SPD und Grüne

Sottrum: Suche nach dritten Bürgermeister-Kandidaten geht weiter

Ob nur zwei oder drei Namen auf den Wahlzetteln bei den Sottrumer Bürgermeisterwahlen stehen werden, ist noch offen.
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Ob nur zwei oder drei Namen auf den Wahlzetteln bei den Sottrumer Bürgermeisterwahlen stehen werden, ist noch offen.

Die SPD und Grünen in der Samtgemeinde Sottrum suchen weiter nach einem Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Das gestaltet sich aber als schwierig.

Sottrum – Zwei Kandidaten gibt es aktuell auf das Bürgermeisteramt der Samtgemeinde Sottrum. Am 12. September wird gewählt, und aus Sicht der SPD und den Grünen ist keiner der beiden für dieses Amt die beste Option: Robert Abel (FDP) nehmen beide Parteien die Kandidatur – diplomatisch ausgedrückt – persönlich übel, hatte er damit doch gegen Absprachen verstoßen. Der parteilose Direktkandidat Holger Bahrenburg hingegen hat zu sehr Stallgeruch im Sottrumer Rathaus. Doch die Suche nach einem dritten Kandidaten, den beide Parteien gemeinsam aufstellen möchten, gestaltet sich schwierig.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Samtgemeinderat, Wolfgang Harling, sieht gleich mehrere Fallstricke. Zunächst das Offensichtliche: Man braucht einen Kandidaten oder eine Kandidatin, der oder die überhaupt qualifiziert ist, dieses „hochdotierte“ Amt auszufüllen. Außerdem ist der Markt an potenziellen Akteuren wie leer gefegt. Immerhin treten allein im Landkreis Rotenburg die meisten jetzigen Hauptverwaltungsbeamten nicht erneut zur Wahl an, der Bedarf an Kandidaten ist entsprechend hoch. Im Südkreis ist Bothels Samtgemeinde-Bürgermeister Dirk Eberle der einzige Rathaus-Chef, der Interesse an einer weiteren Amtszeit hat. Aber in Rotenburg, Scheeßel, Fintel, Visselhövede und eben in Sottrum wird es in jedem Fall ab Herbst einen neuen Chef oder eine neue Chefin in der Verwaltung geben.

SPD und Grüne an der Wieste sind auf der Suche. Harling selbst hat sich als Kreistagsmitglied im gesamten Landkreis umgehört, ob jemand Interesse an einer Kandidatur auf das höchste politische Amt in Sottrum hat. Auch in den benachbarten Kreisverbänden und sogar in Bremen hätten sich laut dem SPD-Mann beide Parteien umgehört. Doch hat diese Kandidatur nach dem Rückzug des ursprünglich von CDU, SPD, Grüne und FDP gemeinsam ausgesuchten Kandidaten Wolf Linne ein schlechtes Image. Das „Theater“, wie es Harling nun bezeichnet, hat über die Samtgemeinde-Grenzen hinaus Wellen geschlagen. Ein neuer Bewerber von SPD und Grüne trägt den Makel, zunächst als zweite Wahl zu erscheinen.

Das haben die ersten Erfahrungen bereits gezeigt. Potenzielle Kandidaten hat man bereits angefragt, so Joris Immenhauser, Co-Vorsitzender der Sottrumer Grünen – und alle haben abgesagt. Der Grund liege „wahrscheinlich“ im Theater rund um Wolf Linne. Man würde eigentlich jemanden suchen, der nicht zu sehr vorbelastet ist mit einem Hintergrund aus SPD oder Grünen. Lieber sei ein Kandidat mit Verwaltungserfahrung. Der Nachteil: Solche Leute sind in der Regel keine Politiker, und das Hin und Her in den vergangenen Monaten habe den meisten wohl vor Auge geführt, dass das Samtgemeinde-Bürgermeisteramt eben bedeutet, auch Politik machen zu müssen, glaubt Immenhauser. Er spricht von Befürchtungen, „unter die Räder zu kommen“.

Der neue Kandidat solle nicht aus der Verwaltung der Samtgemeinde kommen, so Harling. Man möchte jemanden, der frische Ideen einbringt ins Rathaus. Immerhin: Bei der jüngsten Zusammenkunft der beiden Gemeindeverbandsspitzen seien schon erste Namen diskutiert worden. „Wir haben zwei oder drei im Visier“, sagt Harling. Wissen die schon von ihrem Glück? „Nein“, sagt der SPD-Fraktionschef. Laut Immenhauser möchte man sie in der kommenden Woche nach und nach anschreiben. Montag in einer Woche ist bereits das nächste Treffen der SPD- und Grünen-Vorstände – mit der Hoffnung, dann schon bald konkret werden zu können. Wolfgang Harling gibt sich aber noch zweckpessimistisch: „Ich bin überzeugt, dass es eine richtige Persönlichkeit für uns gibt. Aber ich weiß nicht, ob wir sie rechtzeitig finden.“

Vonseiten der CDU ist es seit dem Rückzug Linnes still geworden. Ihre Mitgliederversammlung hatte den Unterstedter zum Kandidaten gewählt, wenige Minuten vor der Wahl hat dieser aber bereits seinen Rückzug eingereicht – was die Christdemokraten zu dem Zeitpunkt allerdings nicht wussten. Der Gemeindeverbandsvorsitzende, Marvin Heinrich, hatte eigentlich eine Neubewertung der Situation angekündigt, doch bis Freitag gab es dahingehend keine Neuigkeiten. Nachfragen, wie die CDU nun weiter vorgehen möchte oder ob es einen neuen Kandidaten der Partei gibt, blieben unbeantwortet. Stattdessen nur ein Verweis auf eine alte Pressemitteilung. Und: „Alles Weitere kommunizieren wir, wenn es soweit ist“, so der CDU-Vorsitzende.

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