Verkehr nimmt zu

Sottrum sucht nach Lösungen für zunehmenden Verkehr

Eine Kreuzung zwischen einem Schild und einem Baum.
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Der Knotenpunkt Alte Dorfstraße/Bundesstraße 75 an der Anschlussstelle Stuckenborstel steht unter besonderer Beobachtung.

Der Verkehr in und um Sottrum nimmt zu. Die Gemeinde möchte sich frühzeitig auf Lösungssuche begeben.

Sottrum – Es zieht. Ungemütlich ist es an diesem Morgen, der Wind bläst über die Felder westlich von Sottrum und hier, einige Meter erhöht, ist es auch nicht besser. Unter den Füßen von Hans-Jürgen Krahn rauscht die Autobahn. Hier oben, auf der Zubringerbrücke zum Gewerbegebiet habe man den besten Überblick zum Thema, meint der Sottrumer CDU-Bürgermeister.

An diesem Morgen trifft man sich, um über die Verkehrsprobleme der Wieste-Gemeinde zu sprechen. Davon gibt es einige. Nicht nur durch die Lkw, die in Abständen von wenigen Minuten diese Strecke im Sottrumer Westen passieren, auch wegen der anderen Verkehre, die Sottrum mittlerweile zunehmend belasten. Und das an mehreren Punkten: im Prinzip über die gesamte Alte Dorfstraße, an den Knotenpunkten entlang der Bundesstraße 75 und auf der Lindenstraße.

Die Gemeinde befindet sich im Wachstum. Ist das eine Baugebiet endgültig beschlossen, wird bereits das nächste angeschoben. Und auch das A1-Gewerbegebiet kommt nach langer Durststrecke in Schwung. Und mehr Einwohner bedeuten mehr Verkehr. Auf dem Land heißt das in der Regel: mehr Autos. Immerhin für den westlichen Bereich Sottrums, wo seit der Eröffnung des Rewe-Kühllagers die Stimmung in Sachen Verkehr schlecht ist, hat Krahn einen Masterplan. Auf der Zubringerbrücke stehend zeigt er in Richtung Kreisverkehr am Ortsausgang Richtung Reeßum.

Dort könne eine Art Umgehungsstraße beginnen: Über die Felder an der Biogasanlage vorbei würde sie dann auf die Zubringerbrücke des Gewerbegebietes an die Alte Dorfstraße treffen, von dort aus ginge es dann weiter Richtung B75. Es ist tatsächlich eine realistische Möglichkeit, die Wohngebiete in Klein Sottrum zu beruhigen. Es ist eine Idee, die sogar recht einfach, aber dennoch nicht „mal eben“ umzusetzen wäre.

Es nähert sich ein Sattelzug. Um den Verkehr nicht zu behindern, wird das Gespräch unten auf einem Parkstreifen fortgesetzt.

Mit dieser kleinen Umgehungsstraße könne man vor allem die Bergstraße, den Wohnbereich der Alten Dorfstraße und die Kreuzung B75/Lindenstraße entlasten, führt Krahn aus. „Die Alte Dorfstraße ist historisch die Zufahrt zu Autobahn für alles, was von Norden kommt.“ Aber andere Probleme würden damit nicht gelöst – etwa im Kreuzungsbereich der B75/ Everinghauser Straße/Alte Dorfstraße, wo der Lkw-Verkehr die Anwohner besonders belastet.

Krahn würde das gerne dadurch lösen, in dem die Zufahrt zu den Gewerbegebieten von der B75 etwas weiter östlich beginnen würde. Da müssten aber die Grundstückseigentümer mitspielen, die müsse man überzeugen, dass es eine gute Lösung ist, so der Bürgermeister. Nebenaspekt wäre, dass man in dem Bereich auch noch leichtes Gewerbe ansiedeln könne.

Und noch jemand muss mitspielen, und zwar die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV) als sogenannte Baulastträgerin der Bundesstraße. In Sottrum kursiert, dass man dort bereits die Kreuzung B75/Alte Dorfstraße sorgenvoll beobachte und Rückstaus auf die Rampe der A1-Anschlussstelle Stuckenborstel fürchte. Dem ist nicht so. Der Leiter des zuständigen Geschäftsbereiches Verden, Rick Graue, verweist auf Nachfrage auf ein Gutachten, das im Zuge der Planung des großen A1-Gewerbegebietes erstellt wurde.

„Demnach ist eine leistungsfähige Anbindung gegeben und ein Ausbau des Knotenpunktes B75/Alte Dorfstraße/Everinghauser Straße nicht erforderlich“, schreibt er. Aktuelle Zahlen zum angestiegenen Verkehrsaufkommen gebe es nicht, aber man beobachte diesen Knotenpunkt fortlaufend – in Zukunft wolle man ihn aber noch einmal besonders in den Blick nehmen. Aber: „Derzeit besteht kein sofortiger Handlungsbedarf.“

Sofortigen Handlungsbedarf gibt es auch laut Krahn nicht. „Das ist nichts für nächstes oder übernächstes Jahr.“ Aber es sei auch im Entwicklungskonzept Sottrum 2030 verankert. Es gehe auch mehr darum, als Gemeinde einen Plan in der Schublade zu haben, falls sich in dieser Sache mal was ergibt. Falls sich das NLSTBV zu diesem Punkt melde, dann müsse man wissen, was man wolle.

Auch an den anderen Stellen sucht man noch nach Lösungen. Etwa für die Lindenstraße, auf der sich der Verkehr vor der Ampel gerne mal hunderte Meter lang staut. „Sottrum hat das Problem, nur eine Nord-Süd-Verbindung zu haben“, sagt Krahn – eben mit der Berg- und der Lindenstraße. Darauf konzentriert sich der Verkehr in diese beiden Richtungen. Die Lindenstraße ist Teil einer der am meisten befahrenen Kreisstraßen im Landkreis. Aus Sottrumer Perspektive ist sie die Zubringerstraße nach Posthausen zu Dodenhof.

Man muss also schauen, wo man eine weitere Nord-Süd-Verbindung einrichten könne. Die Bahnhofstraße fällt da in den Blick. Sie ist aktuell nur eine Wohnstraße. „Wenn da aber mehr gebaut wird, muss man da jetzt schon eine Lösung suchen. Das wird sonst nicht funktionieren“, sagt Krahn. Auch der Dannert spukt immer wieder zur Entlastung der Lindenstraße durch die Debatte – von der B75 ginge es dann zur Bahnbrücke.

Vieles ist noch offen, wie man den zunehmenden Verkehr in Sottrum bewältigen möchte. Die ganz große Lösung – eine Umgehungsstraße für den ganzen Ort – scheint aber nicht in Sicht. Auch wenn der Verkehr in Richtung Autobahn durch den Wachstum Rotenburgs wohl weiter zunehmen wird. „Das ist ganz schwierig“, sagt Krahn und verweist auf einen anderen Ort an der B75, der schon viele Jahre um eine Umgehung kämpft: Scheeßel.

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