Start am Sonntag

Kirstin Taberski über das Stadtradeln in Sottrum

Kurbel statt Verbrenner: Sottrum setzt beim Stadtradeln in den kommenden drei Wochen auf andere Antriebe.
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Kurbel statt Verbrenner: Sottrum setzt beim Stadtradeln in den kommenden drei Wochen auf andere Antriebe.

Am Sonntag startet das Stadtradeln in Sottrum. Die Initatorin Kristin Taberski im Interview.

Sottrum – In Rotenburg endet das Stadtradeln, am Sonntag geht es in der Samtgemeinde Sottrum richtig los und für drei Wochen auf das Fahrrad. Privatleute, Firmen oder auch Schulen versuchen dann, möglichst oft auf das Auto zu verzichten und stattdessen mit dem Fahrrad CO2 einzusparen. Im vergangenen Jahr war Sottrum erstmals dabei gewesen, damals als aktivster Neuling in der Metropolregion Hamburg der aktivste Neuling.

Bei der Samtgemeinde-Sottrum hat Klimaschutz Kirstin Taberski die Fäden fürs Stadtradeln in der Hand. Wir haben sie befragt, wie das gute Ergebnis aus dem Vorjahr getoppt werden kann und welchen Effekt das Stadtradeln auf die Samtgemeinde hat.

Frau Taberski, war nach der Premiere im vergangenen Jahr sofort klar, dass sich die Samtgemeinde Sottrum erneut am Stadtradeln beteiligen wird? Von welchen Kriterien hat die Samtgemeinde die erneute Teilnahme abhängig gemacht?

Es war nach der erfolgreichen Teilnahme im Jahr 2020 klar, dass diese Kampagne wiederholt werden sollte. Erfreulich ist, dass die Samtgemeinde durch die frühzeitige Anmeldung für das Jahr 2021 von der Förderung des Landes Niedersachsen profitieren konnte und nun keine Teilnahmegebühren an das Klima-Bündnis zahlt.

Mitmachen

Noch bis und auch nach dem Start am Sonntag, 20. Juni, können sich Interessierte für das Stadtradeln in Sottrum anmelden. Voraussetzung ist dafür lediglich der Wohnort oder ein Arbeitsplatz in der Samtgemeinde. Am einfachsten ist die Teilnahme online. Möglich ist sie aber auch über einen Anruf bei Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski unter 04264 / 832025. Übrigens hat sie in der Zwischenzeit zwei sogenannte Stadtradel-Stars gefunden: Diese verzichten in den drei Wochen komplett aufs Auto, schließen dessen Schlüssel über den Zeitraum ein. Es handelt sich dabei um Michael Itzen aus Sottrum und Herbert Cordes aus Clüversborstel.

Wie sieht es mit dem Zuspruch jetzt im zweiten Jahr aus? Bislang bleiben die Anmeldezahlen doch hinter den Erwartungen zurück, oder?

Bis Donnerstagmittag haben sich 285 Radlerinnen und Radler angemeldet. Im Jahr 2020 waren hingegen 449 Aktive dabei. Da ist also noch Luft nach oben. Deshalb möchte ich hier darauf hinweisen, dass eine doppelte Teilnahme am Stadtradeln in einem Jahr möglich ist. Sollte jemand zum Beispiel schon aufgrund der Arbeitsstelle für Rotenburg oder Ottersberg geradelt sein, ist das kein Hindernis für eine erneute Teilnahme beim Wohnort in der Samtgemeinde Sottrum. Dafür muss nur eine erneute Registrierung mit anderem Benutzernamen erfolgen. So kann man sechs Wochen lang Rad-Kilometer sammeln.

Viele Teilnehmerkommunen sind Städte. Sind Kommunen wie die Samtgemeinde dadurch, dass sie sich mehr in der Fläche ausbreiten, im Nachteil, was die Motivation zur Teilnahme angeht?

Natürlich ist die Motivation aufs Rad zu steigen bei vielen Menschen höher, wenn die Strecke, wie häufiger in einer Stadt, kürzer ist. Aber dafür hat eine Stadt nicht so schöne Naturerlebnisse zu bieten wie wir hier in der Samtgemeinde. Bei gutem Wetter auf dem Rad den Fahrtwind und das Grün der Landschaft zu genießen: Das ist der große Vorteil ländlicher Regionen.

Gibt es ein Ziel an gefahrenen Kilometern, das die Gemeinde gerne erreichen möchte?

In unserem ersten Gespräch zum Stadtradeln im Jahr 2021 hatte ich die optimistische Zahl von 90 000 Kilometer genannt. Letztes Jahr waren es 84 415 Kilometer. Also liebe Bürger der Samtgemeinde: Für jeden Weg, der irgendwie möglich ist, dem Auto eine Pause gönnen und rauf aufs Rad.

Bekommen Sie Rückmeldungen von Teilnehmern, unter anderem mit Blick auf den Zustand der Radwege?

Letztes Jahr habe ich ein paar Rückmeldungen zum Zustand der Radwege bekommen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Einige Teilnehmer berichteten über erfreuliche Naturerlebnisse während ihrer Fahrten.

Welche Rolle wird das Radfahren auch außerhalb des Stadtradelns in der Samtgemeinde einnehmen?

Zur Zeit erstellt die Verwaltung zusammen mit einem Planungsbüro ein Mobilitätskonzept für die Samtgemeinde. Darin wird das Rad als klimafreundliches Fortbewegungsmittel einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Wie erreicht man dieses Ziel?

Stichworte dazu sind „Bike+Ride“, Oberflächenqualität von Radwegen, Routen mit Premiumcharakter und eine Qualitätsoffensive zum Fahrradparken. Ziel des Mobilitätskonzeptes ist, das Fahrradfahren in der Samtgemeinde Sottrum ganzjährig attraktiver zu machen.

Oft sind gemeinsame Aktionen beim Stadtradeln sehr wichtig. Bislang hat die Samtgemeinde derartigen Plänen aufgrund der Corona-Situation eine Absage erteilt. Nun hat sich die Infektionslage deutlich verbessert. Können wir in diesem Jahr doch noch mit etwas Besonderem rechnen?

Es wird eine Veranstaltung des Verkehrssicherheitsberaters der Polizeiinspektion Rotenburg geben. Ob eine Tour oder ein Workshop in Zusammenarbeit mit dem ADFC möglich sein wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

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