Erstmals kandidiert eine Frau

Ilse Behrens könnte Bötersens erste Bürgermeisterin werden

Ilse Behrens (SPD) könnte als erste Bürgermeisterin Bötersens Gemeindegeschichte schreiben. Das sei aber nicht ihr Antrieb, sagt sie.
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Ilse Behrens (SPD) könnte als erste Bürgermeisterin Bötersens Gemeindegeschichte schreiben. Das sei aber nicht ihr Antrieb, sagt sie.

Ilse Behrens könnte Geschichte in der Gemeinde Bötersen schreiben. Als erste Frau ist sie die Spitzenkandidatin der örtlichen SPD bei der Kommunalwahl im September. Gewinnen die Sozialdemokraten die Ratswahl, könnte sie auch erste Bürgermeisterin werden.

Bötersen – Mit Ilse Behrens als Spitzenkandidatin sorgt die SPD in Bötersen für ein Novum in der Gemeinde. Sie ist die erste Frau, die sich damit auch um das Bürgermeisteramt bewirbt. Ausschlaggebend war das für die Kandidatin aber nicht, erklärt sie. „Das ist eine schöne Randerscheinung, aber in erster Linie geht es mir darum, dass ich gestalten, bewegen und Projekte anschieben möchte, die unsere Gemeinde für die Zukunft rüsten können.“

Leicht hat sich die Bötersenerin die Entscheidung nicht gemacht, sagt sie. Durch ihre langjährige politische Arbeit (15 Jahre in der Gemeinde Bötersen und sieben Jahre im Samtgemeinderat) hatte sie eine sehr konkrete Vorstellung davon, was ein Bürgermeister, oder eben eine Bürgermeisterin, leisten muss. „Ich habe ehrlich gesagt ein paar schlaflose Nächte gehabt, bis ich mit mir im Reinen war und mein Entschluss feststand“, sagt sie.

An der Findungsphase waren auch andere Mitglieder der SPD-Liste für die Wahl am 12. September beteiligt. „Wir hatten schon Anfragen aus der Bevölkerung, ob wir auch einen Kandidaten stellen und einige aussichtsreiche mögliche Aspiranten. Aber bei Ilse kommen diverse wichtige Faktoren zusammen, die eindeutig für sie sprechen“, sagt SPD-Gemeinderätin Susanne Cordes. Gemeint ist, neben der langjährigen politischen Erfahrung auf kommunaler Ebene auch die Möglichkeit, Zeit für das Amt aufbringen zu können. „Ich bin beruflich nicht mehr sehr eingebunden“, sagt Behrens, „wenn ich das mache, also als Bürgermeisterin kandidieren möchte, dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt.“

Dass sie im Falle der Wahl auch viel Unterstützung benötigen wird, ist ihr dabei sehr bewusst. Das betrifft die eigene Fraktion ebenso wie auch die Ratsmitglieder der CDU-Liste, die ihrerseits Cord Trefke als Spitzenkandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Hermann Holsten (CDU) schickt. „Meine Mentalität ist, dass man parteiübergreifend arbeiten sollte und das werde ich auch weiterhin praktizieren. Man kann in mancher Sache auch unterschiedlicher Meinung sein, aber am Ende zählt das Wohl der Bürger und da sollte man immer einen Konsens finden“, betont Behrens.

Wie viele Kandidaten aus anderen Mitgliedsgemeinden sieht sie die Schnittstellenoptimierung mit der Samtgemeindeverwaltung als große Chance für eine mögliche Erleichterung in Sachen Arbeitsaufwand an. Es bleibe aber auch dann immer noch viel zu tun, weshalb sie auch einen großen Respekt vor der Aufgabe habe. Was sie letzten Endes bewogen hat, sich dieser Aufgabe stellen zu wollen, waren die Möglichkeiten, die sich ihr bieten, um die Herausforderungen, die auf die Gemeinde zukommen, zu meistern. Projekte wie die kommenden Baugebiete in Höperhöfen und Bötersen stehen ebenso auf ihrer Agenda, wie auch die Gemeindeentwicklung außerhalb dieser Gebiete.

Es gäbe in den drei Gemeindedörfern einige Potenzialflächen, die man beispielsweise für Mischgebiete nutzen könnte. „Auch die Kreisstraße, die durch Bötersen führt und sich in keinem guten Zustand befindet, ist ein großes Anliegen, dass ich verfolgen würde“, nennt sie eine weitere Herausforderung, der sie sich stellen möchte. Eine Sanierung durch den Landkreis sei erst für 2030 angedacht. „Ich möchte da am Ball bleiben und sehen, was man eventuell machen kann, um das Ganze zu beschleunigen“, so Behrens.

Außerdem würde sie der Politik auch gerne eine neue Note geben und die ist eindeutig ökologisch geprägt. Auf diesem Gebiet engagiert sie sich schon lange in Ausschüssen und Arbeitsgemeinschaften. Die Anbindung der Hecken im Gemeindegebiet außerhalb der Ortschaften an die Natur ist da nur eine der Ideen, die sie verwirklichen möchte. Die Feldwege der Gemeinde fahrradtauglich zu machen ist für sie eine Herzensangelegenheit. Die Liste der Aufgaben und Möglichkeiten ist lang und Ilse Behrens ist gewillt, sich all dem zu stellen.

Allerdings ist ihr ebenso wie ihrem Mitbewerber Cord Trefke von der CDU bewusst, dass allein die Bereitschaft hier zu kandidieren nicht gleichbedeutend damit ist, auch gewählt zu werden. „Das macht dann ja der neue Gemeinderat und ich sehe das ganz sportlich“, sagt sie, „möge der oder die Bessere gewinnen.“ Es war ihr wichtig, dass es eine politische Alternative zum bisherigen Kandidaten gibt. Oder anders formuliert: Eine Wahl ist erst dann eine Wahl, wenn man die Wahl hat.

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