Kontrovers ist gut

„Sottrum 2030“: Beteiligung endet am Sonntag

Hinweisschild zur Bürgerbeteiligung am Sottrumer Heimathaus.
+
Im Sommer hat es noch einen Informationsnachmittag vor Ort gegeben. Die Bürgerbeteiligung läuft aber auch digital sehr zufriedenstellend für die Beteiligten.

Die öffentliche Beteiligung für das Entwicklungskonzept „Sottrum 2030“ endet am Sonntag. Aus Sicht der Planer hat das digitale Verfahren gut funktioniert. Auf der Padlet-Plattform sind zu den einzelnen Maßnahmen viele Bewertungen vergeben und Kommentare geschrieben worden.

  • Die Beteiligung der Öffentlichkeit für „Sottrum 2030“ endet am 24. Januar.
  • Viele Sottrumer haben auf die Maßnahmen reagiert.
  • Kontroverse Diskussionen helfen den Planern bei der Erstellung des fertigen Maßnahmenkatalogs.

Sottrum – „Sottrum 2030“ nimmt an diesem Wochenende die nächste Hürde. Die öffentliche Beteiligung für das Entwicklungskonzept endet am Sonntag. Mit den Ergebnissen wollen die Planer vom Büro „plan zwei“ im nächsten Schritt arbeiten und die Maßnahmen entsprechend bearbeiten. Das erklärt „plan zwei“-Ingenieur Ulrich Berding in einem Gespräch, in dem er schon ein vorläufiges Fazit zu der Beteiligung abgibt.

„Wir sind sehr zufrieden bisher“, sagt Berding. Bis zu 60, 70 Interaktionen gebe es zu den einzelnen Maßnahmen auf der „Padlet“-Plattform. Die Nutzer können die beschriebenen Maßnahmen dort durchlesen, kommentieren und positiv wie auch negativ bewerten. Die Erstellung des Konzepts lebe von der Beteiligung, und dass diese so hoch ist, zeige, dass es im Ort einen Rückhalt für das Vorhaben gibt. „Die Reaktionen, die die Maßnahmen erhalten haben, sind mehr, als wir uns erhofft haben“, so Berding. Er könne auch zu einem gewissen Maß vergleichen. Bei einem Verfahren für einen Hildesheimer Stadtteil habe es beispielsweise nicht so viele Rückmeldungen gegeben. Zumal er davon ausgeht, dass auch nicht jeder bei jeder Maßnahme mit einem Daumen hoch oder runter oder mit einem Kommentar reagiert habe und das tatsächliche Interesse noch größer gewesen sei.

„Wohnen und Soziale Infrastruktur“ ist „Schlüsselthema“

Ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse zeigt, dass besonders in den Handlungsfeldern „Wohnen und Soziale Infrastruktur“, „Einzelhandel, Arbeit und Wirtschaft“ sowie „Verkehr und Mobilität“ viel Interaktion stattgefunden hat. Besonders das erste sticht heraus, es „ist ein Schlüsselthema“, meint Berding. Dort fällt auf, dass gerade die Maßnahmen zum Leitziel „Wohnraum vorrangig im Bestand entwickeln“ kontrovers bewertet werden.

Mehr Nachverdichtungspotenzial zu entwickeln, hat etwa bislang 54 positive aber auch 19 negative Bewertungen erhalten. Im Kommentarfeld fügt ein Nutzer an, dass die Gefahr bestehe, dadurch den Dorfcharakter des Ortes zu gefährden und „kleinstädtisches Flair“ entstehe. Ein weiterer Nutzer – vorwiegend wird anonym kommentiert – würde sich freuen, wenn eine Bebauung in „zweiter Reihe“ einfacher möglich gemacht würde. Die meiste Zustimmung hat das Vorhaben erhalten, ein Brachflächen- und Baulückenkataster zu erstellen.

Kontrovers hingegen wird ein neuer Kita-Standort im Nordosten der Gemeinde gesehen. Das spiegelt sich nicht nur in der Bewertung, sondern auch in den Kommentaren wider. Dort ist einerseits die Rede davon, dass eine Kita oder ein Anbau am Dannert im Südwesten sinnvoller sei, andererseits gibt ein Nutzer zu Bedenken, dass im Nordwesten ebenfalls Bauentwicklung stattfinde und sich zunehmend junge Familien ansiedelten.

