Sottrumer Ausgabestelle der Tafel schließt / Zukunft unklar

Das Licht ist aus

Die Ausgabestelle an der Bremer Straße ist geschlossen und die Suche nach Nachmietern hat begonnen: Die Rotenburger Tafel zieht vorerst in Sottrum einen Schlussstrich.
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Die Ausgabestelle an der Bremer Straße ist geschlossen und die Suche nach Nachmietern hat begonnen: Die Rotenburger Tafel zieht vorerst in Sottrum einen Schlussstrich.

Die Rotenburger Tafel schließt die Sottrumer Ausgabestelle. Als Grund nennt Vereinsvorsitzender Hero Feenders einen personellen Engpass, außerdem seien die Räume „hygienemäßig nicht mehr auf aktuellem Stand“. Sottrumer Kunden müssen nun den Weg nach Rotenburg auf sich nehmen. Es soll kein Abschied für immer sein: Die Suche nach neuen Räumlichkeiten läuft.

Sottrum – „Achtung, die Tafel ist geschlossen“ steht auf einem Schild. Und im Fenster hängt ein weiterer Hinweis aus Papier: „Zu vermieten“. Seit Monatsanfang sind in der Sottrumer Ausgabestelle der Rotenburger Tafel an der Bremer Straße sprichwörtlich die Lichter aus. Und klar ist auch, dass sie zumindest an diesem Ort auch aus bleiben werden. „Wir sind jetzt erst einmal dabei, die Räume wieder herzurichten, um sie an den Vermieter zurück zu übergeben“, sagt Hero Feenders, Vorsitzender der Rotenburger Tafel.

Anfang 2009 hatte die Sottrumer Ausgabestelle der Rotenburger Tafel ihre Türen im „Venezia Markt“ geöffnet, zwei Stationen, erst im ehemaligen Lidl-Markt, dann im ehemaligen Panorama-Hotel an der Bremer Straße, weiter und zwölf Jahre später schließt sie wieder.

Grund sind laut Feenders zum einen die personellen Engpässe, zum anderen aber auch die Räume, die „hygienemäßig nicht mehr auf aktuellem Stand sind“. „Brigitte Mintenbeck hat über Monate hinweg dort allein gestanden“, so der Rotenburger. Mintenbeck hatte die Ausgabestelle von Anfang an als Projektleiterin betreut. Hilfe habe sie zuletzt immer wieder von ihrem Mann bekommen, dieser sei nun allerdings erkrankt, erläutert Feenders. „Sie hätte vielleicht gerne weitergemacht, hat uns aber auch signalisiert, dass sie am Ende ihrer Kräfte ist. Wir hatten daraufhin Unterstützung aus Rotenburg angeboten, aber das hat personell nicht gepasst“, so der Rotenburger. Daraufhin hätte der Vorstand der Rotenburger Tafel die Schließung beschlossen.

„Natürlich ist es immer schön, solche sozialen Einrichtungen dezentral vor Ort zu haben – von daher ist es traurig, dass der Verein die Ausgabestelle geschlossen hat“, sagt Kerstin Wendt, Erste Samtgemeinderätin in Sottrum. Denn für die Sottrumer Bürger, die das Angebot der Tafel in Anspruch genommen hatten, bleibt nun nur der Weg nach Rotenburg. „Bei uns ist die Personallage durch die Corona-Auflagen zur Zeit auch etwas schwieriger, aber das können wir wohl noch wuppen“, sagt Feenders. „Und wir wollen das auch abdecken. Die Sottrumer sind uns willkommen.“

Wir sind mit einzelnen Personen aus Sottrum im Gespräch. Denn die Option, dort weiterzumachen ist immer da, wenn sich Leute finden, die dort für die Ausgabe verantwortlich sein wollen.

Hero Feenders

Einige hätten das Angebot bereits angenommen. Ein Problem ist es allerdings für die Menschen, die nicht mobil sind. „Durch den Bürgerbus werden zwar die kleinen Ortschaften an den Kernort angeschlossen, aber dann weiter nach Rotenburg zu kommen, ist dann umständlich“, bedauert Wendt. „Wir sind nun mal alle ehrenamtlich tätig, und wenn sich in einem Ort niemand findet, können wir das Angebot dort nicht machen. Es gibt ja keine Verpflichtung dazu“, sagt Feenders. Wichtig sei es, gute Teams zu haben – wie beispielsweise in Visselhövede.

„Aus unserer Sicht ist die Schließung der Ausgabestelle erst einmal ein Schlussstrich und eine Zäsur“, so Feenders. Für ein gutes Vierteljahr soll die Tafel dort ruhen. Denn trotz allem wollen er und der Vorstand der Rotenburger Tafel den Standort Sottrum nicht abschreiben: „Wir sind mit einzelnen Personen aus Sottrum im Gespräch. Denn die Option, dort weiterzumachen ist immer da, wenn sich Leute finden, die dort für die Ausgabe verantwortlich sein wollen.“ Das sei auch manchmal aufreibend, so Feenders. „Aber wir unterstützen und begleiten den Neuanfang. Es gibt ja bei den Tafeln eine Grundausrichtung, an die sich alle halten müssen, und das setzt eine vernünftige Vorbereitung voraus – und dafür braucht es Zeit.“

Eine weitere Herausforderung, die zwischen der Ist-Situation und einem möglichen Neuanfang steht, ist die Raumsituation. „Schon der letzte Standort war nicht wirklich für den Tafel-Betrieb geeignet“, bedauert Feenders. Schon in den vergangenen Jahren hatte sich die Raumfrage als Problem entpuppt: „Wir brauchen Lagerflächen, die Räume müssen barrierefrei und leicht zugänglich sein – und vor allem finanzierbar“, so Feenders. In diesem Punkt ist der Verein auch mit der Kommune in Kontakt. „Da gibt es Gespräche, aber bisher konnten wir trotzdem noch nichts Geeignetes finden“, berichtet Feenders. „Wir unterstützen bei der Objektsuche gerne“, betont Wendt. „Leider ist aber zur Zeit nichts Passendes zu finden.“

Brigitte Mintenbeck selbst war gestern für Rückfragen der Redaktion leider nicht zu erreichen.

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