Vor Ratsbeschluss

„Sottrum 2030“: Rund 80 Maßnahmen für die Zukunft

Der leerstehende Lidl-Markt in Sottrum.
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Was wird aus dem Leerstand? Nach Antworten auf diese Frage sucht das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ unter anderem.

Der Bau- und Planungsausschuss Sottrums hat ein letztes Mal den Maßnahmenkatalog für „Sottrum 2030“ besprochen. Im Mai soll der Beschluss folgen.

Sottrum – Mehr als drei Jahre ist es mittlerweile her, dass die Sottrumer Grünen öffentlich einen Masterplan für die Wieste-Gemeinde gefordert hatten. Die politischen Entscheidungen, so hieß es damals, würden ohne klare Linie getroffen werden. Mittlerweile sieht das anders aus. Das Projekt Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ hat sich längst in der Gemeinde etabliert, und wird von allen mitgetragen – egal ob Partei, Verein, Betrieb oder interessierte Privatperson.

Die von den Grünen damals vermisste klare Linie ist längst geschaffen. Leitlinien, Handlungsfelder, Ideen und nun auch konkrete Maßnahmen haben sich insbesondere in den Jahren 2019 und 2020 immer mehr herauskristallisiert – in zahlreichen Sitzungen der zuständigen Arbeitsgemeinschaft, Ausschusssitzungen und öffentlichen Beteiligungsmöglichkeiten.

Maßnahmen sind miteinander verwoben

In der Zwischenzeit hatte eine Umfrage ergeben, dass sich die Sottrumer in der Mehrheit eine „dörfliche Weiterentwicklung“ wünschen und weniger eine Weiterentwicklung Richtung Kleinstadt. Nun steht man kurz vor der Verabschiedung des Entwicklungskonzeptes, der Bau- und Planungsausschuss hat am Mittwoch letzte Änderungen des Maßnahmenkatalogs besprochen. Er ist das „Herzstück“, wie es Chefplaner Ulrich Berding vom Hannoveraner Büro Plan Zwei bezeichnete. Der Rat soll diesen Katalog am Ende durchwinken können.

Rund 80 Maßnahmen schlägt der Katalog in sieben verschiedenen Handlungsfeldern vor. „Diese sind miteinander verwoben, das ist nicht trivial“, erläuterte Berding auf der Sitzung. „Sottrum 2030“ bestimme Positionen und würde sie miteinander vernetzen. Ein Ziel könnte Maßnahmen in mehreren Handlungsfeldern bedeuten. Am Ende sei das Konzept eine Art Kompass für die Gemeinde. „Bisher haben alle in Sottrum an einem Strang gezogen, auch außerhalb der Politik. Das zeichnet den Geist von ,Sottrum 2030‘ aus“, lobte der Planer.

Wohnen ist ein großes Thema

Den größten Anteil am Katalog hat das Handlungsfeld Wohnen und soziale Infrastruktur. Darin hat man mit der Einrichtung eines sogenannten Innenentwicklungsmanagements und der zukunfts- und bedarfsgerechten Anpassung der Bebauungspläne im Ortskern zwei sogenannte Schlüsselmaßnahmen ausgelotet. Dabei könnte zum Beispiel in Zukunft an der Großen Straße auch Wohnen im Erdgeschoss wieder möglich sein. Weitere Punkte betreffen Kinderbetreuung, altersgerechtes Wohnen oder Möglichkeiten für sogenannte Starterhaushalte.

In Sachen Einzelhandel, Arbeit und Wirtschaft rückt insbesondere die Umgestaltung des Lienworths in den Vordergrund. Die verwaltungsseitigen Vorbereitungen für ein städtebauliches Konzept sind laut Gemeindedirektor Holger Bahrenburg bereits abgeschlossen, nun wartet man auf die Zustimmung vom Rat, danach kann es schnell gehen. Dasselbe gilt für ein Einzelhandelskonzept. Die dritte Schlüsselmaßnahme ist eine Entwicklungsstrategie für den Bereich der Bundesstraße 75. Hier konzentriert man sich vor allem auf die leer stehenden Gebäude am Ortsausgang Richtung Rotenburg.

Bessere Wege für Fußgänger und Radfahrer

Im Handlungsfeld Verkehr und Mobilität möchte man zunächst ein integriertes Verkehrskonzept schaffen. Auch das wartet nur noch auf den Startschuss vom Rat. Eine weitere Schlüsselmaßnahme ist die Attraktivitätssteigerung des Ortskerns und der Wohngebiete für Fuß- und Radverkehr. Dabei geht es unter anderem um sichere und bessere Wege durch Beleuchtung, Sitzgelegenheiten und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Vieles dreht sich generell um Verkehrssicherheit, aber auch um alternative Mobiliätsformen sowie die Leitung von Verkehren – insbesondere von Lkw.

Der Wiestepark soll zu einer Oase in der Ortsmitte werden. „Die Grünflächen entlang der Wieste nördlich des Heimathauses sind durch die Gewässer besonders reizvolle Erholungs- und Aufenthaltsräume im Zentrum, die es zu erhalten gilt“, heißt es im Handlungsfeld Freiraum und Umwelt. Man soll sich außerdem besser in Sottrum orientieren können, insbesondere durch verbesserte Beschilderungen. Ein zusammenhängendes Spazierwegenetz soll ebenfalls geschaffen werden.

Investoren sollen an Klimaschutz denken

Auch Klimaschutz und Klimaanpassung bilden ein Handlungsfeld. Hier möchte man die nachhaltige Energieversorgung ausbauen, unter anderem mit regionalen Partnern. Neubaugebiete könnten ein Energiekonzept bekommen. „Ziel ist es, den Energiebedarf für Warmwasser, Raumwärme und Strom weitestgehend zu senken und weitgehend klimaneutrale Quartiere vorzubereiten. Die Investoren sollen angehalten werden, entsprechende Konzepte vorzulegen“, heißt es.

Als eine der wenigen im Ausschuss noch angebrachten Veränderungen gilt nun die Bereitstellung von Räumen für das Vereinsleben neu als Schlüsselmaßnahme im Handlungsfeld Ortsleben, Freizeit und Kultur. In diesem Punkt steht insbesondere das Brettmann-Haus in und für Stuckenborstel im Fokus. Ehrenamt soll gefördert werden und Freiräume bekommen. Freizeitangebote drinnen wie draußen sollen verbessert werden.

Im siebten und letzten Handlungsfeld geht es um das Ortsbild. Hier geht es unter anderem um Gestaltungsideen für Ortskern und -eingänge. Auch die Nachnutzung leer stehender Gebäude und Perspektiven für die landwirtschaftlichen Flächen im Ort sind berücksichtigt.

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