TV Sottrum bekommt 500 Euro vom DFB 

Fußball als Integrationsmittel

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Abdirahiim Mahamed Abdi hatte bereits die ersten Einsätze für den TV Sottrum.

Sottrum - Von Jessica Tisemann. Vier Flüchtlinge sind regelmäßig beim Training der zweiten Herren des TV Sottrum. Und einige von ihnen können richtig gut kicken, berichtet Trainer Jan Boyke. Das kann die Mannschaft auch gut gebrauchen, ist sie doch gerade aus der 2. Kreisklasse Süd abgestiegen.

Zwei von den Asylbewerbern von der Elfenbeinküste, die bereits seit längerem in Sottrum leben, haben bereits einen Spielerpass. So konnten sie sich über ein paar Einsätze in der abgelaufenen Saison freuen. „Wenn sie richtig gut sind, können sie natürlich auch in einer höheren Klasse spielen“, erklärt Helmut Lange, stellvertretender Vorsitzender der Fußballabteilung.

Die Verständigung auf dem Platz sei kein Problem, doch im Training sei es oftmals schwierig, sagt Boyke. „Viele von ihnen sprechen nur französisch. Das ist für uns ein Problem.“ Ein paar der Ivorer könnten allerdings Englisch. „Die vermitteln dann für uns und erklären die Spielzüge“, so der Coach. Brigitte Mintenbeck, Leiterin der Sottrumer Ausgabestelle der Rotenburger Tafel, habe den Kontakt hergestellt.

Nun kommen die jungen Männer regelmäßig zum Training. Das richtige Schuhwerk und Sportkleidung fehlen den Ivorern allerdings. „Wir haben einigen der Spieler jetzt schon unsere privaten Schuhe gegeben“, berichtet der Trainer. Außerdem habe der Verein alte Trikots besorgt, aus Sätzen, die nicht mehr zum Einsatz kommen. „Damit sie auch das Gefühl haben, dazuzugehören“, so Boyke.

Beim jüngsten Training macht sich auch CDU-Bundestagsabgeordneter und DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel ein Bild von der gelungenen Integration. Unter dem Titel „1:0 für ein Willkommen“ hat die Egidius-Braun-Stiftung 500 Euro für den TV Sottrum bereitgestellt. Diesen Scheck hat Grindel im Gepäck und überreicht ihn den Verantwortlichen des Vereins. „Fußball hat eine unglaubliche Integrationskraft“, macht Grindel deutlich. Bis zu 600 Fußballvereine jährlich bekommen diese einmalige Zahlung, um die Flüchtlinge in ihrem Verein vernünftig auszustatten. In diesem Jahr hat der Antrag des TV Sottrum als bisher einziger im Südkreis den Zuschuss bekommen.

Die feste Anzahl von wiederkehrenden Flüchtlingen, die in der Mannschaft mitspielen, lobt Grindel ebenfalls. „Vier ist eine gute Zahl. Wenn es irgendwann zu viele sind, kann man gar nicht mehr allen gerecht werden.“ Jörn Leiding, erster Vorsitzender des Sportvereins, bedankte sich bei Grindel für die Spende.

Beim anschließenden Training zeigen die Ivorer nochmal ihr Können. Und dass der Sport allen Beteiligten viel Spaß macht. Boyke: „Die Jungs bringen immer gute Laune mit und werten unser Training wirklich auf.“

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