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Sottrum: Eine Schranke für die Feldstraße

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Von: Nina Baucke

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Hinweisschild am oberen Ende der Feldstraße in Sottrum
Am oberen, aber auch am unteren Ende soll ein Schild den Verkehr beschränken. Beschränkt ist allerdings in diesem Fall nur der Erfolg dieser Maßnahme. © Baucke

Immer wieder nutzen Lkw für ihre Anfahrt in Richtung Sottrumer A1-Gewerbegebiet die Feldstraße. Das ist den Anwohnern schon länger ein Dorn im Auge, und auch die Gemeinde reagiert jetzt: Die Straße soll an ihrem oberen Ende für die Durchfahrt gesperrt werden.

Sottrum – Asphalt, ein Stück Kopfsteinpflaster, knorrige Bäume links und rechts: Die Feldstraße in Sottrum scheint eine idyllische Dorfstraße aus dem Bilderbuch zu sein. Scheint, denn nicht nur Anlieger nutzen die Verbindung zwischen Edisonstraße und Alter Dorfstraße, sondern auch viele Lastwagen und Pendler, die den Feldweg in Richtung Inspirionstraße und Gewerbegebiet illegal befahren. „Die Situation dort hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt – vor allem in den frühen Morgenstunden“, konstatierte Gemeindedirektor Holger Bahrenburg bei der Sitzung des Gemeinderates am Montag, an der auch zahlreiche Anwohner der Feldstraße teilnahmen.

Die Lösung sieht die Gemeinde nun in einer – zumindest temporären – Sperrung der Straße an ihrem oberen Ende, an der T-Kreuzung mit Edison- und Inspirionstraße. Bereits vor drei Jahren war die Zufahrt der Feldstraße von der Alten Dorfstraße aus mit dem Hinweis „Anlieger frei“ beschildert worden, „aber Schilder lesen offenbar nur die wenigsten“, so Bahrenburg. Ähnlich sieht es in Stuckenborstel aus, immer wieder versuchen Lkw-Fahrer von der Autobahn kommend den westlichen Teil des Gewerbegebietes über den Sottrumer Ortsteil erreichen. Eine Beschilderung, die die Gemeinde nach langem Ringen durchgesetzt hatte, hatte noch nicht ganz den gewünschten Effekt. „Mit der Planung des neuen Baugebietes dort prüfen wir gleichzeitig, wie wir auch dort den Verkehr rausbekommen, ohne ihn durch Stuckenborstel zu leiten“, so Bahrenburg.

Wir wollen eine verträgliche und entlastende Lösung für die Anwohner und alle Sottrumer Bürger.

Holger Bahrenburg

Die Gemeinde prüft nun, ob Poller oder Halbschranken zur Sperrung sinnvoller sind. Möglich ist eine Sperre, die sich beispielsweise bei Reitturnieren kurzfristig öffnen lässt. „Wir wollen eine verträgliche und entlastende Lösung für die Anwohner und alle Sottrumer Bürger“, betonte Bahrenburg. Auch der Landkreis halte dieses Vorgehen für sinnvoll. „Und das Schild ,Sackgasse‘ verstehen sie alle.“ Natürlich könne es sein, dass sich nach wie vor Lkw und Autos in die Straße hineinverirren. „Aber das spricht sich irgendwann rum“, ist Hans-Jürgen Brandt (SPD) überzeugt.

Etwas skeptischer zeigte sich Andreas Zack (FDP): „Wir verändern und manipulieren Verkehrsströme, und dann suchen sich die Fahrer neue Wege.“ Er plädierte eher dafür, andersherum zu handeln, also klar zu formulieren, wie es die Gemeinde gerne hätte – „deswegen auch das Verkehrsleitsystem“. So dürfe es zu keinen Behinderungen der Landwirte kommen. Auch im Fall des Neuenlander Wegs in Stuckenborstel brauche es eine schnelle Lösung. Friederike Paar (CDU) betonte, man müsse den Leuten klar sagen, wie sie fahren sollen. Andrea Kaiser (AfD) merkte an: „Bei der Erstellung des Gewerbegebietes ist nicht optimal gearbeitet worden. Vor drei Jahren hätte man die Feldstraße schon sperren müssen.“ Für einen entsprechenden Beschluss machte sich Ratsmitglied Gerd Helms stark: „Wir haben den Leuten das Gewerbegebiet aufs Auge gedrückt und bis heute versäumt, die Verkehrsströme sinnvoll zu lenken. Daher müssen wir das heute hier beenden und mit einer Sperrung erst einmal für Ruhe sorgen.“

Begrenzung auf zwölf Monate

Zunächst soll die Sperrung auf zwölf Monate begrenzt sein: Zum einen will die Gemeinde dann Bilanz ziehen, ob die Maßnahme Wirkung zeigt. Zum anderen setzt sie sich laut Bahrenburg ohnehin derzeit mit einem Verkehrsleitsystem auseinander. Unter anderem ist die Idee, für die aus nördlicher Richtung über die Bergstraße anfahrenden Lastwagen gleich am Kreisel mit zusätzlicher Beschilderung auf die Sperrung der Feldstraße hinzuweisen. „Wir stehen dazu auch ständig in Kontakt mit der Polizei“, so der Gemeindedirektor. Rainer Loss (CDU) wiederum mahnte zu Eile, die Sperrung auf den Weg zu bringen. Offenbar ganz in Bahrenburgs Sinne: „Keiner will das so schnell erledigt haben wie ich.“

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