Nach einem Jahr

Ahausens Bürgermeister hört auf: Küsels kurze Amtszeit

Jörg Küsel im Ahauser Gemeindebüro.
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Ahausens Bürgermeister Jörg Küsel hört auf.

Nur etwas mehr als ein Jahr lang wird Jörg Küsel Ahausens Bürgermeister gewesen sein, wenn er nach der Kommunalwahl nicht mehr zur Verfügung steht. Arbeit und Ehrenamt lassen sich für ihn aktuell nicht mehr vereinbaren.

Ahausen – Mit Ahausen gibt es in der Samtgemeinde Sottrum nun eine Gemeinde mehr, die nach der Kommunalwahl am 12. September einen neuen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin haben wird. Der amtierende Gemeindechef Jörg Küsel (CDU) wird sich nicht mehr zur Wahl stellen und hat sich ebenfalls nicht mehr auf der Liste für den Samtgemeinderat eintragen lassen. Die lokalpolitische Arbeit sei mit seinem eigentlichen Beruf, er ist Landwirt, nicht mehr zu vereinbaren. Erst vergangenen Sommer hat er den Bürgermeister-Posten übernommen, nachdem Claus Kock (CDU) aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.

Nach 20 Jahren endet im Herbst Küsels Engagement im Ahauser Gemeinderat. „Ich habe damals unter Bürgermeister Bernhard Hasselhoff angefangen, und nun bin ich selbst Bürgermeister“, sagt Küsel. Davor war er jahrelang Fraktionsvorsitzender seiner CDU in Ahausen. Doch nun gebe es auch im heimischen Betrieb mehr Arbeit, ein Lehrling sei zu betreuen. Küsel ahnt, dass das Bürgermeistgeramt auf der Strecke bleiben würde, und „wenn man es gut machen möchte, dann muss man sich auch viel Zeit nehmen“.

Im Gespräch merkt man ihm an, leicht fällt ihm der Rückzug aus allen öffentlichen politischen Ämtern nicht. „Es macht immer noch wahnsinnig viel Spaß“, sagt Küsel, kann aber auch die Vorteile seiner Entscheidung erkennen. Er macht nach der Kommunalwahl am 12. September nun Platz für einen Nachfolger im Gemeinderat, und das Ehrenamt in diesem Gremium könne er uneingeschränkt empfehlen. „Das sollte jeder einmal gemacht haben“, ist er überzeugt.

Wobei er die Aufgaben als Bürgermeister nicht unterschätzt haben wolle. Dankbar sei er in diesem Punkt für die Unterstützung seiner Stellvertreterin Corinna Ader-Schumann (SPD). Sie hatte nach dem Rücktritt des langjährigen Bürgermeisters Kock vor einem Jahr die Gemeindegeschäfte zunächst geführt, dann aber nach Absprache und Ratsbeschluss mit Küsel, damals noch Allgemeiner Verwaltungsvertreter, die Rollen getauscht. Den Job mache dieser noch aus Überzeugung. Küsel ist froh, in der kurzen Amtszeit einiges auf Weg gebracht zu haben – etwa das neue Baugebiet am Ortsausgang Richtung Hellwege.

Doch offenbart Küsels Entscheidung einmal mehr ein grundsätzliches Problem in der Samtgemeinde Sottrum. Das Ehrenamt eines Gemeindebürgermeisters bedeutet dort oft zu viel Arbeit, um es sozusagen „im Nebenjob“ zu meistern. Mehr als 20 Stunden würde er in der Woche dafür aufbringen, sagt Küsel. Das müsse sich ändern, und erste Schritte seien mit der sogenannten Schnittstellenoptimierung seitens der Samtgemeinde bereits gemacht.

Doch dieser Prozess zieht sich. Küsel glaubt, wer dem Amt Stand jetzt zeitlich gerecht werden möchte, müsse Rentner sein. Er empfiehlt aber, dass alle Sottrumer Mitgliedsgemeinden einen hauptamtlichen Gemeindedirektor im Rathaus haben, die politische Macht aber weiterhin bei den gewählten Gemeinderäten liegt. So praktiziert es bereits die Gemeinde Sottrum.

Ab Herbst liegt sein Fokus dann nur noch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, eine Rückkehr in die Lokalpolitik möchte er aber noch nicht ausschließen. Er lehnt sich zurück und denkt kurz nach. „Wer weiß schon, was in fünf Jahren ist?“

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