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Samtgemeinde Sottrum bekommt zweites Umspannwerk

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Von: Matthias Röhrs

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Der Netzbetreiber Tennet rüstet die nächste Stromtrasse in der Samtgemeinde auf. Dazu gibt’s ein zweites Umspannwerk im Nordosten.
Der Netzbetreiber Tennet rüstet die nächste Stromtrasse in der Samtgemeinde auf. Dazu gibt’s ein zweites Umspannwerk im Nordosten. © Röhrs

Ab dem Sottrumer Umspannwerk rüstet der Netzbetreiber Tennet eine weitere Stromtrasse auf. Teil des Projekts ist ein weiteres Umspannwerk im Nordosten der Samtgemeinde.

Sottrum – In der Samtgemeinde Sottrum soll ein zweites Umspannwerk entstehen. Das berichtet das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL). Dazu sollen vier Gebiete vornehmlich im Nordosten der Samtgemeinde untersucht werden, ob sie sich für einen Standort eignen. Hintergrund sind die Pläne des Netzbetreibers Tennet, eine weitere bereits bestehende Stromtrasse vom Umspannwerk an der Bundesstraße 75 Richtung Bremen-Farge auf 380-Kilovolt aufzurüsten.

Das neue Umspannwerk ist den Unterlagen zufolge der neue Endpunkt der Trasse. Als erster Verfahrensschritt steht ab 2023 das Raumordnungsverfahren an, teilt das ArL mit. Es handele sich dabei um ein Vorplanungsverfahren, das die Raum- und Umweltverträglichkeit der geplanten Stromleitung prüft.

Bald beginnen erste Untersuchungen

Für den Trassenersatzneubau sind insgesamt zwei neue Umspannwerke geplant. Eines wird in der Nähe des A27-Anschlusses Bremen-Industriehäfen gebaut. Ein möglicher Standort in der Samtgemeinde Sottrum ist in der Nähe des bestehenden Umspannwerks, direkt nördlich des Windparks zwischen Wieste-Ort und Hassendorf. Weitere sogenannte Untersuchungsräume sind im Dreieck zwischen Jeerhof, Höperhöfen und Schleeßel, nordöstlich von Bittstedt und zwischen Clüversborstel und Bittstedt.

Diese Bereiche sollen bereits in den kommenden Wochen näher untersucht werden. Die Trasse selbst verläuft aus diesem Bereich zwischen Reeßum und Taaken und tritt westlich von Otterstedt über die Kreisgrenze. Teil der Untersuchungen für das Vorhaben werden auch Kartierungen zu Brut- und Gastvögeln sein, kündigt das ArL an.

Zur Beratung der Anforderungen an die Verfahrensunterlagen für das Raumordnungsverfahren hatte das ArL vergangene Woche die räumlich berührten Gemeinden, Landkreise, Fachbehörden und Naturschutzvereinigungen zu Videokonferenzen eingeladen, heißt es. „Der vorgeschlagene Untersuchungsrahmen konnte bei den Videokonferenzen im Wesentlichen bestätigt werden“, berichtet Stefano Panebianco, der beim ArL für die Durchführung des Raumordnungsverfahrens zuständig ist. „Die von Tennet entwickelten Standort- und Trassenalternativen werden im Raumordnungsverfahren näher untersucht und auf ihre Eignung geprüft werden.“

Raumordnungsverfahren beginnt 2023

Grundsätzlich strebe Tennet an, die neue Leitung in unmittelbarer Parallellage zur heutigen Leitung zu errichten. Insbesondere dort, wo Mindestabstände zu Wohngebäuden unterschritten werden, habe Tennet neue Trassenalternativen zur Prüfung vorgeschlagen. Die Samtgemeinde Sottrum kann kaum profitieren. Der größte Teil des Trassenverlaufs auf ihrem Gebiet muss als Zuwegung für das neue Umspannwerk neu gezogen werden.

Seitens der Konferenzteilnehmer habe es verschiedene Fragen, Hinweise und Forderungen zum Untersuchungsrahmen gegeben, schließt das ArL in seiner Mitteilung ab – unter anderem zu den methodischen Standards und den Gebieten für die Kartierung von Vögeln, zur Betroffenheit sensibler Bereiche von Natur und Landschaft, zu den Auswirkungen des Vorhabens auf die Landwirtschaft und zur Eignung einzelner Standort- und Trassenalternativen. Das Amt werde auf der Basis der mündlich und schriftlich vorgebrachten Hinweise den Untersuchungsrahmen für das Raumordnungsverfahren festlegen. Dieses startet 2023.

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