Sehr unterschiedlich gesehen wird auch die Absicht, Versorgungsangebote auf den Ortskern zu konzentrieren, was im Handlungsfeld „Einzelhandel, Arbeit und Wirtschaft“ diskutiert wird. Dort gibt es mit 24 Negativ-Bewertungen sogar eine deutlichere Ablehnung. Kritisch gesehen wird, dass der Ortskern bereits jetzt häufig stark frequentiert sei und eine Entlastung etwa im südlicheren Bereich der Gemeinde durchaus denkbar sei.

Planer überarbeiten die Maßnahmen

„Generell wird sehr sachlich und konstruktiv kommentiert“, ist Berdings Eindruck. Das sei gut, weil die Organisatoren dann tatsächlich in der Auswertung mit diesen Hinweisen arbeiten können. Das hat auch Sottrums Bürgermeister Hans-Jürgen Krahn (CDU) festgestellt. „Da wird sehr differenziert kommentiert, daraus kann man einiges gewinnen“, glaubt er.

Die Organisatoren von „plan zwei“ werden im nächsten Schritt die Ergebnisse analysieren und bestimmte, kontroverser gesehene Maßnahmen genauer beleuchten. Anhand dessen gelte es dann, mit der Politik abgestimmt den Maßnahmenkatalog für „Sottrum 2030“ zu entwickeln. Dieser sei aber nur eine Leitlinie, ein Kompass, betont Berding. Wann und in welcher Form die Maßnahmen in Gang gebracht werden, darüber müsse am Ende die Politik bestimmen. „Das ist eine Orientierungshilfe“, sagt auch Krahn. Was alles umgesetzt werden kann, „muss man schauen“, meint er.

Es sei wichtig, dass die Zustimmung der Bevölkerung für das Konzept vorhanden ist und daran mitgearbeitet wird, findet Berding. Dass das digital auch funktioniert, habe sich jetzt gezeigt. Und wer weiß, vielleicht erhalten die Planer ja noch bis Sonntag den einen oder anderen guten Hinweis auf der Plattform.  

Abstimmung endet am Sonntag

Noch bis Sonntag haben die Bürger die Möglichkeit, sich am letzten Baustein für das integrierte Gemeindeentwicklungskonzept Sottrum 2030 zu beteiligen. Auf der Internetseite https://www.sottrum2030.de/ finden sich verschiedene Maßnahmenvorschläge; Wohnen und Soziale Infrastruktur ebenso wie Verkehr und Mobilität und weitere Handlungsfelder. Einfach nur eine schnelle Bewertung per Daumen hoch oder runter oder auch etwas länger mit einem Kommentar können Bürger dort ihre Meinungen zu den Zielen ausdrücken. Auch weitere Ideen sind gefragt, sollte jemand der Ansicht sein, dort sei etwas vergessen worden. Die Ergebnisse aus der Beteiligung sollen anschließend in die Feinabstimmung des Maßnahmenkatalogs fließen und gelten als ein wertvolles Feedback.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Meistgelesene Artikel

Nach Verwüstungen in der Sporthalle: Schadenshöhe könnte noch steigen

Nach Verwüstungen in der Sporthalle: Schadenshöhe könnte noch steigen

Nach Verwüstungen in der Sporthalle: Schadenshöhe könnte noch steigen
Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs

Mit dem 22-Tonnen-Maishäcksler auf dem Acker unterwegs
Auf dem Jakobsweg durch den Landkreis Rotenburg

Auf dem Jakobsweg durch den Landkreis Rotenburg

Auf dem Jakobsweg durch den Landkreis Rotenburg
Der Wunsch nach 1G: „Ständen mit Impfpflicht erheblich besser da“

Der Wunsch nach 1G: „Ständen mit Impfpflicht erheblich besser da“

Der Wunsch nach 1G: „Ständen mit Impfpflicht erheblich besser da“

Kommentare