- und Planungsgesellschaft war, zu schauen, welche der neun Rettungswachen im Landkreis noch bedarfsgerecht sind. Es bestehe, so Knie, eine Sondersituation aufgrund eines Bürgerentscheids über den Rettungsdienst von 2009, der sich klar für den Erhalt aller Standorte ausgesprochen hatte. Die Analyse der Eintreffzeiten, bewertet über den Zeitraum von Anfang Februar 2016 bis Ende Januar 2017, habe gezeigt, dass der Landkreis den geforderten „p95-Wert“ nicht einhalten konnte. Dieser verlangt, dass Notfalleinsätze innerhalb von 15 Minuten vom Rettungsdienst bedient werden sollten. „Gemäß der Auswertungen beträgt der ,p95-Wert‘ im Landkreis im Untersuchungszeitraum 16 Minuten. Innerhalb eines Zeitraums von 15 Minuten werden 93,1 Prozent (und nicht die angestrebten 95 Prozent) der Notfälle durch ein Rettungsmittel erreicht“, erklärte Alexander Knie. Nur Bremervörde gelingt dies, die anderen acht Stellen haben die Marke knapp verfehlt.

Erst am Anfang der Begutachtung

Die Rettungswachenstandorte Gnarrenburg, Sottrum und Lauenbrück sollte „forplan“ im Auftrag des Landkreises auf ihre Bedarfsgerechtigkeit prüfen. Dazu erstellte die Firma ein Szenario ohne die drei Standorte. Mit dem Ergebnis, dass ohne sie „deutliche Defizite in der räumlichen Versorgung im westlichen und östlichen Kreisgebiet entstehen würden“, so der Volkswirt weiter. Nach der Präsentation des vorläufigen Gutachtens, kamen einige Fragen in der Runde auf. Obwohl Knie immer wieder betonte, den Standort Sottrum zu erhalten, war für einige Ausschussmitglieder nicht ganz ersichtlich, inwiefern die Rettungswache angepasst werden würde. „Haben Sie auch die Stauzeiten bei Sottrum beachtet, selbst wenn Ottersberg zu Hilfe kommt?“, wollte Ulrich Thiart (Grüne) wissen. Knie gab zu verstehen, dass diese Belastung im Simulationsprogramm miteinbezogen wurde, „aber wir sind erst am Anfang der Begutachtung“.

Daher empfiehlt er zu prüfen, ob Sottrum als dezentraler Fahrzeugstandort der Rettungswache Rotenburg geeignet ist. Durch die hohen gegenseitigen Ergänzungsfunktionen der beiden Standorte können diese in einen Versorgungsbereich zusammengefasst werden. „Die endgültige Festlegung ob diese Strategie möglich und sinnvoll ist, kann jedoch erst nach der Bemessung der bedarfsgerechten Rettungsmittelstruktur erfolgen“, so die vorläufige Bewertung des Unternehmens. Das finale Gutachten von „forplan“ soll im Herbst folgen, am 7. Juni berät sich der Kreisausschuss zu der Thematik.

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