Sottrumer Oberschüler feiern umjubelte Premiere von „Welcome to our life“

Theatralische Einblicke in die Teeniewelt von heute

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Kate (Yasmin Bezek, l.) verliebt sich im Chat und freut sich auf ihr Blinddate. Lea (Alina Gundlach) macht sich Sorgen und will sie davon abhalten.

Sottrum - Von Bettina Diercks. Begeisterten Applaus und Zugabe-Rufe heimste die Musical-AG der Oberschule Sottrum ein. Sie feierte am Freitag Premiere mit dem Stück „Welcome to our life“ – in überarbeiteter Fassung, wie es in der Anmoderation hieß. Denn bereits 2010 war das Musical von anderen Schülern präsentiert worden.

Dieses Mal stand die Aufführung allerdings auf der Kippe. Tags zuvor lief die Kiste nicht so richtig und die verantwortlichen Lehrerinnen Claudia Hillger und Denise Jordan drohten mit Absage. Die Darsteller hängten sich noch mal so richtig rein. Und, es hat sich gelohnt. Hier und da hakte zwar mal eine Szene – der Aufführung tat das aber keinen Abbruch. Zum Großteil recht souverän kaschiert oder mit ein paar Lachern spielten die jungen Akteure darüber hinweg.

Szenenhöhepunkt war der versucht romantische Moment von Andreas (Malon Könsen) und Jenny (Jaqueline Panasiuk). Sie hat ihre Eltern verloren und lebt im Heim. Mitschüler Andreas kümmert sich um sie. Bei einem Gespräch im Park will er ihr seine Zuneigung gestehen, kriegt aber nicht die Kurve. Dann wendet er einen alten Trick an: „Guck mal da“, ruft er und zeigt ins Leere. Jenny schaut in die besagte Richtung und im selben Moment rumst mit voller Wucht Andreas‘ Hand auf ihre, dass es nur so knallt. Das Publikum lacht sich kaputt und Andreas setzt noch einen oben drauf: „Dafür habe ich lange geübt.“

Als Star und Herzensbrecher erweist sich auch Tim alias Felix Henke, dem der Song „Hold on were going home“ von Drake auf den Leib geschrieben scheint. Dieses Lied muss er zum Abschluss noch als Zugabe singen. Sein zweites Solo gelang nicht so souverän, ist aber der Tatsache geschuldet, dass er kurzfristig den Titel übernehmen musste.

Neben der Geschichte um Heimkind Jenny, das immer wieder gehänselt wird, rankt sich das Musical um Mobbing, Bekanntschaften im Chat sowie Schul- und Cliquenalltag. Kate (Yasmin Bezek) verliebt sich per Chat in „Mr. Love“. Die Warnungen ihrer Freunde schlägt sie in den Wind. Sie unterstellt ihnen Neid, wobei sie sich nur Sorgen machen. Beim Blinddate mit dem Unbekannten macht er sich an sie heran. Doch: Die Clique hat gut aufgepasst und kommt rechtzeitig zum Tatort. Kate öffnet das die Augen.

Ebenfalls die Lacher auf ihrer Seite haben Oma Erna und Oma Hedwig, dargestellt von Helen und Carolin. Das halb-imaginäre Entenfüttern, in diesem Fall Bonschen für das Publikum, sollte bei einer Wiederholung vielleicht zartfühlender erfolgen. Eine Zuschauerin bekam einen mit voller Wucht an den Kopf geworfen.

Das Musical der Elf- bis 17-Jährigen hat etwas Anrührendes und gibt einen Einblick in die heutige Teeniewelt. Mutig ist zudem, sich singend zu präsentieren.

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