Familie wünscht sich Wandel 

Vorsätzliche Vergiftung? Hund Benji stirbt nach Verzehr von Schneckenkorn 

Hund Benji starb an einer Schneckenkornvergiftung. - Foto: Palm

Sottrum - Von Farina Witte. Benji krümmte sich zunächst vor Schmerzen und übergab sich mehrmals. Seine Besitzer fuhren sofort mit ihm zum Tierarzt, doch dem Hund konnte nicht mehr geholfen werden. Er starb an einer Schneckenkornvergiftung.

Mitten in der Nacht zeigte der kleine Vierbeiner die ersten Symptome. Der letzte Spaziergang mit seiner Besitzerin Katja Palm führte an einem Feldweg entlang, in der Nähe der Siedlung am Hassendorfer Weg. Dies sei ein beliebter Spazierweg für viele Hundebesitzer in der Siedlung, so Palm. 

Nach dem Vorfall informierte die Familie die umliegenden Hundebesitzer. Schnell stellte sich heraus, dass einige Hunde sich ebenfalls mehrfach übergeben mussten. „Die betroffenen Hunde sind ebenfalls an dem Feldweg Gassi geführt worden“, berichtet Palm. Doch die anderen Hunde erholten sich. Teilweise wurden sie auch mit Aktivkohle behandelt.

Romina (l.) und Katja Palm vermuten, dass sich der kleine Benji an diesem Feldweg vergiftet hat. - Foto: Witte

Dies sei eine Möglichkeit, eine Vergiftung zu behandeln, so Tierarzt Marco Werhahn Beining der Kleintierpraxis Werhahn in Sottrum. „Wenn der Besitzer genau gesehen hat, dass der Hund Schneckenkorn aufgenommen hat, ist eine sofortige, und intensive tierärztliche Behandlung notwendig“, betont Werhahn Beining weiter. „In dem Fall würden wir den Hund in Narkose legen und den Magen-Darm-Trakt spülen. Ein Gegengift gibt es nicht.“ Ob ein Hund die Vergiftung überlebt, hänge neben der Menge des aufgenommen Gifts auch von der gezielten und schnellen Behandlung ab.

Schwieriger wird es allerdings, wenn nicht genau bekannt ist, ob der Hund Gift aufgenommen hat. „Wenn man spült und der Hund hat keine Vergiftung, dann kann das auch negativ für das Tier sein“, berichtet Werhahn Beining. Denn es könne auch eine andere Krankheit dahinter stecken.

Wenn der Vierbeiner sich von einer Vergiftung erholt hat, sollte er weiterhin kontrolliert werden. „Insbesondere die Leber muss beobachtet werden“, betont der Tierarzt.

Familie geht von vorsätzlicher Vergiftung aus

Benji, ein kleiner, noch junger Hund, konnte die Vergiftung nicht verkraften. Nachdem auch Hunde in der Nachbarschaft Beschwerden hatten, vermutet Benjis Besitzerin Katja Palm, dass es sich um Vorsätzlichkeit handelt. Außerdem hat Familie Palm auf dem Feldweg Auffälligkeiten entdeckt, wie zum Beispiel eine verfärbte Pfütze.

Katja Palm wünscht sich, dass sich in Bezug auf dieses und andere Giftmittel etwas ändert. „Ich würde mir wünschen, dass das Mittel nicht mehr verwendet werden darf“, äußert sie sich. Ebenso wünscht sie sich, dass Verantwortliche deutlicher zur Rechenschaft gezogen werden. Da die Familie keine konkreten Beweise hat, wo genau das Gift ausgelegt war und wer es gemacht hat, kann sie nun nur Anzeige gegen unbekannt stellen. 

faw

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