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Sottrumer Polizei rät bei Taschendiebstählen zur Anzeigeerstattung

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Von: Nina Baucke

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Taschendiebstahl
Vor allem in und bei Supermärkten schlagen Taschendiebe gerne zu. © Baucke

Vor allem in Supermärkten schlagen Taschendiebe gerne zu, ihre Opfer sind oftmals ältere Menschen. Um zum einen zu sensibilisieren, aber auch, um abzuschrecken, haben die Beamten der Sottrumer Polizeistation in den vergangenen Wochen verstärkt Präsenz gezeigt, vor allem an und in den Discountern am Lienworth.

Sottrum – Oft geht es sehr schnell: Ein gezielter Griff, und das Portemonnaie ist aus der Tasche verschwunden. Zurück bleibt ein verunsichertes Opfer, das im schlimmsten Fall um einige Tausend Euro ärmer ist. Taschendiebstähle in Supermärkten – vorwiegend bei älteren Menschen – haben immer Konjunktur. Das war auch zu Beginn des Jahres in Sottrum der Fall: „Sottrum ist für die Tätergruppen wegen der Autobahn sehr attraktiv“, sagt Polizeioberkommissar und Stationsleiter Tim Kaiser. „Es gibt hier super viele Fluchtmöglichkeiten.“

Aktuell jedoch gibt es keine Vorkommnisse, und das könnte einen Grund haben: „Wir setzen hier in Sottrum zur Zeit auf starke Präsenz, damit die Menschen uns wahrnehmen“, erklärt Kaiser. Auch in den Supermärkten, vor allem am Lienworth in den Discountern, sind die Ordnungshüter unterwegs, „dabei haben wir auch Geldbörsen zu Demonstrationszwecken entwendet. An der Kasse ist es den Betroffenen dann aufgefallen“. „Prävention durch Schock“ nennt sich dieses Vorgehen. Auch zu den Supermarktleitern haben die Beamten Kontakt geknüpft. „Dadurch haben wir das Gefühl, dass das tatsächlich ein wenig fruchtet und es uns vielleicht so gelungen ist, die Tätergruppen zu verdrängen.“

Wir können nur immer wieder betonen: Die Pin-Nummer gehört nicht ins Portemonnaie.

Tim Kaiser

Denn Kaiser und seine Kollegen sind sich sicher, dass es sich bei den meisten Tätern nicht um Einzelpersonen dreht. „Wir gehen davon aus: Keine Person handelt alleine. So gibt es beispielsweise Späher, die die Situation auskundschaften und im Notfall, wenn wir auftauchen, ihre Komplizen alarmieren.“

Generell sei Taschendiebstahl ein fortwährendes Problem und sehr schwierig, dem Einhalt zu gebieten. „Das sehen wir aber in jedem Stationsbereich, und auch, dass es vor allem ältere Menschen trifft“, so Kaiser. Die Beute ist dabei oft nicht nur das Bargeld in der Geldbörse, sondern auch das Ersparte auf dem Bankkonto. „Wir können nur immer wieder betonen: Die Pin-Nummer gehört nicht ins Portemonnaie. Das treibt die Schadenssumme in die Höhe und macht die Sache erst recht tragisch“, mahnt Kaiser.

Aktionen der Polizei

Der Ermittlungserfolg geht niemals gegen Null, „es gelingt uns auch mal, die Tätergruppe zu erwischen“, sagt Kaiser. „Von daher raten wir dringend dazu, wenn man betroffen ist, auch Anzeige zu erstatten.“ Am Ende sei allerdings Prävention das einzige, was helfe. „Die Menschen nehmen auch die Meldungen in der Zeitung wahr“, weiß er. Dementsprechend gibt es immer wieder Aktionen der Polizei, wie die kreisweite Kampagne „Sei schlauer als der Klauer“, in deren Rahmen die Beamten gezielt ältere Menschen vor den Supermärkten ansprachen. Und sie geben immer wieder Tipps: nur so viel Bargeld und Zahlungskarten wie nötig mitzunehmen, die Geldbörse in verschlossenen Innentaschen möglichst nah am Körper und nicht in den Einkaufskorb oder den Rollator legen, die Tasche immer mit Verschlussseite zum Körper tragen, sich nicht bedrängen zu lassen und notfalls deutlich um Hilfe von umstehenden Personen bitten.

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