Logistikzentrum soll kommen

Sottrum: Auf dem Weg zur Schwerpunktfeuerwehr

Mehrer Feuerwehrleute im Scheinwerferlicht neben einem Gerätewagen.
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Die Sottrumer Feuerwehren bei einem Einsatz in Bötersen im März. Sie bekommen ein Schulungs- und Logistikzentrum. Offen ist aber, wann man mit dem Bau beginnen kann – und wo.

Die Samtgemeinde Sottrum möchte die Feuerwehr im Wieste-Ort ausbauen. Über kurz oder lang muss sie zur Schwerpunktfeuerwehr umgewandelt werden. Herzstück einer Reihe von Investitionen: ein Schulungs- und Logistikzentrum.

Sottrum – Sottrum wächst, und wenn eine Kommune wächst, muss es ihre Feuerwehr irgendwann auch. Wenn die Samtgemeinde in nächster Zeit die 15 000-Einwohner knackt, muss die Feuerwehr im Wieste-Ort zu einer Schwerpunktfeuerwehr ausgebaut werden. Und das kostet.

Zwar erfüllt sie laut dem Gemeindebrandmeister Björn Becker, der allen Ortsfeuerwehren vorsteht, bereits die Mindestanforderungen, dennoch muss die Samtgemeinde in den kommenden Jahren investieren. Herzstück dieser Angelegenheit: ein Schulungs- und Logistikzentrum. Hier steht man aber noch ganz am Anfang.

Es ist mehr die Frage, was die Brandschützer brauchen, als die, was sie müssen. Was eine Schwerpunktfeuerwehr haben muss, ist in der Feuerwehr-Verordnung des Landes definiert wie bei einer Grundausstattungsfeuerwehr, erläutert Becker. Und ja: Das erfülle Sottrum bereits. Darauf habe man in der Samtgemeinde in den vergangenen Jahren immer einen Blick gehabt. Aber: „Es ist eine Mindestanforderung, das hat mit dem tatsächlichen Bedarf nichts zu tun.“ Und der sei immer höher.

In der Samtgemeinde Sottrum gibt es ein Feuerwehr-Konzept, das Becker vor einigen Jahren zusammen mit der Verwaltung erarbeitet hat, das vom Rat beschlossen wurde und immer wieder aktualisiert wird. Es regelt zum Beispiel, wann welche Ortswehr neue Fahrzeuge, andere Ausrüstung oder Anbauten an den Gerätehäusern bekommt.

Auch das Logistikzentrum wird darin angesprochen. Dafür sind im Haushaltsentwurf für das Jahr 2022 400. 000 Euro eingestellt. Die für die Brandschützer relevanten Punkte des Entwurfs berät der Feuerwehrausschuss am Donnerstag (18.30 Uhr, Schule an der Wieste).

„Stand heute sind wir gut ausgestattet“, so Gemeindebrandmeister Becker. Aber die Anforderungen ändern sich, und damit auch der Bedarf. Es kommt ein bisschen darauf an, wie sich die Samtgemeinde in den kommen Jahren entwickelt. In Rotenburg gibt es ebenfalls eine Schwerpunktfeuerwehr, die hat aber ganz andere Bedarfe: Dort gibt es mehr Industrie, ein großes Krankenhaus, „eine andere Gefährdungslage“, erläutert der Gemeindebrandmeister.

Anders ausgedrückt: Sollte sich in einem Sottrumer Gewerbegebiet ein Chemieunternehmen ansiedeln, müsste die Feuerwehr für den Ernstfall entsprechend ausgestattet sein. Da es keines gibt, ist sie es jetzt eben auch nicht.

In der Realität braucht man in Sottrum das Schulungs- und Logistikzentrum, das im Wesentlichen ein Lager für alles Mögliche an Materialen ist, die eine Feuerwehr so brachen kann – etwa Ölbindemittel oder Sandsäcke. Für die Truppmannausbildung braucht es mehr Platz und einen Schulungsraum, der auch in Sachen Digitales aktuellen Ansprüchen genügt. Als Standort ist eigentlich die Weide direkt neben dem Sottrumer Feuerwehrhaus angedacht, aber es gibt noch andere Optionen.

„Wir prüfen gerade Alternativen“, sagt Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg. Damit sei der Standort aber nicht ausgeschlossen. Man sei in guten Gesprächen, dürfe die Kosten aber nicht aus dem Blick verlieren, so der Bürgermeister, ohne genauere Details zu nennen. Nur: „Es muss in einer Ortslage sein, die für die Feuerwehr sinnvoll ist.“ Sollte man das Logistikzentrum nicht neben das Sottrumer Feuerwehrhaus bauen, ist ein paralleler Umzug der Brandschützer übrigens keine Option.

Man wolle schnell zu einer Entscheidung kommen, so Bahrenburg. Erst, wenn die Grundstücksfrage geklärt ist, kann seiner Darstellung nach die Kostenfrage seriös beantwortet werden. Neben den 400.000 Euro im kommenden Jahr kalkuliert man für das Jahr 2023 derzeit einen Betrag von 1,6 Millionen Euro. Das sind aber nur Schätzungen. Gesamtkosten von fünf bis sieben Millionen, die aus Reihen des Samtgemeinderates kolportiert werden, schließt Bahrenburg aus.

Man wolle das vernünftig vorbesprechen, so der Bürgermeister weiter, damit die Feuerwehr zukunftsfähig bleibt. Dazu sei man auch im ständigen Austausch mit dem Gemeindekommando, also der Führungsgruppe um Gemeindebrandmeister Björn Becker. Der geht übrigens selbstsicher durch diesen Prozess, sieht keinen Grund für Eile. „Wir haben schon früher gezeigt, dass wir gut vorbereitet sind.“

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