Bahrenburgs Aufschlag

Sottrum möchte 2022 einen Schulentwicklungsplan aufstellen

Ein Schulhof mit Schaukel und Rutsche.
+
Der Schulhof in Horstedt. Die Schule bekommt einen Anbau.

Die Sottrumer Schulen sollen fit gemacht werden für den Ganztag. Die To-do-Liste ist lang, im Frühjahr sollen die ersten Gespräche geführt werden.

Sottrum – Schon in den ersten Wochen des neuen Jahres will Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg den „Aufschlag machen“, wie er sagt. Ab dann sollen der Rat, Eltern und Lehrer mit den Diskussionen beginnen, in welche Richtung sich die Schulen in der Samtgemeinde entwickeln werden. Für die Schulen soll ein Entwicklungsplan kommen, damit im Jahr 2026 alles bereit ist für den vom Land Niedersachsen geplanten Ganztag.

Der Weg dahin ist noch weit, und dennoch ist der Zeitplan angesichts der Länge der To-do-Liste sportlich. Das räumt Bahrenburg selbst ein, ihm sind in Teilen aber auch die Hände gebunden.

Das Ganze erinnert ganz stark an das Feuerwehrkonzept der Samtgemeinde, das die Bedarfe der Brandschützer langfristig plant und regelt, aber auch an das auf Gemeindeebene im Entstehen begriffene Entwicklungskonzept Sottrum 2030. „Es ähnelt sich“, sagt der Bürgermeister. Nun sind die Schulen dran. „Wir müssen uns da auf dem Weg machen, und ich sehe auch den Bedarf in der Samtgemeinde“ – unabhängig davon, wie der Ganztag einmal umgesetzt werden soll.

Der Bedarf ist da

Ganztagsbetreuung von Schulkindern sei ein Thema, dass die Eltern sehr beschäftige. Nicht umsonst haben sich die Sottrumer Mitgliedsgemeinden schon vor Jahren auf den Weg gemacht, als Betreuungsangebote am Nachmittag Horte einzurichten. Von Gemeinde zu Gemeinde ist man da unterschiedlich weit. Der Markt ist da, nachdem in Sottrum beispielsweise der Hort-Start eher schleppend verlaufen war, sucht man nun dringend nach Möglichkeiten, eine weitere Gruppe einzurichten.

Aber da geht es auch schon los. Noch ist nicht ganz klar, wie der Begriff Ganztag vom Land definiert werden wird, führt Bahrenburg aus. Zählt ein Hort als Betreuungsangebot darunter? Oder muss ein pädagogisches Konzept dahinter stehen? Auch Kostenfragen sind noch nicht abschließend geklärt. Bahrenburg nimmt da das Land in die Pflicht. Immerhin geht es auch im Schulentwicklungskonzept nicht ausschließlich um Ausbau im baulichen Sinne. Es geht um Administration, Digitalisierung. „Das kostet in Zukunft viel Geld, das muss man abbilden können“, so der Bürgermeister.

Das müsse eigentlich das Land machen, Geld für Administration beispielsweise gebe es bis jetzt nur wenig. Und dazu kommt: „Jetzt bringt man die Schulen durch den Digitalpakt auf ein hohes Niveau, aber in fünf Jahren muss man Ersatzbeschaffungen machen.“ Das müsse eigentlich kontinuierlich geschehen, und dann sei das Sache des Landes. „Das kann nicht nur auf Schultern der Kommunen lasten.“

Eltervertreter mit langer Liste

Die Liste an Erwartungen seitens der Eltern an das neue Schulkonzept ist derweil nicht ohne, und oft deckt sie sich auch mit den Plänen des Bürgermeisters: Modernisierung der Schulen, ausreichend Hortplätze und natürlich Digitalisierung. „Unter anderem sollten Luftfilter kommen, aber effektiv ist da noch nichts passiert“, bemerkt Christian Stanzel, stellvertretender Elternratssprecher. Auch die Digitalisierung im Bereich der Schulplattform „iServ“ sei im Pandemiejahr nur schleppend gelaufen. Dasselbe gelte für den Hort: „Es sollte mittlerweile ausreichend Plätze geben – aber viele stehen immer noch auf Wartelisten.“

Es würde für viele Eltern deutlich entspannter werden, wenn es eine Lösung für den Hort gebe. Das sieht Bahrenburg ein, berücksichtigt dabei aber auch mögliche Ganztagsangebote in den Schulen selbst. Wobei er persönlich dafür sei, solche Angebote offen oder teilgebunden zu gestalten. „Es muss so sein, dass der Ganztag die Eltern nicht knebelt.“ Und obendrein hätten Kinder ja auch noch Hobbys.

