1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Sottrum

Sottrum: Vorschlag mit altem Sporthaus als Kinderhort stößt auf Kritik

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Baucke

Kommentare

Das alte Sporthaus in Sottrum
Das alte Sporthaus in Sottrum könnte künftig beide Hortgruppen beherbergen. Der Vorschlag von Holger Bahrenburg stößt allerdings auf wenig Zustimmung. © Baucke

Die Gemeinde sucht einen Platz für die zweite Hortgruppe, die im August startet. Da Räume an den Schulen knapp sind. bringt Gemeindedirektor Holger Bahrenburg das alte Sporthaus ins Spiel – ein Vorschlag, der beim Sozialausschuss auf wenig Gegenliebe stößt.

Sottrum – Sie soll so schnell wie möglich eingerichtet werden: die zweite Hortgruppe in der Gemeinde Sottrum. Vom verantwortlichen Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) die bereits die bestehende Hortgruppe betreut, wäre mit an Bord, und dass es aufgrund der hohen Anmeldezahlen eine zweite Gruppe braucht, darüber sind sich auch Verwaltung und die Mitglieder des Ausschusses für Kinder, Jugend, Sport, Soziales und Kultur einig. Wenig Einigkeit herrscht dagegen bei einer Frage: Wo sollen die Kinder betreut werden?

Aktuell nutzen die Hortkinder Räume in der Oberschule, für eine zweite Gruppe ist dort nicht ausreichend Platz, da die Schule an sich geeignete Räume für den bald startenden Ganztagsbetrieb benötigt. Im Fall der Grundschule am Eichkamp sähe Schulleiterin Annika Sterneck die Doppelnutzung einiger Räume als kritisch, berichtete Gemeindedirektor Holger Bahrenburg. Er stellte dem Ausschuss eine weitere Option vor: das ehemalige Sporthaus an der Alten Dorfstraße. Dort könnten nach einigen baulichen Maßnahmen beide Gruppen einziehen. „Durch die Nähe zum Jugendtreff, der von 15 bis 19 Uhr besetzt ist, lassen sich dazu fließende Übergänge und Synergien schaffen“, zeigte sich Bahrenburg während der Ausschusssitzung überzeugt. Dafür müsse selbstverständlich ein entsprechendes Konzept geschaffen werden.

Wenig Zustimmung

Allerdings: Der Vorschlag, das Sporthaus für den Hort zu nutzen, stieß auf wenig Befürworter – nicht nur im Gremium, sondern auch unter den anwesenden Bürgern. „Das alte Sporthaus wurde vorher mal für andere Nutzung als unwürdig befunden – und jetzt sollen da Kinder rein?“, kritisierte Hans-Jürgen Brandt (SPD). „Der Hort gehört zur Schule.“ Das sah auch Hans-Jürgen Krahn (CDU) so: „Ich erwarte, dass Frau Sterneck nächste Woche im Finanzausschuss erklärt, warum die Kinder nicht in der Grundschule am Eichkamp betreut werden können“, so der Sottrumer Bürgermeister. Brandt fragte zudem nach der Beteiligung der Samtgemeinde. „Der Hort ist ein Angebot der Gemeinde, damit hat die Samtgemeinde nichts zu tun“, machte Bahrenburg deutlich.

„Es nützt uns wenig, wenn die Räume später leer sind: Der Hortbetrieb muss um 12.30 Uhr starten. Dafür brauchen wir einen festen Raum. Wenn das nicht gegeben ist, kann das die Betriebserlaubnis kosten“, betonte Projektkoordinatorin Yasemin Kaya vom Verein Sofa.

Dazu kommt die Frage, wie die Kinder beispielsweise von der Morgenstern-Grundschule zum möglichen Hort im Sporthaus gelangen. Zu Fuß, begleitet von den Betreuern ist die derzeitige Idee, zu weit für die Kinder wiederum die Kritik der Eltern.

Wir haben das Gefühl, die Kinder werden hin und her geschoben.

Christian Stanzel

„Wir haben das Gefühl, die Kinder werden hin und her geschoben“, kritisierte der stellvertretende Elternratssprecher Christian Stanzel. „Wir drehen uns im Kreis, dabei müssten wir eine endgültige Lösung finden, die keine Notlösung ist. Diese Lösung kann nur an den Schulen sein.“ Allerdings seien ansonsten auch Container eine Alternative.

Selbst Bahrenburg bemerkte, auch er sei grundsätzlich der Meinung, dass ein Hort in der Grundschule am besten untergebracht sei. „Aber wenn das nicht möglich ist, brauchen wir eine andere Option.“ Container seien allerdings keine: „Ich bin froh, dass wir die beim Kindergarten Pusteblume wieder los sind, denn sie sind teuer.“ Er habe die Finanzen zu verantworten und müsse daher abwägen. „Ich kann nicht einfach teure Container aufstellen lassen. Ich möchte eine verbindliche, abschließende Lösung.“

Von 5.000 Euro auf 25.000 Euro

Für den Beschluss, dem auch noch Finanzausschuss, Verwaltungsausschuss und Gemeinderat zustimmen müssen, entschied das Gremium, zwar der Erhöhung der entsprechenden Kostenstelle für die Einrichtung einer zweiten Hortgruppe von 5. 000 auf 25. 000 Euro zuzustimmen. Dennoch sollte die Zweckbindung an die Sanierung des alten Sporthauses gestrichen werden. „Die Erhöhung gibt uns die Möglichkeit, sie einzusetzen, wir müssen es aber nicht“, sagte Ausschussvorsitzender Andreas Zack (FDP). Dazu entschieden die Ratsmitglieder, Schulleiterin Annika Sterneck in die Finanzausschusssitzung am Montag, 14. Februar, einzuladen.

Die Gemeinde ist unter Druck, selbstauferlegtes Ziel ist der 1. August als Start für die zweite Gruppe. „Uns läuft die Zeit weg“, mahnte Bahrenburg. „Der Elternbedarf ist da.“

Auch interessant

Kommentare