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Sottrum und Bötersen: Gemeinderäte konkretisieren Hort-Projekte

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Von: Matthias Daus, Nina Baucke

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Das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Sottrum
Das Gemeindehaus in Sottrum könnte ab dem 1. August gleich zwei Hortgruppen beherbergen. Allerdings steht noch die Entscheidung des Kirchenvorstandes aus. © Baucke

Die Gemeinden Sottrum und Bötersen bringen ihre Horte auf den Weg: Während sich in Sottrum eine räumliche Lösung abzeichnet, arbeitet Bötersen an einem pädagogischen Konzept. Die Zeit sitzt beiden im Nacken: Start soll in diesem Sommer sein.

Sottrum/Bötersen – In der zweiten Jahreshälfte soll es losgehen – sowohl mit dem Hort in Bötersen als auch mit der zweiten Hortgruppe in Sottrum. Beide Gemeinden haben auf ihren Ratssitzungen am Montag weitere entscheidende Schritte auf dem Weg dorthin gemacht.

Ein „Licht am Ende des Tunnels“ sieht Sottrums Gemeindedirektor Holger Bahrenburg, wenn es um die Frage nach dem künftigen Hortstandort geht. Denn mittlerweile führt die Gemeinde Gespräche mit der Kirchengemeinde. Diese wiederum könnte – vorausgesetzt der Kirchenvorstand stimmt zu – entsprechende Räume zur Verfügung stellen. Und das für beide Gruppen, die bereits existierende und die neue, die am 1. August starten soll. „Wir hätten dann beide Gruppen an einem Ort und zudem mögliche Kapazitäten an der Oberschule, damit wir auch für eine eventuelle dritte Gruppe gerüstet sind“, freut sich Bahrenburg. Zudem können Turnhalle und Pausenhof der benachbarten Grundschule für den Hortbetrieb mitgenutzt werden. Auch das Landesjugendamt, das die Betriebsgenehmigung erteilen muss, habe bereits seine Zustimmung signalisiert. „Es ist eine gute Lösung, zumal wir an diesem Ort auch die Synergieeffekte nutzen können“, sagte Grünen-Ratsherr Lühr Klee. Bis zum Beginn der Ganztagsbetreuung an den Schulen soll das mit dem Hort erst einmal so laufen, „dann werden wir weiter sehen“, so Klee.

Wir hätten dann beide Gruppen an einem Ort und zudem mögliche Kapazitäten an der Oberschule, damit wir auch für eine eventuelle dritte Gruppe gerüstet sind.

Holger Bahrenburg

Nicht ausreichender Raum an der Oberschule, kein Platz an der Grundschule am Eichkamp und eine viel kritisierte und mittlerweile offenbar wieder verworfene Option mit dem ehemaligen Sporthaus: „Es ist ein emotionales Thema“, blickte Bahrenburg bei der Sitzung des Sottrumer Gemeinderates auf die hinter ihm liegenden Debatten zurück. „Jetzt geht es erst einmal darum, das Geld einzustellen“, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn. Einstimmig folgte der Rat dem Verwaltungsvorschlag, 25 000 Euro für die Horteinrichtung einzukalkulieren. „Ob wir da alles brauchen, wird sich zeigen“, so Bahrenburg.

In Bötersen haben derweil die Arbeiten für den Umbau des alten Lehrerhauses zu einem Hort begonnen – und das gut im Zeitplan. Daher laufen nun die Planungen für die Betreuung der Kinder. Für die Gemeinde Bötersen gibt es hier zwei Alternativen: Entweder sie stellt selbst Fachkräfte ein und ist dann hier wie auch im Kindergarten, als Arbeitgeber tätig, oder aber sie vergibt die Personalverwaltungsfragen an eine Organisation, die die Betreuung sicherstellt.

Sofa stellt Konzept vor

Ein Kandidat dafür ist die Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa), die im Raum Bremen und unter anderem auch in Sottrum mit den verschiedensten Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien Hilfe und Unterstützung bietet. Darunter fällt auch die Hortbetreuung.

Das Konzept hierfür ist recht einfach: Der Verein übernimmt die Betreuungsaufgabe des Hortes, stellt dafür qualifiziertes Personal zur Verfügung und kümmert sich um die verwaltungstechnischen Abläufe, die damit verbunden sind. Dafür greift man auf ein Mitarbeiterpool zurück und kann auch kurzfristig auf Urlaubs- oder Krankheitsausfälle des Personals reagieren.

Es ist momentan nicht leicht, Fachpersonal zu finden, da bräuchten wir schon ein wenig Vorlauf, wenn wir termingerecht beginnen wollen.

Yasemin Kaya

Um dieses Konzept dem Gemeinderat in Bötersen vorzustellen, waren der Vorsitzende des Vereins, Jan-Dieter Junge, und die Personalverantwortliche Yasemin Kaya bei der Ratssitzung am Montag zu Gast. Ob die Gemeinde es auch annehmen wird, darüber wird auf einer späteren Sitzung entschieden. Bötersens Bürgermeister Cord Trefke (CDU) war über die Gemeinde Sottrum auf die Leute vom Sofa aufmerksam gemacht worden. Die Ratsmitglieder wiederum hatten auch einige Sachfragen, die Junge und Kaya ausführlich beantworteten.

Rund 100 500 Euro an Kosten fielen dafür jährlich an, wobei eine Förderung in Höhe von 12 000 Euro dazu käme. Blieben demnach 88 500 Euro, die theoretisch von den Eltern der betreuten Kinder getragen werden müssten. Trefke sah aber schon in diesem frühen Stadium den Bedarf einer Mitfinanzierung durch die Gemeinde. Jetzt liegt der Ball im Feld des Gemeinderates. Viel Zeit hat dieser jedoch nicht für eine Entscheidung, wie Yasemin Kaya betonte: „Es ist momentan nicht leicht, Fachpersonal zu finden, da bräuchten wir schon ein wenig Vorlauf, wenn wir termingerecht beginnen wollen.“

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