Andere Wege

Hellweger Bürgerblumenwiese nun „wild“

Die Gemeine Feldschwebfliege auf einer Blume.
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Die Gemeine Feldschwebfliege kann man auf der Bürgerblumenwiese antreffen.

Die Bürgerblumenwiese in Hellwege ist mittlerweile in ihrem dritten Jahr. Doch in diesem ist einiges anders. Eine neue Saatmischung wurde beispielsweise nicht ausgebracht, man überlässt die Natur sich selbst und möchte herausfinden, was dann passiert

Hellwege – „Das ist jetzt eine Schwebfliege, aber wir finden hier auch gleich eine ganz winzige Biene.“ Peter Erfurt steht am Rand seiner sogenannten Bürgerblumenwiese zwischen Hellwege und Stelle und ist sichtlich begeistert. Man brauche nur etwas Geduld, bis sich eine der Bienen zeigt. Sie kämen aus Löchern der naheliegenden ehemaligen Sandkuhle.

Jeden Tag geht Erfurt mittlerweile zu dem von ihm gepachteten Hektar Land und beobachtet. Im dritten Jahr leistet er mittlerweile mit seiner Bürgerblumenwiese einen Beitrag zum Insektenschutz. Die so kleine Biene, Erfurt hat ihren Namen nicht parat, hätte es im vergangenen Jahr nicht geben. Doch mittlerweile habe sich das Ferkelkraut angesiedelt, und damit auch die Bienen. Diese Blumen hätten sich von selbst abgesiedelt.

Und da kommt schon die angekündigte „kleine Biene“. Erfurt zeigt fasziniert auf deren Pollensack und kommt sofort wieder ins Schwärmen über sein Projekt. Er spricht von seltenen Schmetterlingen, die hier mittlerweile vorkommen und immer wieder von den Schwebfliegen. „Es ist das erste Mal, dass ich mich überhaupt damit beschäftige, so etwas hat man ja vorher gar nicht wahrgenommen.“

In diesem Jahr ist die Hellweger Bürgerblumenwiese etwas anders als sonst – wilder, wenn man es so formulieren möchte. Erfurt hat auf eine erneute Aussaat der Imkermischung verzichtet. Er wollte schauen, was passiert. Neue Pflanzen sind dazugekommen, mit ihnen neue Insekten. „Das sind jetzt unscheinbare Wildpflanzen, die hier jetzt ankommen.“ Das sei aber weniger bunt als in den letzten Jahren. Von den Sonnenblumen habe er sich beispielsweise mehr erhofft, doch von denen sieht man noch gar nichts. Außer die dunklen, vertrockneten aus dem vergangenen Jahr. Dafür wächst der Mohn mehr als sonst, und die Luzerne ist mittlerweile doppelt so hoch.

„In der Mitte ist das noch ein bisschen dürftig“, sagt Erfurt und zeigt auf einen sehr grünen Bereich im Zentrum des Hektars. Vielleicht müsse man da nochmal rangehen. Aber im Prinzip gefällt ihm die Überlegung, die Wiese sich selbst zu überlassen und nur hier und dort etwas nachzusäen oder auszubessern. Die Frage ist nur, wie viel Zeit noch ist. Der Pachtvertrag war auf drei Jahre angelegt und bald langsam aus. Erfurt hofft, es weiter pachten zu können. „Damit man noch lange richtig was davon hat.“

Dabei war nicht immer heiterer Himmel über der Blumenwiese – im übertragenen Sinne. Häufiger Vorwurf war früher, Erfurt hätte Profitabsichten. Dabei zahle er immer noch drauf. Strotz Spendern und dem Honig, den ein befreundeter Imker an der Wiese produziert. Aber das habe er kalkuliert, sagt Erfurt.

Mittlerweile habe sich die Wiese auch bei den Hellwegern etabliert, von dort kommen ebenfalls Spenden. Zwischendurch gab es Ärger, auch mit dem Verpächter. Doch mittlerweile helfe der sogar gelegentlich mit. Über die Umweltgruppe packen immer mal wieder Hellweger für den Naturschutz mit an, nicht nur an der Blumenwiese, sondern auch an anderen Orten. Für die Blumenwiese hofft Erfurt auf fünf bis sieben Leute, die dann und wann mal mithelfen.

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