Einblick in eine andere Welt

Volksbank-Mitarbeiterinnen schildern ihre Erfahrungen in der K&S-Seniorenresidenz

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Annelie Biederstaedt (l.) und Ute Jentsch erfahren gerade, was es heißt, in der Pflegebranche zu arbeiten. Normalerweise sind die beiden in der Volksbank vorzufinden.

Sottrum - Von Inken Quebe. Den Business-Zweiteiler lassen Annelie Biederstaedt und Ute Jentsch in diesen Tagen im Schrank hängen – stattdessen tragen die beiden Mitarbeiterinnen der Volksbank Wümme-Wieste in Sottrum Kittel.

Das „Blickwechsel“-Projekt, das die Bank zu ihrem 125-jährigen Bestehen in diesem Jahr ins Leben gerufen hat, ermöglicht ihnen gerade einen Einblick in die Pflegebranche in der Sottrumer Seniorenresidenz.

Ein Gefühl finden, richtig mit den jeweiligen Personen umzugehenE

„Alle Achtung an die Mitarbeiter.“ – Annelie Biederstaedt macht deutlich, welchen Respekt sie vor der Arbeit in der Pflege hat. Aktuell erleben sie und ihre Volksbank-Kollegin Ute Jentsch den Alltag in der K&S-Seniorenresidenz. Entgegen der ursprünglichen Planung bleiben Biederstadt und Jentsch zwei Tage jeweils im gleichen Wohnbereich, darüber hinaus erhalten sie einen Tag Einblick in die Ergotherapie. „Wir haben spontan entschieden, auf den Wohnbereich-Wechsel zu verzichten, um die Bewohner nicht zu überfordern und die Struktur etwas beizubehalten“, sagt Residenzleiter Michael Wekel. Die Bewohner seien auch vorher über das Projekt informiert worden und hätten keine Vorbehalte geäußert.

Biederstaedt war die ersten zwei Tage im Wohnbereich I tätig, hat Pfleger begleitet, ihnen zugeschaut und sie auch unterstützt. Zum Beispiel beim Essen anreichen. „Man bekommt ein Gefühl dafür, wie man mit der jeweiligen Person umgeht“, sagt sie. Biederstaedt findet es wichtig, Ruhe auszustrahlen und nicht ängstlich zu sein.

Jentsch ist von den Senioren beeindruckt

Ihre Kollegin Ute Jentsch, die zu Hause selbst die Schwiegermutter pflegt und am ersten Tag die Ergotherapie kennengelernt hat, zeigt sich beeindruckt von den Senioren: „Es ist toll, wie die Bewohner im Vitalclub mitmachen und richtig trainieren.“ Auch nimmt sie aus dem Projekt Ideen für die Pflege der Schwiegermutter mit. „Ich habe gelernt, wie man jemanden richtig beim Gehen unterstützt.“

Beide Frauen haben die Erlebnisse vor dem Feierabend mit ihren Kollegen auf Zeit reflektiert, um keine belastenden Eindrücke mitzunehmen. „Eigentlich waren wir eher euphorisch, und obwohl ich das Gefühl hatte, nur geredet zu haben, war ich abends ganz schön kaputt“, sagt Biederstaedt. Dass es aber in diesem Beruf nicht ausbleibt, eine Bindung zu den Bewohnern aufzubauen und mitzufühlen, sei im Gegenteil sogar sehr wichtig, sagt Maike Gonscherowski. „Wenn uns Schicksale nicht mehr berühren würden, wäre man in diesem Beruf falsch“, verdeutlicht die stellvertretende Pflegedienstleitung. Trotzdem achte man darauf, dass gerade junge Bewerber den Eindrücken standhalten können. „Wir bekommen auch Bewerbungen von 16-Jährigen. Da gucken wir genau hin. 18 Jahre sind schon etwas besser.“

Die zwei „Blickwechsel“-Teilnehmerinnen werben dafür, sich selbst einen Eindruck von einer Pflegeeinrichtung zu verschaffen. Biederstaedt: „Es ist eine ganz andere Welt. Viele haben Berührungsängste bei dem Thema. Dabei werden wir alle irgendwann älter!“

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