Die Ganztagsschule ist ein großes Thema für den Elternrat. „Das werden noch spannende Diskussionen werden“, vermutet Elternratsvorsitzender Andreas Zack, der für die FDP auch im Samtgemeinderat sitzt. „Grundsätzlich müsse das kommende Schulkonzept schlüssig und rund sein, so Stanzel: „Mir fehlt da aber noch die Vision.“

Festhalten am Eichkamp

„Spannend ist auch die Frage, welche Grundschulstandorte erhalten bleiben“, sagt Zack „Grundsätzlich geht es um kurze Wege für die Kinder, aber es gibt ja, ein, zwei Standorte, die etwas kleiner sind.“ So will der Schulelternrat in absehbarer Zeit vor allem den Außenstellen einen Besuch abstatten – „wobei wir dann erstmal schauen wollen: Was ist dringend, was kann?“, sagt Stanzel. „Und wir hätten gerne geklärt, ob die Grundschule am Eichkamp erhalten bleibt.

Zeitnah, denn bei einem Weiterführen des Betriebs muss da baulich etwas passieren“, ergänzt Zack. Das sieht auch Stanzel so: „Es gibt dort eine tolle neue Sporthalle, die Lage ist klasse, aber wir haben halt auch mit der Morgenstern-Grundschule bereits eine große, moderne Schule in Sottrum. Da muss jetzt eine Entscheidung her.“

In dem Punkt ist der der Elternrat mit dem Bürgermeister einig, wobei er das natürlich etwas vorsichtiger formuliert, auch in puncto Neubauten statt Sanierungen. „Man muss alle Optionen sehen, ob man sie am Ende zieht oder nicht. Man muss aber jede einmal betrachten.“ So oder so, an fast jedem Schulstandort in der Samtgemeinde stehen größere oder kleinere Investitionen an. Die Löwenzahn-Grundschule in Horstedt bekommt beispielsweise einen neuen Verwaltungstrakt und auf Sicht auch ein neues Dach.

Grundsätzlich sieht er die Schulen schon als gut ausgestattet an, sie entsprächen aber keinem Neubaustandard. Man sei räumlich sehr beengt, Schule habe sich zudem verändert hin zu mehr Kleingruppenunterricht. „Das müssen wir berücksichtigen“, sagt Bahrenburg im Hinblick auf seinen Schulentwicklungsplan. Ebenso, was die Samtgemeinde an sogenannten freiwilligen Leistungen wie die Schulsozialarbeit erbringen möchte und kann.

Alle auf das selbe Niveau

Man müsse an den Punkt kommen, dass die Schulen einheitlich auf dem selben Niveau sind. „Es gibt mir noch zu viele Unterschiede“, so Bahrenburg. Da heiße auch, bei manchen müsse man jetzt etwas mehr Geld reingeben, weil woanders in den vergangenen Jahren mehr investiert wurde.

Der neue Elternrat hat sich mit Zack und Stanzel an der Spitze gerade erst konstituiert. „Neben den ganzen Themen ist uns zudem eine Sache sehr wichtig: Bei allem wollen wir von der Samtgemeinde mitgenommen werden“, macht Zack deutlich.

Und das verspricht Bahrenburg. Wenn er nach den Haushaltsberatungen seinen „Aufschlag“ macht, möchte er seinen Plan vorstellen. Wenn seine Ideen von Politik, Eltern, Schulen und Co. mitgetragen wird, müsse dann ein Planer beauftragt werden. Bahrenburg möchte Expertise reinholen, das Beste bündeln, erstmal alles aufnehmen. „Wenn wir ein Ziel haben, muss man auch nicht mehr nur reagieren.“ Man könne stattdessen vorausschauend zum Beispiel Fördergelder akquirieren, wenn man weiß, was man in zwei Jahren vor hat.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Ein paar Prozent Ungeimpfte bleiben

Ein paar Prozent Ungeimpfte bleiben

Ein paar Prozent Ungeimpfte bleiben
Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes
Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in Sottrum

Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in Sottrum

Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in Sottrum
Visselhövedes Bürgermeisterkandidaten auf dem Podium

Visselhövedes Bürgermeisterkandidaten auf dem Podium

Visselhövedes Bürgermeisterkandidaten auf dem Podium

Kommentare